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Am Binnenhafen : Seit 30 Jahren Wyker Fischmarkt

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Klassiker der Föhrer Märkte fing 1987 ganz klein an. Mittlerweile sind die Plätze begehrt: Wer dabei sein will, muss Besonderes bieten. Morgen startet die Saison 2017.

Morgen am Sonntag beginnt die Fischmarkt-Saison im Wyker Hafen. Dann gibt es etwas zu feiern: Der Fischmarkt wird 30 Jahre alt. Hans-Otto Buth kann sich noch gut daran erinnern, wie das damals 1987 war, nachdem man ein Jahr zuvor vergeblich versucht hatte, so eine Aktion auf dem Platz vor dem Rathaus – heute Amtsverwaltung – hinzubekommen. „Es gab ja kaum richtige Verkaufsstände damals“, sagt Buth. „Wir sind mit einmal Imbiss, einmal Bier und drei Fischständen gestartet.“ Der 68-Jährige betrieb damals eine Fleischerei und fand seinen Imbisswagen durch die wenigen Stadtfeste nicht genügend ausgelastet. Es galt also, weitere Anlässe zu schaffen. Zusammen mit Handels- und Gewerbeverein und dem Ordnungsamt arbeitete man Hand in Hand an dem Fischmarkt-Projekt. Zu den Beschickern erster Stunde gehören die Familien Gade und Dallmann, die mit Fisch, Gemüse und Erfrischungen lange, lange Jahre den Markt mitprägen.

Bereits im zweiten Jahr boomte die Versammlung an der Ostkaje des Wyker Binnenhafens und wuchs auf 30 Stände. Heute sind es jedes Jahr rund 50. Ein Drittel kommt vom Festland, aber die meisten sind Einheimische aus Wyk und von Föhr-Land. Jedes Jahr bewerben sich zig Neue um einen der begehrten Plätze. „Wir schauen aber genau hin, wir wollen ja ein interessantes Angebot bieten“, sagt Buth, der mit in der Beschickerversammlung sitzt, die sich jeweils ein paar Wochen vor Saisonstart zusammentut und berät. Von Champagner über Gemüse, Halsketten, Töpfe bis Wollsocken darf alles dabei sein, Hauptsache nicht in Massen. Dieses Jahr hat es Jens Gerdes von Amrum geschafft. Der 43-Jährige druckt Fotos von Strand und Dünen auf gesammeltes Treibholz. Er hat sich eigens für den Markt ein Transportfahrrad mit Holzkisten-Vorbau angeschafft, ein holländisches Coffee-Bike, auf dem er seine Kunst an den Hafen radeln und präsentieren kann. Ebenfalls neu dabei ist der Wyker Markus Herpich mit einem amerikanischen Foodtruck, aus dem heraus er seine Deichburger verkauft. Mit eigenem Stand kommt dieses Jahr auch die Oldsumerin Heide Ropeter und bringt selbstgemachte Marmeladen sowie leckeres Kürbis-Chutney und Pflaumenrelish mit.

Belebend fürs Marktgeschehen ist die Idee, Urlaubern eine Mitmachmöglichkeit zu schaffen. Bis zu drei Mal kann man so kurzfristig dazustoßen. „Da kommen zum Beispiel Gäste, die haben den Winter über aus Muscheln oder Strandholz etwas Schönes gebastelt und verkaufen es dann bei uns“, sagt Buth. „Das lockert die Meile schön auf.“

Die Zusammenarbeit mit dem Hafenamt klappt all die Jahre wunderbar. Es stellt den Platz, organisiert Verwaltung und Schriftverkehr und liefert den Strom; jeder der Marktbeschicker kann separat abgerechnet werden.

Was schlecht zu berechnen ist, ist das Wetter. „Damit steht und fällt natürlich alles“, weiß Buth. Wobei die Sommerfrischler an Nordsees Küsten ja eigentlich nicht so aus Zucker sind. Die Besucher-Reichweite des Wyker Fischmarkts ist enorm: Da kommen Tagesausflügler sogar von Pellworm und Nordstrand. „Wir haben auch Segler, die legen gleich im Binnenhafen an“, erzählt Hans-Otto Buth. Los gehts mit dem 30. Fischmarktjahr jetzt am Sonntag um 10 Uhr. Der letzte Fischmarkt dieses Jahr wird dann am 15. Oktober sein.  

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