zur Navigation springen

Insel-Bote

10. Dezember 2016 | 07:57 Uhr

In Nebel und Utersum : Von Erd- und richtigen Äpfeln

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Flenerk Jongen im Herbst: Beim Kartoffelfeuer und dem Besuch der Obstpresse auf Föhr befassten die Amrumer Kindergartenkinder sich mit Erntethemen.

Früher verbrannten die Leute das vertrocknete Kartoffelkraut auf den Äckern, um Krankheiten vorzubeugen und die Folgesaat möglichst schnell in den Boden zu bringen. An diesen einstigen Brauch knüpfte der Amrumer Kindergarten auch in diesem Jahr wieder an. Dort gab es erneut ein Kartoffelfeuer.

Nun ist das Außengelände der Flenerk Jongen ja kein Kartoffelacker und die Kinder klauben längst nicht mehr die übrig gebliebenen Erdäpfel aus, sondern garen zeitsparend ihre zuhause vorgekochten Kartoffeln in der Glut. Und so duftete es an diesem Herbsttag schon von weitem herrlich nach Holzkohlefeuern, die in vielen kleinen Brenntonnen auf dem Gelände loderten. Drumherum lauter kleine Grüppchen, Kinder und Eltern, die zusammen Stockbrot buken, aßen und erzählten oder spielten.

Das Kartoffelfeuer war nicht die einzige Herbstaktivität der Amrumer Kitas. Alle Vorschulkinder der Flenerk- und der Bütjen Jongen machten sich mit ihren gesammelten Äpfeln erstmalig auf den Weg zur mobilen Saftpresse nach Utersum. Eltern und Kinder hatten kräftig gesammelt und so konnten am Ende 100 Liter Apfelsaft wieder mit in den Kindergarten gebracht werden. Doch bevor es soweit war, mussten noch ein paar Abenteuer überstanden werden – eine stürmische Überfahrt zur Nachbarinsel, dort die Tour mit dem Bus nach Utersum und schließlich der spannende Saft-Produktionsprozess. Die Kinder „fütterten“ selbst das Fließband und beobachteten gespannt, was mit den Früchten passierte: von der Waschung über die Zerkleinerung, Pressung und Erhitzung auf 80 Grad, bis zur Verpackung in Tetra-Packs, in denen der Saft ein Jahr – und angebrochen sogar noch drei Monate haltbar ist.

Dann galt es, im Utersumer Feuerwehrgerätehaus erst einmal einen Regenschauer glücklich zu überstehen und sich nach getaner Arbeit mit Kartoffelsalat, Würstchen und leckerem Brot zu stärken und anschließend selbstverständlich noch den Spielplatz zu erobern, bevor es zurück zur Fähre nach Wyk ging. Auf dem Schiff gab es zum Aufwärmen für alle noch einen Becher Kakao, bevor man glücklich und müde den Heimathafen erreichte.

Schon im nächsten Frühjahr geht es wieder nach Föhr, sagte die Kindergartenleitung, dann ins Alkersumer Museum Kunst der Westküste. Ja, und so ganz nebenbei hat Lothar Herberger mit dem Besitzer der mobilen Saftpresse vereinbart, nächstes Jahr für einen Tag auch einen Abstecher nach Amrum zu machen. Dann können alle großen und kleinen Amrumer ihr selbst geerntetes Obst am Inselkindergarten in Nebel pressen lassen.


zur Startseite

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen