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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 12:38 Uhr

Wenig Neues beim Tourismus-Zweckverband : Von Zukunfts-Visionen weit entfernt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schwerpunkt-Themen sollen künftig Endlos-Debatten über rücksichtslose Radfahrer und die Hinterlassenschaft von Hunden verhindern.

Wenig Neues zu alten Themen war das Ergebnis der jüngsten Sitzung des Föhrer Tourismus-Zweckverbandes. Ausgangspunkt waren vier Anträge der Projektgruppe, die deren Sprecher Peter-Boy Weber vortrug und die das Gremium zwangen, sich einmal mehr mit rücksichtslosen Radfahrern, Hinterlassenschaften von Hunden, der Sinnhaftigkeit von Kontrollen in Sachen Kurkarten-Disziplin und der vermeintlichen „Sperrstunde“ zu beschäftigen. Immerhin: Hier räumte Ordnungsamtsleiter Jörg Michelsen mit einem weit verbreiteten Irrtum auf. Demnach sind von der 22-Uhr-Grenze lediglich Musikveranstaltungen im Freien betroffen. Der Umkehrschluss: In den Außenbereichen der Gaststätten könne bei gedämpften Gesprächen sehr viel länger gesessen werden.

Auf wenig Gegenliebe stieß auch der Versuch, die Strukturdebatte neu zu entfachen. Die Effektivität der Trennung von FTG und Wyker Tourismus GmbH (WTG) unter dem Aspekt „Veranstaltungen“ zu überprüfen, hatte die Projektgruppe angeregt. Stein des Anstoßes: Es gibt keinen Koordinierungsleiter für inselweite Veranstaltungen. Man habe Jahre und viel Geld gebraucht, um über die Strukturen nachzudenken, betonte Oldsums Bürgermeister Hark Riewerts. Wenig ratsam sei es, das Fass FTG/WTG wieder aufmachen. „Wir sollten uns in diesem Kreis um den Tourismus kümmern, das ist in den letzten Jahren zu kurz gekommen.“ Nach dem Willen des Gremiums soll FTG-Geschäftsführer Jochen Gemeinhardt vorerst die Rolle des inselweiten Ansprechpartners übernehmen.

Zweieinhalb Stunden, die weitestgehend einem Déjà-vu glichen und zu Unmut bei den Mitgliedern führten. An den früheren Kurausschuss der Stadt, in dem – wenig effektiv – in Endlos-Diskussionen stets der Weg das Ziel gewesen war, fühlte sich Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen (CDU) erinnnert, der monierte: „Das Gremium ist installiert worden, um zukunftsweisende, innovative Themen zu diskutieren, davon sind wir weit entfernt.“ Dass, anstatt ständig alte Diskussionen neu anzustoßen, auch Beschlüsse gefasst werden müssen, befand auch Peter Schaper (SPD). Der Fraktionsvorsitzende plädierte dafür, eine Leitlinie zu schaffen, die künftig als roter Faden dienen soll.

Die Problematik sieht auch Verbandsvorsteher Till Müller (Grüne). Allerdings sei man auch Kontrollorgan der FTG und müsse sich neben dem visionären auch dem Alltagsgeschäft widmen. Und dass der Zweckverband in den vergangenen Sitzungen untätig gewesen sei, wollte Müller so nicht stehen lassen. „Es gab viele aktuelle Fragen, die abgearbeitet werden mussten.“ Nun sei der Zeitpunkt gekommen, sich den großen Themen zu widmen.

Nachdem der Zweckverband einstimmig eine bisher fehlende Geschäftsordnung verabschiedet hatte, wurde es doch noch ein wenig visionär. Das Gremium einigte sich darauf, künftig Schwerpunkte zu setzen und sich auf jeweils ein Thema zu fokussieren. Beginnen wollen die Mitglieder mit der geplanten Ansiedlung von Hotelbetrieben: Wieviel werden gebraucht und wieviel kann die Insel vertragen. Verwaltung und FTG werden bis dahin Statistiken bemühen und die aktuelle Anzahl der Hotels, Pensionen und Ferienwohnungen auf der Insel ermitteln.

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erstellt am 22.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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