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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 09:07 Uhr

Suchtprävention : Ohne erhobenen Zeigefinger

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Aufklärung über Alkohol und Drogen stand in der Eilun-Feer-Skuul eine Woche lang im Fokus. Bei den Föhrer Schülern kam das Angebot gut an.

Gleich zwei Suchtpräventionsprojekte konnten an die Eilun-Feer-Skuul geholt werden, um die Jugendlichen umfassend und aufklärend zu beraten. Ohne erhobenen Zeigefinger und ohne die Anwesenheit der Lehrer wurde ihnen ein Raum für persönliche Fragen angeboten, der auch sehr offen und vertrauensvoll genutzt wurde.

Zunächst hatten die Acht- und Neuntklässler die Gelegenheit, beim Cannabis-Präventions-Parcours alles rund um die Drogen, die aus der Hanfpflanze gewonnen werden können, zu erfahren. Neben sachlichen Informationen über Wirkung und Suchtpotenzial wurde in kleinen Gruppen sowohl über mögliche Anlässe für den Griff zur Droge diskutiert als auch über alternative Verhaltensmöglichkeiten. Durch den Parcours führte unter anderem Tanja Rübeck-Hansen von der Föhr-Amrumer Suchtberatung der Brücke, die sich sehr positiv über die bereits vorhandenen Kenntnisse und die kritischen Gespräche in den Gruppen äußerte. Initiiert von Brücke-Suchtberaterin Christel Wippermann, entwickelt in Kooperation mit der Landesstelle für Suchtfragen in Schleswig-Holstein (LSSH) und finanziert vom Föhrer Lions-Club fiel die Veranstaltung auf fruchtbaren Boden. „Eine gute Sache, hätte man auch schon früher machen können“, war aus den Reihen der Schülerinnen und Schüler zu hören.

In dem Projekt „Alco Media – Voll das Leben“ geht es um die Gefahren und Folgen übermäßigen Alkoholkonsums und unkontrollierten Medienverhaltens. Es richtet sich gezielt an zehnte Klassen, da hier in der Regel schon Alkoholerfahrungen vorliegen. Dieses landesweit einmalige Projekt wurde durchgeführt von der LSSH und der Föhrer Brücke in Kooperation mit der AOK.

Über ein interaktives Programm auf Tablets konnten die Schülerinnen und Schüler in Zweierteams ihr Wissen über Alkohol- und Medienkonsum testen und ihr eigenes Verhalten reflektieren. „Dabei steht das Ich im Mittelpunkt“, betonte die Präventionsexpertin Karolina Gren, die durch die Alco-Media-App führte. Infotexte und kleine Filme räumten in der Gerüchteküche auf und an einer virtuellen Theke konnte jeder seinen persönlichen Promillewert berechnen lassen. Am Ende gab es Tipps für einen verantwortungsvollen Umgang mit Alkohol.

Bei der Diskussion um die angemessene Nutzung von Medien zeigte sich, dass die Jugendlichen recht gut um die Möglichkeiten und Risiken wissen. Es komme eben auf das richtige Maß an, war der Tenor der Gespräche. Der Großteil setzt Smartphone, Internet und Co. bewusst ein und schaltet auch bewusst ab.

Die Organisatoren äußerten sich sehr zufrieden über den Verlauf der Veranstaltung und bestätigten, dass es beim Thema Alkohol- und Medienkonsum keine Unterschiede zwischen Festland und Insel gebe. Ob dies eine beruhigende Feststellung ist, bleibt wohl Ansichtssache.

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