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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 01:10 Uhr

64-Jähriger stirbt bei Unfall auf B77

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Kleinwagen kommt von der Fahrspur ab und kollidiert mit Sattelzug zwischen Jevenstedt und Spannan / Bergung dauert fünf Stunden

Bei einem schweren Verkehrsunfall auf der Bundesstraße 77 ist gestern ein 64-jähriger Mann ums Leben gekommen. Er war mit seinem Kleinwagen gegen einen Sattelzug geprallt. Der Lasterfahrer kam mit einem Schock davon. Die stark frequentierte Verbindungsstraße musste für rund fünf Stunden in beide Richtungen gesperrt werden.

Der Unfall ereignete sich zwischen Jevenstedt und Spannan in Höhe Barkhorn. Nach ersten Erkenntnissen der Polizei war der 64-Jährige mit seinem VW Polo auf der B77 aus Richtung Hohenwestedt nach Rendsburg unterwegs, als er um 5.10 Uhr plötzlich auf freier Strecke nach links von seiner Fahrspur abkam und in der Folge in den Gegenverkehr geriet. Der Frontalzusammenstoß mit einem Sattelzug aus den Niederlanden war nicht mehr zu verhindern. Dabei erlitt der Polo-Fahrer so schwere Verletzungen, dass er noch am Unfallort starb. Das Großaufgebot an Rettungskräften hatte große Mühe, den Mann aus seinem völlig zerstörten Fahrzeug zu bergen. Feuerwehrleute mussten das Dach des Autos entfernen. Das Unfallopfer stammt laut Polizei aus einer kleinen Ortschaft im Kreis Rendsburg-Eckernförde.

Der niederländische Lkw-Fahrer (37) erlitt durch den schweren Unfall einen Schock und wurde in ein Krankenhaus gebracht. Die Unglücksstelle war bis 10 Uhr für die Bergungsarbeiten voll gesperrt. Die Polizei richtete eine Umleitungsstrecke ein, Staus im Berufsverkehr bildeten sich dennoch. Wie es zu dem Unfall auf gerader Straße ohne Kreuzungen oder Kurven kommen konnte, ist noch nicht klar. Die Kieler Staatsanwaltschaft beauftragte einen Sachverständigen mit der Rekonstruktion und Feststellung der Unfallursache, teilte die Pressestelle der Polizei gestern mit.

Die Bundesstraße 77 zwischen Hohenwestedt und Kropp taucht nicht in der polizeilichen Statistik auf, obwohl es auf der Strecke immer wieder zu Unglücken kommt. Denn die Beamten sprechen erst von einem Unfallschwerpunkt, wenn an einer Stelle innerhalb eines Jahres zwei Unfälle mit Schwerverletzten oder Toten beziehungsweise drei Unfälle mit gleicher Ursache passieren. Erst vor rund einem Monat wurden auf der B77 nur etwas südlich der gestrigen Unfallstelle drei Menschen verletzt, als ein Auto in Höhe Hamweddel einen Lieferwagen überholte, obwohl der nach links abbog. Noch etwas weiter südlich, bei Brinjahe, kam im Juli ein Sattelzug aus Polen von der Fahrbahn ab, der rumänische Fahrer wurde verletzt. Im Mai ereigneten sich zwei Unfälle mit Schwerverletzten: Bei Westerrönfeld traf es zwei Frauen, in Höhe Remmels einen 23-Jährigen. Nördlich von Rendsburg starb vor einer Woche ein Mann am Steuer seines Autos, während er auf der B77 unterwegs war.

Die Polizei weist in ihrer jüngsten Verkehrsstatistik einen Höchststand der Unfälle im Kreis aus. Fast 6700 Mal hat es im Jahr 2015 gekracht. Bei den Unfällen ließen elf Menschen ihr Leben. Die Ursachen sind zahlreich, die Beamten vermuten, dass es eine hohe Dunkelziffer gibt, in denen Unfälle darauf zurückzuführen sind, dass Fahrer sich auf ihr Smartphone statt auf den Straßenverkehr konzentrieren.

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erstellt am 07.Okt.2016 | 11:37 Uhr

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