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Insel-Bote

23. März 2017 | 21:10 Uhr

In Wyk : Pflanzen pflanzen für den Planeten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

„Plants for the planet“: Auch in diesem Jahr setzten Freiwillige als Beitrag für den Klimaschutz über 1000 Bäume im Insel-Forst.

Die kleinen Hände des afghanischen Mädchens sind noch zu schwach, um mit dem schweren Gartenwerkzeug umzugehen. „So ein Spaten hat es in sich, was?“, kommentierte Hanna Wichmann, Pastorin der Gemeinde St. Nicolai, den beherzten Einsatz der Sechsjährigen und riet ihr, vielleicht doch lieber die Baumzöglinge in die Löcher zu positionieren, die jemand anderes graben sollte.

1160 Stück genau, denn bereits zum sechsten Mal seit 2012 fand im Wyker Forst eine Baumpflanzaktion im Rahmen des weltweiten Schülerprojektes „Plants for the planet – Baum für Baum die Erde retten“ statt.

Grundlage dieser Aktion ist die Initiative des Starnberger Schülers Felix Finkbeiner, der sich 2007, damals neunjährig, zum Ziel setzte, als Beitrag zum Klimaschutz weltweit 1000 Milliarden Bäume zu pflanzen. Seine Vision, Kinderhände schüfen einen CO2-Ausgleich, hat sich zu einer Welle organisierter Mini-Förster entwickelt, die heute in 200 Ländern unseres Planeten aktiv sind und bis dato etwa 14 Milliarden Setzlinge pflanzten.

Mehr als zwei Dutzend Helfer trafen sich bei Frühlingswitterung, um die – meist durch Einzelspenden finanzierten Pflanzen – fachgerecht einzusetzen. Der Vorsitzende des insularen Forstbetriebsverbandes Friedrich Riewerts nutzte einführend die Gelegenheit, um auf die Erfolge dieser Aktion in den letzten Jahren hinzuweisen: „Das Gros der bereits gepflanzten Bäume ist angewachsen und gesunder Bestandteil des Forstes.“

Mit dem Team des Forstbetriebsverbandes Michael Cornils (Geschäftsführer) und Ole Sieck (Förster) ging es dann zu den von Sieck im Vorwege bereiteten Setzflächen innerhalb der Schonung.

Viele Hände schaffen viel und somit war bereits nach einer knappen Stunde die Arbeit getan und Mitglieder des Kirchengemeiderates servierten den Helfern als Dank für die Mühen Kaffee und Kuchen.

Für die Pastorin ist „Plant for the planet“ eine Aktion, die über den reinen Umweltschutz hinausgeht: „So etwas festigt natürlich als Nebeneffekt den Zusammenhalt innerhalb der Gemeinde, schult das Bewusstsein für Verantwortung und Spaß machen soll es natürlich auch“, sagte sie. „Nicht zuletzt ist es eine tolle Integrationsmöglichkeit für unsere neuen Mitbürger. Meine afghanischen Nachbarn sind jetzt seit 18 Monaten auf der Insel und gliedern sich auch durch solche Aktionen wie heute in die Gemeinschaft ein, außerdem bestärkt es das Gefühl, hier willkommen zu sein.“

Nachdem die Bäumchen alle im Boden waren, wärmte sich auch das sechsjährige Mädchen ihre klammen Finger an einer heißen Tasse Kakao.

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