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Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 09:27 Uhr

Watt und Salzwiesen : Was piept denn da?

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Im Vogelparadies Amrum ist im Frühjahr besonders viel los. Manche Tiere ziehen ihre Jungen auf, andere rasten auf dem weiten Weg in ihre arktischen Brutgebiete.

„Gans“ schön viel Nachwuchs haben bereits die Graugänse auf der Insel. Während bei einigen Vogelarten die Brutsaison gerade beginnt, ist sie bei Anser anser, so der wissenschaftliche Name der Tiere, schon in vollem Gange. In der Norddorfer Marsch, in den Wittdüner Dünen und an anderen Stellen Amrums können bereits jetzt viele Grauganspaare mit ihren Jungen, den Gösseln, beobachtet werden. Nachdem die Scharen von Ringel- und Nonnen- beziehungsweise Weißwangengänsen bereits zu einem großen Teil in ihre viel weiter nördlich gelegenen Brutgebiete abgeflogen sind, erkunden nun die jungen Graugänse die Welt. Dies kann dazu führen, dass die Alttiere mit ihren Jungen mitten in Norddorf oder Wittdün anzutreffen sind. Auch kann es gelegentlich zu kurzen Verkehrsstockungen auf den Amrumer Straßen kommen, wenn die Familien im Gänsemarsch die Straßen überqueren. Autofahrer sollten in dieser Zeit Vor- und Rücksicht nehmen.

Die Graugänse, die Vorfahren der Hausgänse, haben gelegentlich sehr zahlreichen Nachwuchs. Es können Paare mit mehr als zehn Jungtieren beobachtet werden. Die Elterntiere passen gut auf ihre Jungen auf, um sie gegen Krähen und Möwen zu verteidigen. Dennoch kommt es manchmal dazu, dass ein Küken von diesen Räubern verschleppt und gefressen wird.

Viele andere Vogelarten beginnen derzeit mit ihrem Brutgeschäft oder sind noch in der Balz. In der Norddorfer Marsch können zahlreiche Kiebitze bei ihren fast schon artistischen Flugeinlagen beobachtet werden. Mit ihren breiten Flügeln führen sie spektakuläre Balzflüge aus, um das andere Geschlecht zu beeindrucken oder Konkurrenten zu vertreiben.

Die Rotschenkel mit ihren charakteristischen roten Beinen lassen es hingegen etwas ruhiger angehen. Aber auch sie versuchen mit ihrem Gesang einen Partner zu gewinnen. Vor allem in den Salzwiesen am Watt zwischen Norddorf und Nebel kann man ihr jodelartiges „tjüttjüttjüt“ hören.

Auch einige Zugvogelarten sind noch auf Amrum anzutreffen. Neben den Ringel- und Nonnengänsen gehören dazu Watvögel wie Alpenstrandläufer, Knutts oder die Brachvögel mit ihren langen gebogenen Schnäbeln. Aber auch Goldregenpfeifer, die nach ihrem goldigen Gefieder benannt wurden, sind noch auf Amrum anzutreffen. Sie rasten in großen Schwärmen auf den Wiesen und am Watt. Aber auch sie werden demnächst in ihre Brutgebiete im hohen Norden Europas abfliegen.

Viel über die Amrumer Vogelwelt kann man bei den Führungen der Naturschutzvereine Öömrang Ferian, Jordsand und Schutzstation Wattenmeer erfahren, die regelmäßig angeboten werden. Speziell den Gänsen widmet sich die Führung „Nils Holgersson auf der Spur“, die der Öömrang Ferian wöchentlich in Norddorf veranstaltet.


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