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Insel-Bote

10. Dezember 2016 | 21:42 Uhr

Auf Föhr : Saisonbeginn in der Igelstation

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Schwache und kranke Stacheltiere werden am Wyker Grünstreifen aufgepäppelt. Im Oktober gibt es regelmäßig Führungen.

Gerade einmal 105 Gramm wog der erste Wintergast, der jetzt in der Igelstation am Grünstreifen 25  B in Wyk Einzug hielt. Mit diesem Gewicht lag das kleine Tierchen, das gerade einmal eine Menschenhand ausfüllt, weit unter dem, was es um diese Zeit haben müsste, um den Winterschlaf zu überstehen. Doch unter den Fittichen der Tierpflegerin Sarah Marquardt kann es sich nun das notwendige Gewicht anfuttern.

Als erster Gast war der winzige Stachelritter auch der Star bei einer der Führungen, die die Igelhilfe von nun an an jedem Sonntag ab 16 Uhr und an jedem Mittwoch ab 11 Uhr an der Station anbietet. Heiko Pries als Vorsitzender des Vereins und Sarah Marquardt als Igel-Fachfrau entführen dabei die Besucher in die Welt dieser Tiere. Dabei erläutert Sarah Marquardt zunächst deren Jahreszyklus. Der beginnt im Frühjahr nach der Beendigung des Winterschlafes damit, dass die Tiere verlorenes Gewicht wieder auf die Rippen bekommen. Relativ spät im Sommer kommen dann die Jungen zur Welt, die sich mit dem Heranwachsen und Zunehmen beeilen müssen. Wer Anfang November noch keine 500 Gramm auf die Waage bringt, hat auf sich alleine gestellt, keine Chance den Winter zu überleben. „Wer während des Tages herumlaufende Igel findet, sollte sich um sie kümmern“, betont Marquardt. Denn die Stacheltiere sind eigentlich nachtaktiv und nur in Notfällen tagsüber auf der Suche nach Futter.

Die großen und kleinen Teilnehmer an den Führungen erfahren auch, wie sie die Tiere behandeln müssen, wobei das Warmhalten von großer Bedeutung ist. Dabei zeigt sich oft, dass die Besucher bereits recht gut Bescheid wissen. „Igel dürfen keine Milch bekommen“, erklärte ein Junge, der auch weiß, dass Hunde- und Katzenfutter oder auch ungesalzenes Rührei gerne genommen werden. Die Igel sollten auf jeden Fall in die Hände von Fachleuten gelangen, wie dies bei der Station am Grünstreifen der Fall ist. Dort werden die Kleinen nämlich auch medizinisch versorgt, wozu gleich zu Beginn die Entwurmung gehört.

Der Betrieb solch einer Auffangstation ist natürlich nicht ohne Geld möglich, selbst wenn viel ehrenamtliche Arbeit geleistet wird. Futter und Medikamente schlagen zu Buche, wobei die Station auf sich alleine gestellt ist und keine Zuschüsse erhält. Aus diesem Grund ist auch vor einigen Jahren der Verein Igelhilfe gegründet worden, der unter dem Vorsitz von Heiko Pries der Gründerin und langjährigen Leiterin der Igelstation, Angela Bruchwitz, zur Seite stand. Auch nach ihrem Tod im vergangenen Jahr wird die Igelstation am Grünstreifen im Sinne der „Igel-Mutter“ weitergeführt.

Mit den Führungen, die bis Ende Oktober stattfinden, will der Verein nicht nur über die Stacheltiere informieren, sondern auch Spenden sammeln, um den Unterhalt der Station zu garantieren. Das rege Interesse der Igelfreunde, die sich regelmäßig in großer Zahl am Grünstreifen einfinden, macht deutlich, dass die Menschen für den Charme der kleinen Stachelritter sehr empfänglich und auch bereit sind, für deren Überleben ihren Obolus zu leisten.



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erstellt am 15.Okt.2016 | 17:30 Uhr

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