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Insel-Bote

03. Dezember 2016 | 01:26 Uhr

Altes Handwerk in Wyk : Staunen und ausprobieren

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Tag des offenen Museums lockte gestern trotz Regens viele Besucher in das Friesenmsueum.

In früheren Zeiten wurde er eher gemieden, da man ihn weit riechen konnte – beim Tag des offenen Museums in Wyk wurde der Gerber mit großem Interesse umringt und musste viele Fragen beantworten, während er das Schaffell von Fettresten befreite, um es später mit Alaun zu konservieren.

Der letzte Sonntag im August gehört inzwischen traditionell dem Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseum in Wyk, das sich an diesem Tag in ein Mittmach-Freilicht-Museum verwandelt, das besonders Familien anzieht. „Altes Handwerk“, so das diesjährige Motto, lockte viele Besucher an, die nicht nur staunend zuschauen konnten, wie Wolle gesponnen oder ein Reetdach gedeckt wird, sondern die auch selbst ihr Geschick entdecken durften. Nicht nur Kinder experimentierten eifrig und gingen unbedarft und voller Enthusiasmus an Werk.

Als Publikumsmagnet entpuppte sich dabei der Drechsler, der mit selbst gebauten Wipp-Drechselbänken aus einem einfachen Rundholz in wenigen Augenblicken ein Kunstwerk kreierte und dann gern sein Handwerkszeug aus der Hand legte und den Nachwuchs machen ließ.

Auch Reepschläger, Zimmerer, Korbflechter, Schmied, Kammweber und Näherinnen waren stets umringt und erklärten kurz technische Einzelheiten, bevor Eltern wie Kinder selbst zur Tat schritten, zumeist mit beachtlichem Erfolg und Geschick.

Mit der Insel Föhr untrennbar verbunden sind selbstverständlich auch die Trachten, die von den Trachtentänzerinnen vorgestellt und im Anschluss näher erklärt wurden. Und wie aufwändig das Knüpfen der Fransen und das Sticken der Kopftücher ist, lernt man am besten, wenn man es einmal selbst probiert.

Nicht wegzudenken vom Museumstag sind die Pfadfinder, die mit Stockbrot und Jurte das Gefühl der guten alten Zeit vermitteln, das Kuchenzelt, das zum Schlemmen einlädt und die Pizza, die selbstgebacken im Lehmofen von keiner anderen zu übertreffen ist.

Lediglich die alten Kinderspiele fielen dem schlechten Wetter zum Opfer und mussten diesjährig ausfallen. Alle anderen Aktivitäten konnten ins museale Haupthaus, in die Gulfscheune oder in das Olesen-Haus verlegt werden.

„Trotz des durchwachsenen Wetters war dieser Tag sehr gut besucht“, freute sich Leiterin Jutta Kollbaum-Weber, die nicht ohne Stolz auf ihre vielen Helfer verwies, die mit Kuchenspenden im Gepäck die einzelnen Stationen besetzten und wieder für einen rundum gelungenen Tag gesorgt hatten.

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erstellt am 29.Aug.2016 | 12:30 Uhr

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