zur Navigation springen

Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 21:44 Uhr

Glückliche Rettung in Wyk : Verschollen im Kaninchenbau

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Dackel Faby folgt seinem Jagdtrieb und bleibt in der Tiefe stecken. Aufwendige Rettungsaktion der Feuerwehr ist schließlich erfolgreich.

So etwas nennt man dann wohl Rettung in letzter Sekunde: Fast zweieinhalb Stunden war Faby, der fünfeinhalb Jahre alte Hund von Petra Krauledat, in einem Kaninchenbau verschwunden, bis die Feuerwehr ihn endlich aus seiner misslichen Lage befreien konnte. „Ich dachte, wir bekommen ihn da nicht mehr lebend raus“, gestand das Frauchen, als sie den Helfern der Feuerwehr Wyk nun persönlich für den rettenden Einsatz dankte.

Bereits von Welpenbeinen an mache ihr Hund sich auf die Jagd nach Kaninchen. „Er ist ein Jagdhund und so klein, dass er in die Kaninchengänge hineinpasst“, berichtet die glückliche Hundehalterin. Bereits zwei, drei Mal habe er sich selbstständig gemacht, einmal sogar für mehrere Stunden.

So lange war ihr Faby aber noch nie verschwunden: Nach einem Spaziergang vor gut zwei Wochen habe er ein Kaninchen gewittert und sich von der Leine losgerissen. „Zum Glück haben die Fußballer vom Helu-Heim gesehen, wo er in den Bau abgetaucht ist.“ Mit Pfeifen und Leckereien habe man ihn nicht anlocken können und zum Schaufeln sei der Boden zu fest gewesen, erklärt Krauledat die ersten Rettungsversuche. Und so habe man die Feuerwehr um Hilfe gebeten. „Die sind angekommen wie im Film. Man hatte tatsächlich das Gefühl, dass jetzt die Rettung naht.“

Für Ingo Agatter war es ein Einsatz der besonderen Art: „So etwas ist nicht alltäglich. Zum Glück.“ Aber auch er und seine Kollegen konnten zunächst nicht viel ausrichten. „Der Hund saß zu tief, wir mussten ein größeres Loch graben.“ Und so wurde schließlich über einen Kameraden ein Minibagger organisiert, der dann vorsichtig ein Loch aushob.

Die Bemühungen blieben zunächst erfolglos. Bis auf ein kurzes Fiepen sei nichts mehr zu hören gewesen, so Krauledat. Der Bagger wollte gerade den Standort wechseln, da bekam ein Feuerwehrmann den Hund am Geschirr zu fassen. Beim Anblick des versandeten, aber lebendigen Tieres hatte nicht nur sein Frauchen feuchte Augen, „auch die Helfer waren glücklich, dass wir ihn da rausbekommen haben“. Gerechnet habe mit der Rettung niemand mehr.

Zum Leidwesens seines Frauchens hat Faby aus dem Malheur wenig gelernt. „Er war ein paar Tage wie paralysiert, aber jetzt will er schon wieder den Kaninchen nach.“ So bleibt zu hoffen, dass dies der vorerst letzte Einsatz dieser Art für die freiwilligen Helfer der Feuerwehr war. Denn ob sich das „Wunder von Föhr“, wie Petra Krauledat die Rettung nannte, erfolgreich wiederholen lässt, ist nicht sicher.

zur Startseite

von
erstellt am 18.Jun.2016 | 13:30 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Themen zu diesem Artikel:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen