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Landeszeitung

04. Dezember 2016 | 05:02 Uhr

Heimatmuseum Hohenwestedt : 64 historische Möller-Fotos

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Theodor Möller fotografierte zu Beginn des 20. Jahrhunderts in ganz Schleswig-Holstein. Auch in Hohenwestedt und Umgebung. Die Fielmann AG schenkt dem Hohenwestedter Museum jetzt 64 Abzüge von Möller-Fotos.

Bauernhöfe, Wohngebäude, Straßen und Landschaften, aber nie Autos und Stromleitungen: Der renommierte Amateurfotograf Theodor Möller war in der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts auch in Hohenwestedt und Umgebung unterwegs, um die Schönheit seiner schleswig-holsteinischen Heimat für die Nachwelt zu dokumentieren. 64 Handabzüge von bislang unveröffentlichten Möller-Fotos aus den Jahren 1912 bis 1938 gehören ab sofort zum Fundus des Hohenwestedter Heimatmuseums – ein Geschenk von Günther Fielmann, der das Museum in der Burmesterstraße auch in den kommenden Jahren weiter fördern will.

„Er wollte seine Zeitgenossen auf die Schönheit ihrer Heimat aufmerksam machen“, sagt Marion Bejschowetz von der Fielmann AG, „er hat sehr gern Details in den Blick genommen, er hat viele Menschen bei der Arbeit abgelichtet, und er hat stets sehr genau notiert, was er fotografiert hat.“ Darum seien Möller-Aufnahmen eine wahre Fundgrube für Volkskundler, Museumsvertreter und Denkmalpfleger. „Was sein fotografisches Werk in besonderer Weise auszeichnet, ist, dass er in ganz Schleswig-Holstein tätig war“, sagt die Historikerin über Theodor Möller (1873-1953), mit dessen Schaffen sie sich so gut auskennt wie niemand anders.

Den technischen Fortschritt ließ Möller eher links liegen. „Wenn möglich, sind auf seinen Bildern keine Stromleitungen zu sehen“, erklärt Marion Bejschowetz, „und er hat auch lieber Leiterwagen als die ersten Autos fotografiert.“ Jürgen Ostwald von der Fielmann AG findet es bemerkenswert, dass Möller „im Gegensatz zu allen anderen in der Kulturarbeit tätigen Schleswig-Holsteinern nie Mitglied in der NSDAP war.“

Seit 2009 beschäftigt sich Marion Bejschowetz mit den über 6000 Foto-Glasplatten und Rollfilmaufnahmen, die Möller 1950 dem Landesamt für Denkmalpflege in Kiel vermacht hat. Seit 2009 lässt die Fielmann AG qualitativ hochwertige Handabzüge von den Möller-Fotos einer bestimmten Region herstellen, um diese dann dem lokalen Museum zur Verfügung zu stellen. Profitiert haben von dieser Aktion bereits 25 Museen in Schleswig-Holstein, unter anderem auch die Einrichtungen in Eckernförde (2010) und Rendsburg (2014) und zuletzt Kellinghusen und das Landschaftsmuseum Angeln in Unewatt (beide 2016).

Museum Nr. 26, das wertvolle Aufnahmen aus der ersten Hälfte des 20. Jahrhunderts in seinen Fundus aufnehmen kann, ist das Burmesterhaus in der Hohenwestedter Friedrichstraße. „Wir sind total begeistert, dass wir diese Bilder nun als Zeitzeugen aus dem vergangenen Jahrhundert präsentieren können“, sagt Hohenwestedts Museumsvereins-Chefin Monika Rockenbach-Freitag. „Das sind phantastische Fotos“, freut sich auch Bürgermeister Holger Bütecke, „die Ausstellung dieser wunderbaren Bilder werden wir als Programmpunkt in unsere 800-Jahr-Feierlichkeiten aufnehmen.“ Dass die Fotoschau 2017 im Rathaus des Amtes Mittelholstein stattfinden und dass sie unter dem Motto „Theodor Möller – quer durch Mittelholstein“ stehen soll, ist schon beschlossene Sache. Nur der Termin muss erst noch ins 800-Jahr-Feier-Programm eingetaktet werden und steht deshalb noch nicht fest.


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erstellt am 24.Nov.2016 | 11:10 Uhr

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