zur Navigation springen

Fockbek : 250 Jahre alte Bäume gefällt – Behörde ermittelt

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Grundstückseigentümer erstattete Anzeige gegen Bauherrn.

Die Untere Naturschutzbehörde (UNB) ermittelt derzeit in Fockbek. Dort wurden auf einem Privatgrundstück im Zuge von Bauarbeiten 18 Laubbäume offenbar ohne Genehmigung gefällt. Einige davon waren bis zu 250 Jahre alt und standen unter Naturschutz. Auch ein geschütztes Kleingewässer wurde beeinträchtigt.

Auf einem Grundstück an der Großen Reihe Ecke Stadttor sollen Mehrfamilienhäuser entstehen. Zwei große Kieshaufen kündigen den bevorstehenden Zuwachs auf der freigeräumten Fläche an. Der Bauherr durfte auf dem von seinem Nachbarn erworbenen Grundstück Bäume fällen lassen. Welche genau, sind in einem Bebauungsplan gekennzeichnet. Allerdings schoss der Bauherr wohl über das Ziel hinaus. Unerlaubt seien bis Ende Februar insgesamt 18 zum Teil jahrhundertealte heimische Laubbäume wie Kastanien, Erlen und Buchen sowie ein unter Schutz stehendes Kleingewässer entfernt, berichten Zeugen. Der Eigentümer der Grundstücks erstattete daraufhin eine Anzeige.

„Der Teich wurde mittels eines Rohrs entwässert und unter anderem der Uferbewuchs gefällt“, bestätigt der Sprecher der Kreisverwaltung, Martin Schmedtje, die Vorwürfe. Auch einige Linden, die an der Großen Reihe das Straßenbild prägten, sind verschwunden. Vor Ort und im direkten Vergleich mit dem Bebauungsplan dokumentierten Polizei und Umweltbehörde die Schäden. Der Grundstückseigentümer, selbst dem Umweltschutz verbunden, ist wütend: „All das passierte in meiner Abwesenheit. Ohne den Hinweis eines Freundes hätte ich davon lange nichts erfahren.“

Wer etwas bauen und dafür Bäume auf seinem Grundstück entfernen möchte, muss einen schriftlichen Antrag bei der UNB in Rendsburg stellen. Zu den Gründen schreibt der Kreis Folgendes auf seiner Internetseite: „Bäume produzieren lebensnotwendigen Sauerstoff, dienen der Klimaverbesserung, sind Filter von Staub und Schadstoffen und sorgen für Luftfeuchtigkeit und -bewegung. Sie bieten Lebensraum für die unterschiedlichsten Tiere, beleben und gliedern das Ortsbild und dämpfen dabei den Lärm.“

Für das Gebiet der Gemeinde Fockbek gibt es keine Baumschutzsatzung. Deshalb werden das allgemeine Bundes- und Landesnaturschutzgesetz angewendet. Innerhalb einer Ortschaft prägen Bäume ab einem gewissen Stammumfang das Bild von Stadt und Dorf. Besonders geschützt sind zudem Einzelbäume, die als Naturdenkmal gelten, weil sie besonders alt oder schön sind, sowie Bäume im Uferbereich. Eine Fällgenehmigung wird erteilt, wenn die Bäume die Sicherheit gefährden oder krank sind. Sonderregelungen können im Bebauungsplan festgehalten werden. Immer bedarf es eines Ausgleichs in Form von Neupflanzungen oder der Zahlung eines Betrags für Nachpflanzungen. Zu beachten sind die Schutzfristen. Sie orientieren sich an der Brut- und Aufzuchtzeit der meisten Tierarten und werden jedes Jahr von Anfang März bis Ende September angesetzt. Verstöße werden mit der üblichen Ausgleichspflicht sowie einem zusätzlichen Bußgeld geahndet.

zur Startseite

von
erstellt am 21.Apr.2017 | 12:10 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen