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Insel-Bote

10. Dezember 2016 | 02:14 Uhr

In Nebel : Wenn der Kur- zum Kunstpark wird

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kleines, feines Handwerk wird in sommerlicher Atmosphäre angeboten. Und „Querbeet“ macht die Musik dazu.

Wolfgang Stöck und Rüdiger Sokollek vom Amrumer Folkduo „Querbeet“ hatten die kleinsten unter den Kunst-im-Kurpark-Besuchern derart an ihren Lippen hängen, dass sie ihnen – rattenfängermäßig – bestimmt auch bis weit ins Watt gefolgt wären. Doch gottseidank blieben Musiker und Fans mitten im schönen Kunstbetrieb auf der Wiese in Nebels Kurpark, während die Eltern in Ruhe an den zahlreichen Ständen flanieren konnten.

Alles kleines, feines Handwerk, seit Jahren engagiert zusammengesucht von Birgitt Sokollek, der Gründerin dieses Events. „Mit einigen Ausstellern bin ich schon vor über zwanzig Jahren gemeinsam auf Märkten unterwegs gewesen“, sagt Sokollek. Als die Künstlerin (Aquarell und Ton) vor zig Jahren von Hamburg nach Amrum übersiedelte, setzt sie diese schöne Marktidee auch gleich auf der Insel um. „Kunst im Kurpark ist mein Baby“, sagt sie und strahlt. Die treuesten Wegbegleiter waren auch dieses Mal am Start: Udo Hesse (Holzkunst) und seine Frau Margrit Ewert (Malerei) aus Sterup, Ulrike Klerner (Schmuckatelier) aus Lüneburg und Stefan Urbach (Lederfeinkost) aus Hamburg, dessen Eltern schon seit Urzeiten Freunde von Birgitt Sokollek sind.

Den Kreis der Künstler erweitert sie nur behutsam, alles soll handwerklich echt und besonders sein. So wie bei Lana Roth mit ihren gefilzten Bildern. Die Frau aus Jameln im Wendland war vor 17 Jahren das letzte Mal auf Amrum und kam jetzt mit ihrer Kunst wieder, darunter täuschend echt aussehende Steine, wie man sie an der Wattseite überall finden kann. „Meine sind aber aus Filz“, sagt Roth. Mit dabei auch Madeleine Erfurth, die Tante von Kinka Tadsen, Kunstladenchefin auf Lanzarote, die neben Kleidern, Kissen und Muscheln auch noch die schönen Postkartenmotive ihrer Nichte anbot, die zeitgleich in Flensburg Nachwuchs bekam.

Man klönte und trank Kaffee und Brause. Die Amrum-Touristik, seit diesem Jahr offizieller Veranstalter des Festes, hatte einen Erfrischungsstand aufgebaut. Birgitt Sokollek, natürlich weiterhin als künstlerische und organisatorische Leitung agierend, hatte – wie immer – „ihre“ Künstler mit selbst gebackenem Kuchen, Landjägern und Kaffee versorgt. Unter ihnen auch Cordula Rudolph, die mit ihrer Keramik aus dem eigenen Garten in Norddorf übergesiedelt war nach Nebel, ebenso wie Kai Quedens mit seinen Bildern.

Die Sonne brach durch das üppige Grün der Bäume, der Brunnen plätscherte und überall wurden Gespräche geführt. Über die bunten Blumenkränze und Wollsocken der beiden Amrumerinnen Rita Zemke und Gerta Thomas, die wunderschönen Watercolour-Landschaftsbilder der Engländerin Juliet Anne Geist aus Flensburg, die auf Langeneß und jetzt gerade auf Amrum Aquarellkurse gibt, über die süßen Amrum-Armbänder der Reinbekerin Gesine Schleising, die sich mit der Kunst von ihrem stressigen Job als Familientherapeutin erholt, über die bonbonbunten Röcke und Blusen von Gesa Handt und die kleinen Anstecker und Treibholzbilder von Kati Baumgarten, Kunstpädagogin aus Hamburg, die sogar eine Pressmaschine für ihre handcolorierten Buttons mitbrachte. „Hier ist es immer so nett und nicht so kommerziell“, sagt sie. „Eine schöne Atmosphäre.“

Wozu natürlich die Musiker unglaublich beitrugen. Die Bänke vor den beiden Querbeetlern waren immer voll, die Hände der Fans immer in Bewegung, die Kleinen freuten sich über jeden Scherz von Rüdiger Sokollek und Wolfgang Stöck – und die Großen genossen die Begeisterung.

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