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Insel-Bote

28. September 2016 | 00:20 Uhr

Friesenmuseum in Wyk : Renovierung dringend erforderlich

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Einrichtung soll um das Haus Jansen erweitert werden. Nun sollen Fördergelder fließen und die Finanzierung für den Umbau scheint gesichert zu sein.

„Die Erweiterung des Friesenmuseums hat Tradition.“ Darauf verwies die Leiterin der Einrichtung, Jutta Kollbaum-Weber, bei der Versammlung des Zweckverbandes des Dr.-Carl-Haeberlin-Friesenmuseums in Wyk. Bei dieser von Christian Roeloffs geleiteten Zusammenkunft ging es vor allem um das Haus Jansen, das renoviert und zum Ausstellungscafé umgewandelt werden soll.

In ihrem Bericht, den Kollbaum-Weber auch bei der jüngsten Versammlung des Museumsvereins vorgetragen hatte, erinnerte sie daran, dass allein an das ursprüngliche Haupthaus in den vergangenen 100 Jahren fünf Abschnitte angebaut wurden. Dazu kamen im Jahr 1927 das Haus Olesen, 1953 die Bockwindmühle von Langeneß und 2000 die Midlumer Scheune. Auch das Gelände rund um das Friesenmuseum konnte Schrittweise erweitert werden. Als letzte Aktion war im Jahr 1989 das Jansen-Grundstück gekauft worden, so entstand eine Einheit von der Museums- bis zur Badestraße. Jutta Kollbaum-Weber machte noch einmal deutlich, dass dieses Grundstück vom Kreis Nordfriesland, dem damaligen Träger des Museums, erworben wurde, wobei der frühere Leiter, Dr. Konrad Grunsky, den Plan hatte, gemeinsam mit dem Nationalparkamt einen Museumsneubau zu erstellen. Aus Kostengründen habe diese Idee nicht verwirklicht werden können. Aber immerhin wurde der Kaufpreis von 530  000 Mark zu 90 Prozent durch Landesmittel gedeckt.

Die Museumsleiterin erinnerte an das Gesamt-Entwicklungskonzept für das Gelände, das neben der Erweiterung des Haupthauses für das Thema Walfang und Seefahrer die Renovierung des Hauses Jansen vorsieht. Ursprünglich habe man überlegt, dieses Haus mit dem Museum zusammenzuführen, was aber zusätzliches Personal erforderlich gemacht hätte. Eile ist geboten, denn das Haus steht jetzt seit fünf Jahren leer, was seiner Substanz nicht bekommt und eine Renovierung immer nötiger macht. So sei die Idee entstanden, im unteren Bereich ein Ausstellungscafé und im Obergeschoss Magazinräume einzurichten. Davon verspricht sich die Museumsleiterin eine Entlastung im Archiv- und Bibliotheksbereich. „Das Museum wird für unsere Besucher noch attraktiver, wir können neue Besucher gewinnen und Platzprobleme lösen.“ Ein weiterer Effekt ist auch, so Kollbaum-Weber, dass die Exponate des früheren Oevenumer Landwirtschaftsmuseums besser präsentiert werden können. Auch dessen ehemaliger Leiter Heie Martens-Sönksen sei mit dieser Entwicklung einverstanden.

Das Schönste für alle am Museum ist jedoch, dass die Finanzierung gesichert zu sein scheint. Die Eilun-Feer-Stiftung von Sven Paulsen, dem Neffen des früheren Vorsitzenden des Museumsvereins und einem großen Gönner dieser Einrichtung, ist zunächst mit 150  000 Euro dabei. Vom Westküsten-Förderprogramm „Tourismus- und Energiekompetenzregion“ (ITI) sind dank des Einsatzes von Annemarie Lübcke und ihren Erfahrungen mit derartigen Anträgen rund 280  000 Euro zu erwarten und der Zweckverband kann laut Jahresabschluss 2015 mit liquiden Mitteln von rund 170  000 Euro aufwarten.

Zum Wettbewerb ITI erfuhren die Mitglieder des Zweckverbandes von Annemarie Lübcke, dass das Haus Jansen mit den Projekten „trouristische Inwertsetzung“ und „energetische Optimierung“ ins Rennen gegangen sei. Damit sei man erfolgreich gewesen und müsse nun noch den entsprechenden Förderantrag beim Wirtschaftsministerium stellen. Einstimmig wurde der Antrag befürwortet und auch bei der Vergabe des Architektenvertrages bestand Einvernehmen. Voraussetzung dafür ist jedoch, dass die Förderung durch das Land auch tatsächlich bewilligt wird.

Vor dem Jahr 2017 ist nicht mit dem Baubeginn zu rechnen, wurde weiter mitgeteilt, und auf Nachfrage darauf verwiesen, dass man für das Café einen Pächter suchen solle.

Ohne weitere Diskussionen wurden schließlich die Jahresabschlüsse 2014 und 2015 des Zweckverbandes, der erste Nachtragshaushalt für das laufende Jahr sowie der Haushalt 2017 verabschiedet.

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erstellt am 20.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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