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Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 15:41 Uhr

In Wyk : Straßen-Sanierungen müssen warten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Bauausschuss schiebt dringend nötige Reparatur-Arbeiten erneut auf die lange Bank. Die Beseitigung von Mängeln an den Gehwegen soll Vorrang haben.

Die Sanierung der Wyker Straßen wird weiter auf sich warten lassen, das beschloss der Bauausschuss in seiner jüngsten Sitzung. Offensichtlich wirken die Arbeiten am Rebbelstieg nach, wo 2014 ein Teilstück instand gesetzt worden war. Mit erheblichen Mehrkosten, wobei die tatsächlichen Schäden erst während der Bauarbeiten zutage traten: Die Tragschichten entsprachen nicht mehr den heute geltenden Vorgaben. Nun fürchten die Ausschussmitglieder ein Déjà-vu. Denn in den 1950-er und 1960-er Jahren, als viele Wyker Straßen gebaut wurden, galten andere Ausbau-Standards.

Den Arbeiten vorausgegangen war eine Empfehlung der Firma Eagle-Eye. Das Berliner Unternehmen hatte 2012 eine Untersuchung der Straßen durchgeführt und als Ergebnis unter anderem eine Prioritätenliste erstellt, die die nötigen Instandsetzungsarbeiten aufzeigt. Eine Leitlinie, die Wyks Politiker seinerzeit als wichtig erachtet hatten, die aber jetzt offenbar keine Rolle mehr spielt. Im Bauausschuss jedenfalls wurde diskutiert, ob man sich – wenn denn saniert wird – an die Reihenfolge der Liste halten solle. Nicht der zeitliche Rahmen stehe im Fokus, so die Ausschuss-Vorsitzende Dr. Silke Ofterdinger-Daegel (KG), sondern die Frage, welche Straßen im Ernstfall den Vorrang haben sollten.

Tatsächlich ist die Liste, in der nun die Freyastraße und ein Teil der Boldixumer Straße obenan stehen, nur eine Empfehlung. Aufgeführt seien durchweg Asphaltstraßen, bei denen jeweils Decke und Tragschicht erneuert werden müssten, berichtete Bauamtsmitarbeiter Thomas Pielke. „Ich bin der Meinung, an diesen Leitfaden sollte man sich auch ungefähr halten.“ Pielke verwies auf eine Gewichtung, die auf Empfehlungen der Forschungsgesellschaft für Straßen- und Verkehrswesen basiere. Würden an den aufgeführten Straßen keine Unterhaltungsmaßnahmen getätigt, rutschten diese unweigerlich in die höchste Zustandsklasse. Die Folge: Die Sicherheit wäre nicht mehr gewährleistet und die Straßen müssten gesperrt werden.

Mahnende Worte, die in der Runde kaum Gehör fanden. Er könne nur die Oberfläche einer Straße und nicht deren tieferen Schichten beurteilen, befand Holger Frädrich (SPD). „Ich glaube, dass abfräsen und eine neue Decke vielfach reichen würden, ob der Untergrund schlecht ist oder nicht.“ Und Lars Schmidt (CDU) riet davon ab, „krampfhaft in dieser Eagle-Eye-Liste eine Straße zu suchen, die wir dann für viel Geld sanieren“. Vielmehr solle man mit den im Haushalt bereitgestellten 200  000 Euro wirklich dringende Dinge anpacken. So seien die Gehwege durch Wurzel- und andere Schäden in einem katastrophalen Zustand.

Straßen und Gehwege parallel in einem Arbeitsschritt in Angriff zu nehmen – wie am Rebbelstieg vor zwei Jahren bereits erfolgreich praktiziert – wurde nicht in Erwägung gezogen. Stattdessen schlug Paul Raffelhüschen eine kostengünstige Variante vor. So könnten die Schäden wie in früheren Jahren von der Firma Grünbau behoben werden, parallel zu weiteren Sanierungen. Dass man die Liste nicht ganz außer Acht lassen will, betonte Silke Ofterdinger-Daegel. „Für den Fall, dass wir mal Geld übrig haben sollten, was eher nicht der Fall sein dürfte, denn die Straßen werden ja nicht besser.“

Geld war das Stichwort. So regte Lars Schmidt trotz der vorliegenden Prioritätenliste an, im kleinen Kreis zu ermitteln, welche Straßen saniert werden müssen. Dann sollte die Finanzierung geklärt werden. „Ich denke an den Vortrag über die wiederkehrenden Zahlungen und einen Investitionsplan, wie er uns vorgestellt worden ist.“ Dieses Modell könne abgewandelt auf ein Straßenkonzept übertragen werden. Die Bildung von Arbeitsgruppen soll nun in die Tat umgesetzt werden. Zudem wurde Paul Raffelhüschen beauftragt, mit Grünbau Kontakt aufzunehmen und die Möglichkeiten der Gehwegsanierung auszuloten.

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erstellt am 11.Mai.2016 | 12:15 Uhr

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