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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 10:50 Uhr

Green Screen 2016 : Zuschauer haben die Qual der Wahl

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Wieder gab es drei tolle Naturfilme zu sehen: Bereits zum fünften Mal konnten die Wyker Kinobesucher über den sh:z-Publikumspreis abstimmen.

„Die Preisverleihung in Eckernförde ähnelt schon fast der des Oscars in Los Angeles, und einer der drei Filme, die heute in Wyk zu sehen waren, wird Mitte September auch dabei sein“. Ganz so ernst meinte es Michael van Bürk, als Pressesprecher zuständig für die Green-Screen-Öffentlichkeitsarbeit, nicht mit seinem Vergleich. Aber immerhin hat sich das fünftägige Internationale Naturfilmfestival in Eckernförde in den zehn Jahren seines Bestehens gewaltig gemausert. „Mit rund 30  000 Besuchern ist Green Screen das größte Naturfilmfestival in Europa“, kann van Bürk nicht ohne Stolz vermelden. Nicht ganz so alt wie das Festival ist der Publikumspreis, den der Schleswig-Holsteinische Zeitungsverlag (sh:z) gestiftet hat, aber immerhin besteht diese Kooperation bereits seit sechs Jahren und gestern konnten Föhrer und Urlauber zum fünften Mal an dieser Filmpräsentation im Wyker Filmtheater im Vorfeld des eigentlichen Festivals teilnehmen.

Thomas Dethlefsen, Inhaber des Kinos am Sandwall, hatte auch in diesem Jahr keine Sekunde gezögert, seine Räume für diese Vorführung zu öffnen. Ihm galt dann gestern Vormittag auch der besondere Dank von Peter Schulze, Redakteur des Insel-Boten, und Michael van Bürk, die die Besucher begrüßten. Das strahlende Wetter machte die Entscheidung auch nicht gerade leicht, ins Kino zu gehen, doch immerhin rund 60 Zuschauer waren erschienen, die dann auch auf ihre Kosten kamen.

Pressesprecher van Bürk informierte darüber, dass die drei, von einer Jury ausgewählten Naturfilme an 14 Orten in Schleswig-Holstein zu sehen sind und das Publikum jeweils aufgefordert wird, durch sein Votum den Siegerfilm zu bestimmen. „Die Entscheidung ist wie immer gar nicht leicht“, seufzte eine Besucherin, die sich als „Wiederholungsseherin“ outete, die noch keine Wyker Vorführung ausgelassen hat.

Gestartet wurde hoch im Norden mit den Schneeeulen, die durch die Harry-Potter-Filme zu besonderer Berühmtheit gelangt sind. Allerdings konnte van Bürk den Filmemachern einen Irrtum nachweisen. Hedwig, die Schneeeule, ist darin nämlich strahlend weiß zu sehen. In Wirklichkeit sind jedoch nur die männlichen Tiere weiß, während ihre Gefährtinnen auch braune Federn zeigen. Gestern wurde eindrucksvoll gezeigt, wie sich diese Vögel den unwirtlichen Bedingungen des Nordens anpassen, um überleben zu können.

Aus der Kälte und dem Schnee ging es weiter nach Südamerika an den Amazonas, wo die Mythen der Indianer um den rosa Flussdelfin thematisiert wurden, an dessen magische Kraft die Schamanen fest glauben. Während die Indianer im Einklang mit ihrer Umgebung leben, wird ihr Lebensraum, der Regenwald immer mehr bedroht und damit auch der rosa Delfin.

„Der Strauß – zum Laufen geboren“ war der dritte Film überschrieben, der die Zuschauer in Namibias Wüsten im Süden Afrikas entführte. In diesen extrem trockenen Gebieten können die kleinen Strauße nur überleben, wenn sie kurz vor der Regenzeit geschlüpft sind. Letztlich geht der Straußenhahn eine Wette mit der Natur ein, zu welchem Zeitpunkt er beginnt, um die Hennen zu balzen. Dabei ist der Strauß, wie im Film gezeigt wurde, nicht immer Gewinner dieser Wette – um das Leben.

Nach jedem einzelnen Film bot Michael van Bürk die Gelegenheit zur Diskussion. Dabei zeigte sich, dass nicht nur ältere, sondern auch viele junge Zuschauert sich besonders dafür interessierten, wie einzelne Aufnahmen zustande gekommen sind. Besonders Aufnahmen vom Flug der Schneeeule durch Schneegestöber und Sturm wurden hinterfragt.

Schließlich wurden die Stimmkarten eingesammelt, die nun zusammen mit den Ergebnissen aus den anderen Städten ausgewertet zu werden. Doch das dauert noch: Der Siegerfilm wird aber erst am 17. September bekanntgegeben, wenn sich Eckernförde in ein kleines Los Angeles verwandelt.

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erstellt am 27.Aug.2016 | 13:30 Uhr

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