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Insel-Bote

02. Dezember 2016 | 23:16 Uhr

Von Föhr in die Welt : Wie in einer Waschmaschine

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

In Zusammenarbeit mit BASF: Der Wrixumer Tüftler Heiko Kohn erfindet einen Mischer für Straßenbau-Materialien.

Der Planierhobel war seine bisher größte Erfindung: In ganz Deutschland und den Nachbarstaaten wird das Gerät mittlerweile zum Wegebau genutzt. Jetzt hat Heiko Kohn aus Wrixum einen neuen Wurf gemacht, der den Bau von Straßen und Plätzen revolutionieren könnte.

Das Gerät nennt sich HK-Mixer und funktioniert nach einem denkbar einfachen Prinzip: Wie in einer Waschmaschine dreht sich eine Trommel, in der dann verschiedene Materialien miteinander vermischt werden, vor allem Steine und Kleber. Zusammen entsteht dann ein neuer Stoff, mit dem in Zukunft einmal Straßen gebaut werden sollen und bereits jetzt Hofeinfahrten und Parkplätze gepflastert werden. Elastopave heißt das Gemisch. Seit zehn Jahren arbeitet der Chemie-Riese BASF an dem Produkt und auch an Elastocoast, das im Deichbau und Küstenschutz eingesetzt wird. Das Besondere an beiden Stoffen ist seine Wasserdurchlässigkeit. „Das Wasser versickert in Windeseile und die Fläche wird nicht versiegelt. Man muss also keine Gebühr für das Oberflächenwasser mehr zahlen“, erklärt Peter Huntemann von BASF.

Das bisher einzige Problem war, eine passende Maschine zu finden, in der der Kleber nicht an der Wand haftet und die Steine nicht zerstört werden. „Zu Heiko Kohns Mischer gibt es bisher keine wirkliche Alternative“, so Huntemann. Der Föhrer Tüftler wurde vor etwa zwei Jahren gefragt, ob er nicht eine Idee hätte. Aus der Idee entwickelte sich dann der HK-Mixer. „Besondere Herausforderung war, ein perfektes Mischbild für Elastopave zu erreichen, das heißt den Kleber gut und gleichmäßig zu verteilen. Dazu durften sich keine Partikel der Innenverkleidung lösen und so in das Gemisch gelangen“, beschreibt Heiko Kohn die Entwicklung des Gerätes.

Der gelernte Maschinenbauer war ursprüngliche für die Gemeinde Wrixum tätig, bevor er dann mit dem Planierhobel vor sechs Jahren seinen ersten großen Erfolg als Tüftler und Entwickler feierte. In die Zusammenarbeit mit dem Chemie-Konzern aus Ludwigshafen sei er „komisch reingerutscht“. „Wir haben uns in Hamburg getroffen und Sympathien entwickelt. Daraus entstand dann die Kooperation“, so Huntemann von BASF.

Der HK-Mixer ist jetzt, nach zwei Jahren, einsatzfertig. Bisher existiert nur ein Prototyp, die patentierte Maschine soll aber in naher Zukunft in höherer Stückzahl und nach Möglichkeit auch in verschiedenen Größen gefertigt werden.

Wie einsatzfähig die Maschine ist, wurde nun auf Föhr getestet. Auf einer Versuchsfläche an der Lüttmarschhalle wurden Steinchen und Kleber gemischt und danach verlegt. Die Beteiligten waren restlos zufrieden. Diese Gelegenheit, mit Elastopave zu arbeiten, wurde dann auch gleich genutzt, um Mitarbeiter von Grünbau im Umgang mit dem Material zu schulen, um in Zukunft solche Arbeiten selbstständig erledigen zu können.

Auf Föhr ist der Grundstein für den möglichen Straßenbelag von morgen also gelegt, das Knowhow ist vorhanden. Und falls sich das Gemisch international durchsetzen sollte, steht dem Erfolg des HK-Mixers von Heiko Kohn nichts mehr im Wege.

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