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Insel-Bote

03. Dezember 2016 | 12:34 Uhr

Wyker Stadtlauf : Vom Rückenwind ins Ziel gepustet

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

563 Teilnehmer machten sich auf die Strecke. Die Wetterbedingungen waren in diesem Jahr optimal.

Der Start ist immer ein Gewusel. Man muss die Ellenbogen ausfahren, um nicht von den anderen eingeengt und damit abgebremst zu werden. Aber man darf auch nicht nur auf Tempo gehen und bereits Kraft verbrauchen, die man später noch benötigt. Doch hat man die ersten Meter nach dem Startschuss zum 18. Wyker Stadtlauf erst einmal gut überstanden, geht es entspannt weiter.

Nachdem auf dem Sandwall viele hundert Menschen einen angefeuert haben und sich die erste Anspannung vor dem Start positiv entladen hat, kommt man in seinen Tritt. Die Schritte und die Atmung werden gleichmäßiger, es fühlt sich einfach gut an, auf Kilometer zwei und drei. Danach beginnt für die Starter auf der Fünf-Kilometer-Strecke bereits die Tempoverschärfung. Am Grünstreifen und in der Strandstraße hat man noch den Windschatten seines Vordermannes gesucht, aber jetzt auf der Promenade gibt es kein Halten mehr. Mit Rückenwind geht es unaufhaltsam Richtung Ziel. Nach der letzten kleinen Anhöhe vor dem Schwimmbad nimmt man richtig Fahrt auf, um zumindest im Ziel noch einmal alles zu geben.

Die Zehn-Kilometer-Läufer laufen dagegen ihren Schuh runter. Kein Taktieren, keine unnötigen Tempoverschärfungen, außer vielleicht an der Spitze. Auf der zweiten Runde werden die Füße langsam schwerer, ab Kilometer sieben merkt man die Beine schon deutlich. War der Gegenwind, der eben noch eine willkommene Erfrischung war, auf der ersten Runde auch schon so stark? Egal, gleich, auf der Promenade, wird es entspannter. Der Rückenwind ist des Läufers bester Freund.

Nachdem im letzten Jahr die gelben Steine das Sonnenlicht und die Wärme unangenehm reflektiert haben, ist der Abschnitt am Strand dieses Jahr richtig gut zu laufen. Ab dem Leuchtturm hat man das Ziel vor Augen. Entweder verschärft man hier noch einmal das Tempo, um die Zeit vielleicht doch noch unter seine Bestmarke zu drücken, oder man genießt die letzten Meter bis zum Ziel. Und wenn man dann schon die Stimme des Moderators hört und die Mädchen in Trachten einem die Medaille um den Hals legen, weiß man: Es ist geschafft! Zwei Runden auf einer der schönster Laufstrecken der Welt hinterlassen zwar kräftemäßig durchaus einige Spuren, aber man ist froh, auch dieses Mal wieder am Wyker Stadtlauf teilgenommen zu haben.

Damit war man einer von 563 Läufern, die sich gestern auf den Weg gemacht hatten. Für Organisator Volker Stoffel vom Wyker Turner-Bund die perfekte Teilnehmerzahl: „Alles, was zwischen 500 und 600 ist, ist optimal, das lässt sich noch gut händeln.“

Unter den Läufern, die heil das Ziel erreichten, war auch Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt. Wie im vergangene Jahr lief er wieder die fünf Kilometer und war mit seinem Ergebnis zufrieden: „Es hat Spaß gemacht. Es ist ein tolles Event und schön, dabei gewesen zu sein.“ Den Sieg über fünf Kilometer holte sich Philipp Stuckhardt mit 16:46 Minuten vor Ruben Lüker und Krystian Kozlowski. Bei den Frauen gewann Lea Weike vor ihrer Zwillingsschwester Nele. Beide brauchten für die Strecke etwa 20:32 Minuten. Dritte wurde Sonja Ohme.

Den Hauptlauf dominierte Jakob Klein, der mit 15:18 Minuten das Ziel erreichte. Nils Behrndt und Jens Gaedtke belegten die Plätze zwei und drei. Bei den Frauen verwies Julia Gröhling mit 43:22 Minuten ihre Konkurrentinnen Nina Sommer und Jutta Kohlmauer auf die Plätze.

Dies sind Zeiten, mit denen man rechnen konnte. „So in etwa lagen wir die letzten Jahre auch“, erinnerte Volker Stoffel. Der Organisator sucht derzeit fleißig einen Nachfolger für seine Position: „Die Organisation des Stadtlaufes nimmt doch viel Zeit in Anspruch, und das mitten in der Hauptsaison.“ Sein Erbe sollte bestenfalls Spaß am Organisieren und natürlich am Sport haben. Unter dem Dach des WTB soll der Lauf aber auch in den kommenden Jahren stattfinden. Außerdem kann sich ein zukünftiger Organisator der Unterstützung von Stoffel und seinem Team gewiss sein und auf eine große Helferschar verlassen. „Wie immer wäre so ein Event ohne sie nicht möglich“, so Stoffel dankbar.

Aber in diesem Jahr war es für die freiwilligen Absicherer ein eher ruhiger Vormittag. „Wir hatten nur einen Läufer, der eingesammelt werden musste, ansonsten war es ziemlich ruhig“, so Brar Nissen von der DLRG, die sich im Ziel um die ausgelaugten Läufer kümmerte. Die meisten Teilnehmer dürften auch erst heute Morgen spüren, was sie da gestern Mittag eigentlich vollbracht haben. Muskelkater ist dann auf einmal ein doch recht verbreitetes Phänomen.

Am Ende siegt aber die Zufriedenheit mit dem Lauf. Und deshalb wird wohl kaum einer zögern, sich auch für das nächste Jahr gleich wieder anzumelden. Denn beim Laufen den Blick auf das Meer zu genießen, das hat man nicht so häufig.

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