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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 12:38 Uhr

In Wittdün : Vier Jahre, vier Lehrgänge

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ivo Dwornik investiert viel Zeit in die Feuerwehr. Seit 2012 ist er dabei.

„Die freiwillige Feuerwehr funktioniert nur, wenn fortlaufend neue Mitglieder gewonnen werden können.“ Davon ist Ivo Dwornik überzeugt, der selbst in der Wittdüner Wehr aktiv ist. „Wir können gar nicht früh genug damit anfangen, unseren Nachwuchs für die Feuerwehr zu begeistern“, wünscht er sich, dass auch auf Amrum Kinder bereits mit sechs Jahren in die Jugendfeuerwehr eintreten können. Mit seinem fast fünfjährigen Sohn hat er das beste Beispiel zu Hause. Feuerwehr ist für den kleinen Fiete das Größte und seine Augen leuchten, wenn er mit seinem Vater zum Feuerwehrgerätehaus geht. Vollausstattung, auch ein echter ausgemusterter Einsatzhelm gehört dazu, natürlich inklusive.

Geboren wurde der Familienvater 1985 in Suhl in Thüringen. Im Jahr 2008 heiratete er seine Frau Stefanie, die ein Jahr später als Physiotherapeutin eine Stelle im damaligen Thalassozentrum der Amrum-Touristik in Wittdün bekam. Als wenn der Arbeitsmarkt auf Amrum nur auf den Maurermeister gewartet hätte, fand auch er gleich Arbeit und bereits 2010 hat das Paar sich auf der Insel ein eigenes Haus bauen können – Familie Dwornik ist also längst fest auf Amrum etabliert.

„Durch die Arbeit und den Fußball fand ich gleich Anschluss und freundete mich natürlich auch mit Feuerwehrmännern an“, berichtet Ivo Dwornik. Die machten gleich Reklame für die Feuerwehr. „Das Eigenheim war einer der guten Gründe, aber auch die Notwendigkeit auf einer Insel in der Not gut aufgestellt zu sein und zu einem starken Team zu gehören spielten eine Rolle“, beschreibt er, warum diese Anwerbeversuche auf fruchtbaren Boden fielen.

Tief sitzt die Erinnerung an die große Suchaktion im Jahr seines Beitritts 2012, als ein kleiner Urlauberjunge tagelang verschwunden war und schließlich – in einem beim Spielen selbst gegrabenen Loch vom Sand verschüttet – tot am Wittdüner Strand aufgefunden wurde.

Was der Feuerwehr-Anwärter schnell erkannte, war die Tatsache, dass die 160 Stunden Truppmannausbildung nicht mal so an ein bis zwei Wochenenden zu schaffen sind. „Hier würde ich ganz klar für Transparenz plädieren. Es nützt nichts, wenn man den Zeitbedarf für die Ausbildung verharmlost und die Neuzugänge dann aus allen Wolken fallen“, stellt Dwornik klar. „Wer bei der Feuerwehr mitwirken möchte, der braucht eine ordentliche Ausbildung, um sicher helfen zu können und vor allem gesund wieder nach Hause zu kommen. Daher sollte es kein Hinderungsgrund sein, sich umassend ausbilden zu lassen“.

Mit entsprechenden Fachlehrgängen, wie Sprechfunker, Maschinist und Atemschutzgeräteträger und der Truppführerausbildung baute er seine Qualifikation aus. Die Gruppenführerausbildung und der Erwerb des Führerscheins zum Führen des Einsatzfahrzeuges sind die nächsten Ziele. Ob es dann weiter geht mit den entsprechenden Lehrgängen, um die Nachfolge des derzeitigen Gemeindewehrführers Dietmar Hansen anzutreten, macht der 30-Jährige vom Gruppenführerlehrgang abhängig. „Vielleicht ist es gar nicht mein Ding, die Mannschaft zu befehligen. Warten wir es ab“.

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