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Kiel

23. Oktober 2014 | 09:54 Uhr

Kieler Honig: Mehr als nur ein süßer Genuss

vom

Studenten versuchen sich als Imker - mit Erfolg / Ziel ist eine Gemeinschaftsimkerei

kiel | Ungewöhnliche Hektik herrscht rund um den Bienenstock am Schrevenpark. Das Summen von vielen Tausend Bienen ist weithin zu hören. Nichts Ungewöhnliches, sagt der Kieler Geografie-Student Daniel Müller. "Es ist sehr schwül, wahrscheinlich treibt das die Bienen an." Gemeinsam mit seinen Studienkollegen Sebastian Starzynski (29) und Benjamin Ditel (30) versucht sich der 32-Jährige seit Ende April als Hobby-Imker, das Ungewöhnliche: Die Bienenstöcke stehen mitten in der Stadt.

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Vier Bienenvölker gehören den Studenten, insgesamt rund 160 000 Bienen, verteilt auf die Standorte am Schrevenpark und beim Geomar-Gebäude auf dem Westufer. Den ersten Honig haben sie bereits vor wenigen Wochen geerntet - ein Projekt mit erfolgreichen Aussichten. Beim erstmals vergebenen bundesweiten "YooWeeDoo"-Ideenwettbewerb sicherten sich die drei mit ihrem "Kieler Honig" den Publikumspreis über 1000 Euro, einen Sonderpreis in gleicher Höhe gab es vom Landwirtschaftsministerium - wichtiges Startkapital für das außergewöhnliche Hobby.

Der Gedanke der Stadtimkerei sei ihnen schon vor einem Jahr gekommen. Doch dafür mussten sich die Kieler erst einmal wichtiges Know-how aneignen. "Über einen Imkerverein machen wir derzeit einen Fortbildungskurs", sagt Ditel. Und so büffeln die Studenten neben Klima- und Stadtentwicklungsmodellen jetzt auch, wie Bienen vor Varroamilben geschützt werden können und wie Honig richtig geschleudert wird.

Die Geräte haben sie einem "Altimker" günstig abgekauft und so viel Geld gespart. "Rund 100 000 Euro kostet einen Berufsimker die komplette Ausrüstung", verrät Ditel. Neben den finanziellen Gründen gibt es oftmals zeitliche, die der Imkerei im Wege stehen. Auch deswegen ist der Aufbau einer Gemeinschaftsimkerei das Ziel. "Wir wollen zwar die Marke ,Kieler Honig etablieren, sind aber nicht auf Profit aus, sondern die Schaffung einer gemeinsamen Infrastruktur für Kieler Imker", erklärt Müller. So sei denkbar, dass manche Mitglieder Räume zur Verfügung stellen, andere das Material und wieder andere ihre Arbeitskraft.

Vorurteile über die Qualität des Stadthonigs entkräften die Studenten schnell: "Schadstoffe wie Feinstaub werden von der Biene herausgefiltert. Da gibt es eine Studie des Imkereivereins Altona, der eine Belastung widerlegt", sagt Müller. Außerdem kämen in der Stadt weder Pestizide noch Pflanzenschutzmittel zum Einsatz. Stadthonig zeichne dagegen durch eine große Vielfalt in seinen Nektarquellen aus. "Hier gibt es eine durchgängige Blüte. Nach dem Ahorn kommt der Flieder, dann die Linde", erklärt Starzynski.

Bei gutem Wetter verspricht ein Bienenvolk rund 50 Kilogramm Honig. Doch die drei wollen es ruhig angehen lassen. Müller: "Den jungen Städtern die Biene näher zu bringen, das ist unsere kleine Mission. Ich könnte mir gut Umweltbildung mit Kitas oder Schulen vorstellen."Kontakt per E-Mail an

stadtimkereikiel@googlemail.com

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erstellt am 30.Jun.2012 | 03:59 Uhr

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