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Insel-Bote

07. Dezember 2016 | 23:17 Uhr

Nordfriesische INseln : Utersumer Meeresspiegel

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kunst-Happening am Strand: Insulaner verbinden Föhr, Amrum und Sylt mit Lichtreflexen.

„Was soll das Ganze?“ Etwas ratlos stand eine Spaziergängerin am Deich beim Utersumer Hauptbadestrand angesichts mit Spiegeln bewaffneter Menschen. Der Hinweis, dass es sich um ein lustiges Kunst-Happening handle, wird sie vielleicht auch nicht ganz befriedigt haben. Die Spieglerinnen und Spiegler dagegen waren mit ihrer Aktion zum Sonnenuntergang mehr als zufrieden.

Gefolgt waren sie einem Aufruf des Föhrer Künstlers Andreas Petzold, alias PAN, der einen Licht-Triathlon zwischen Föhr, Amrum und Sylt initiieren wollte. PAN, der in diesem Sommer unter anderem bei der Föhrer Kinder-Uni intensiv im Watt mit den Möglichkeiten der Spiegelung experimentiert hat, war dabei die Idee gekommen, die Kommunikation zwischen den drei Inseln auf „Licht-Füße“ zu stellen. Über die verschiedensten Medien verbreitete er seine Idee über die nordfriesischen Inseln und rief die Leser dazu auf, Spiegel jeder Art zu ergreifen, um zwischen Utersum auf Föhr, Hörnum auf Sylt und Norddorf auf Amrum Lichtbrücken herzustellen.

Eine entscheidende, aber nicht beeinflussbare Teilnehmerin an diesem Vorhaben war die Sonne, und als die verlässlich schien, rief PAN zum Test auf, wobei er nicht absehen konnte, ob und wie viele Akteure kommen würden. Zumindest in Utersum wurde er nicht enttäuscht. Rund 30 Menschen, die alle Alternativen zwischen Kosmetikutensil und bespiegelter Schranktür mitgebracht hatten, versammelten sich am Deich. Die Aktion stieß auch bei Spaziergängern auf amüsierte Reaktionen, die die Bemühungen der Akteure verfolgten, die Spiegel in Richtung der Nachbarinseln auszurichten. Bei dieser Gelegenheit wurde bei einigen auch fast verschüttetes Wissen wieder ausgegraben: „Einfallswinkel ist gleich Ausfallswinkel“. Bis dahin völlig Unbekannte kamen miteinander ins Gespräch, und diskutierten die Wahrscheinlichkeit, ob mit einem kleinen Spiegel die Entfernung nach Hörnum oder Norddorf optisch zu überqueren sei.

Auch Andreas Petzold hatte sich im Vorfeld darüber informiert, ob die Größe des Spiegels ausschlaggebend sei. Doch der von ihm angesprochene Glaser winkte ab, so PAN, weil eine größere Reflektionsfläche bei Wind kaum zu halten sei. Da es bei dieser Aktion nicht um einen Rekord ging, hatte der Künstler diese Überlegungen vorerst zu den Akten gelegt.

Nicht nur die von großer Heiterkeit begleiteten Bemühungen, Amrum und Sylt zu erleuchten, waren zu beobachten. Viel mehr ging es auch darum, die Reaktionen jenseits des Wassers zu entdecken. „Wir haben Kontakt“ wurde schließlich mit großer Begeisterung konstatiert, wobei die Reflexe allerdings relativ schwach waren. Leider ging an diesem Test-Abend der Plan des Künstlers nicht auf, an Ort und Stelle auch telefonischen Kontakt zwischen den Inseln herstellen zu können. „Perfektion war nicht das Ziel dieser Aktion, vielmehr ging es um das Spielerische“, so Petzolds Kommentar, der – vorausgesetzt, das Wetter macht mit – in der nächsten Zeit eine Wiederholung der Aktion plant. Einige Akteure waren übrigens so begeistert von dem Strand-Happening, dass sie sich bereits am Tag darauf wieder mit Spiegeln in Utersum zum spielerischen Treffen versammelten.

Auch im Internet waren begeisterte Kommentare über diese Aktion zu lesen. Und hier stellte keiner die Frage, was das Ganze wohl soll.

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erstellt am 12.Sep.2016 | 12:15 Uhr

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