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Landeszeitung

08. Dezember 2016 | 15:28 Uhr

Rendsburg : 1400 Wohnungen wechseln Besitzer

vom
Aus der Redaktion der Landeszeitung

Chinesischer Staatsfonds kauft sich in den Immobilienmarkt ein.

Die Tür zum Rendsburger Regionalbüro der BGP-Hausverwaltung in der Bismarckstraße ist verriegelt. „Wegen Urlaub und Schulung geschlossen“, heißt es auf einem Aushang.

Die Ruhe täuscht. Denn hinter den Kulissen hat sich in den vergangenen Tagen ein Milliarden-Deal vollzogen, der auch viele BGP-Wohnungen in der Stadt betrifft. Der chinesische Staatsfonds CIC hat sich verschiedenen Medienberichten zufolge in großem Stil in den deutschen Wohnimmobilienmarkt eingekauft. CIC sei der größte Investor eines von US-Investmentbank Morgan Stanley aufgelegten Fonds, der 16  000 Wohnungen erworben habe, berichtet etwa die Nachrichtenagentur Reuters. Ein Teil der betroffenen Wohnungen liegt in Schleswig-Holstein, genauer gesagt in Kiel (1600) und in Rendsburg (1400). Die übrigen Objekte befinden sich in Berlin und Köln.

Weder CIC noch der bisherige Eigentümer der Wohnungen, die BGP Holdings mit Sitz in Australien, wollten die Medienberichte kommentieren. Laut Spiegel-Online hat das Portfolio einen Gesamtwert von fast 1,2 Milliarden Euro. BGP habe zunächst auch einen Börsengang für die Wohnungen geprüft, hieß es.

In Rendsburg tappt man unterdessen im Dunkeln. Um welche Wohngebäude es sich konkret handelt, weiß selbst Bürgermeister Pierre Gilgenast nicht. Vom Handel erfuhr er durch die Anfrage unserer Zeitung. Den bei vielen Immobiliengeschäften üblichen Verzicht auf ihr Vorkaufsrecht habe die Stadt Rendsburg bisher nicht erklärt, erklärte Gilgenast. Dieser Vorgang sei aber auch nicht in jedem Fall notwendig, fügte der Verwaltungschef hinzu.

Ein Wohnblock, der bisher von BGP verwaltet wurde, liegt in der Bismarckstraße 1 bis 9. Selbst Fachleute können nicht einschätzen, welche Folgen der Eigentümerwechsel für Rendsburg und die Mieter haben könnte. „Im Fondsgeschäft werden Werte gezahlt, die mit der Realität nichts zu tun haben“, sagte der am Stadtsee ansässige Immobilienmakler Asbjørn Bracht. Meist handele es sich dabei um „Schrottimmobilien“, und die handelnden Akteure wollten mit den Mitspielern auf lokaler Ebene nichts zu tun haben. Über den jetzt vollzogenen Handel wisse er nichts.

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erstellt am 25.Okt.2016 | 14:06 Uhr

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