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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 12:54 Uhr

4,6 Millionen Euro teures „Nawi“-Zentrum eingeweiht

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Schule Altstadt: Kostenexplosion des Traktes sorgte für Streit / Freude über moderne Ausstattung

Mit der offiziellen Einweihung des Naturwissenschaftlichen Zentrums an der Schule Altstadt ist gestern ein Schlussstrich gezogen worden unter ein Bauprojekt, das lange für Zwietracht in der Stadt gesorgt hat. Für 4,6 Millionen Euro hat die Schule jetzt neue Biologie-, Physik- und Chemie-Räume bekommen. Auch die Verwaltung und das Lehrerzimmer sind in dem neuen Gebäude untergebracht.

Bis es soweit war, wurde um das Projekt herzhaft gestritten. Erst gingen die Kosten durch die Decke, dann wurden ein mehrmonatiger Baustopp erwirkt, eine Neuplanung gefordert und der neue Trakt schließlich doch noch gebaut. Dazwischen gab es viel böses Blut zwischen den Parteien und eine Menge zerschnittener Tischtücher im Rat (siehe Chronik rechts). „Die Politik hat uns immer wieder Steine in den Weg gelegt“, sagte Schulleiterin Kirsten Koppelmann. Auf die Einweihung des Neubaus habe das Kollegium fast neun Jahre gewartet – das ist mehr als eine Schülergeneration an der Schule Altstadt. Zwischen den Zeilen hörte man heraus, wie ihr die Diskussionen um die angebliche Luxusschule zugesetzt haben. Koppelmann nahm das böse Wort „Altstadtphilharmonie“ zwar nicht in den Mund, erinnerte aber an den Vergleich mit dem ungleich teureren Hamburger Prestigeprojekt „Elbphilharmonie“, der 2014 gezogen wurde. Lieber sprach sie über das erreichte: „Endlich hat jetzt auch die Schule Altstadt die räumlichen Möglichkeiten für hervorragenden Naturwissenschaftlichen Unterricht.“

Dabei nutzt die Schule den neuen Trakt schon seit zwei Monaten. „Man kann hier die Experimente viel besser sehen“, sagte Laura (14). Steen-Ole (16) freute sich vor allem darüber, dass die Schüler nicht mehr in den beengten Containern lernen müssen. Auch Biologie-Lehrerin Christina Weßels ist froh, nicht mehr im Container arbeiten zu müssen. Vor allem freut sie sich aber über die moderne Ausstattung, die auch den zeitgemäßen Einsatz von „Neuen Medien“ möglich macht. „Ich nutze gerne Internet-Videos, um die Schüler zu begeistern“, sagte sie. Dabei handelt es sich um zwei- bis dreiminütige Youtube-Clips, die auf einem Naturwissenschafts-Kanal für Schüler laufen. Die werden per Beamer an die Leinwand projiziert. „Ein Schüler hat mir schon gesagt, ,endlich erklärt uns das mal einer in unseren Worten‘“, sagte sie und lachte. Demnächst wollen sie und ihre Kollegen auch eigene Experimente filmen und vorführen – per iPad und Aufsteckkamera. Dann kann endgültig niemand mehr behaupten, er hätte nichts gesehen.

Bürgermeister Gilgenast erinnerte daran, dass die Schule Altstadt schon bei ihrer Gründung vor 120 Jahren hochmodern war. Sogar eine Heizung gab es damals. Die funktionierte allerdings nicht, der Brenner musste im Herbst 1896 nach sechs Monaten ausgetauscht werden. Auch eine Anlage für elektrisches Licht wurde damals eingebaut. Strom produziert der Naturwissenschaftliche Trakt heute selbst – per Photovoltaik-Alage auf dem Dach. So gesehen ist die Schule Altstadt jetzt wieder da, wo sie schon einmal war – auf technisch neuestem Stand.  

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