zur Navigation springen

Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 12:41 Uhr

Auf Amrum : Norddorfs Wehr mit neuester Technik

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

290 PS starkes Löschgruppenfahrzeug gebührend am Hafen empfangen. Investition in den inselweiten Brandschutz.

Bereits am Fähranleger ließ die beachtliche Aufreihung der Fahrzeuge der Amrumer Feuerwehren, des Rettungsdienstes und der Polizei selbst uneingeweihte Gäste vermuten, dass die nette Kulisse für einen besonderen Gast aufgebaut worden war. Als dann das geschmückte, brandneue Löschgruppenfahrzeug LF 10 der Freiwilligen Feuerwehr der Gemeinde Norddorf die Fähre verließ, ertönten alle Einsatzhörner. Ein beeindruckendes Szenario, das nicht nur für eine gewaltige Geräuschkulisse, sondern auch für Gänsehautfeeling sorgte. Die Rettungskräfte geleiteten das neue Fahrzeug über die Insel zu seinem Standort im Feuerwehrgerätehaus nach Norddorf. Sehnsüchtig erwartet von den Kameraden, die dort bereits alles für das Willkommensfest vorbereitet hatten.

Nach gut einem Jahr Bauzeit hatten Gemeindewehrführer Andreas Knauer, sein Stellvertreter Dirk Hinrichs und zwei weitere Brandschützer das Fahrzeug beim Spezialausrüster für Einsatzfahrzeuge Ziegler in Gingen an der Brenz in Empfang genommen. Bevor sich die Kameraden allerdings auf den Weg gen Norden machen konnten, bekamen sie noch eine umfassende Einweisung in die hochmoderne und umfangreiche Technik des Löschgruppenfahrzeugs.

„Wir haben elf Stunden bis nach Husum gebraucht und dabei zweimal tanken müssen“, erklärt Andreas Knauer. In Husum wurde das Fahrzeug gleich beim Verkehrsamt auf NF angemeldet. Es sei zwar anstrengend, aber doch eine tolle Erfahrung gewesen, auf dem 290 PS starken Allradfahrzeug durch ganz Deutschland zu fahren, waren sich die drei Fahrer einig. Am Gerätehaus angekommen, standen sie den interessierten Kameraden der Amrumer Feuerwehren und Einwohnern für Erklärungen und Vorführungen zur Verfügung. Da wurden zum Beispiel der Lichtmast ausgefahren, die zusätzliche Tragkraftpumpe präsentiert, das Notstromaggregat aus dem Fahrzeug gezogen und weitere Details erklärt. Einsatztaktisch sehr wertvoll ist unter anderem auch der Schlitten, in dem die mehrteilige Schiebeleiter auf dem Fahrzeugdach untergebracht sein wird. „So können wir in kürzester Zeit die Leiter in den Einsatz bringen, ohne dass ein Kamerad aufs Dach steigen muss“, erklärt Cornelius Hinrichs. „Wir werden 1200 Liter Löschwasser und 125 Liter Schaummittel an Bord haben und es ist eine 10/2000-Pumpe im Fahrzeug verbaut“, erklärt Timo Meinerts die Technik, die im Heck untergebracht ist. „Die Bedienung über die Elektronik ist nicht so kompliziert, wie es die vielen Tasten im Heck befürchten lassen“, versichert er.

Bürgermeister Peter Koßmann erklärte in seiner Ansprache, dass er froh sei, dass mit der Neubeschaffung den freiwilligen Feuerwehr-Kameraden ein wichtiges Arbeitsgerät an die Hand gegeben werden konnte, dass einen deutlichen Zugewinn für den Brandschutz in Norddorf und auf ganz Amrum bedeutet. „Ich hoffe natürlich, dass das neue Fahrzeug so wenig wie möglich eingesetzt werden muss“, so Koßmann. Die Beschaffung lief über den Zweckverband Amrum, der für das Feuerwehrwesen auf Amrum die logistischen Aufgaben regelt.

„Seit 2009 zahlen die drei Gemeinden pro Jahr 20  000 Euro in einen Fond ein, um im Rahmen des gesamtinsularen Feuerwehrkonzeptes den Fahrzeugbestand zu erneuern und entsprechende Fahrzeugneubeschaffungen umzusetzen“, erklärt der Vorsitzende des Verbandes. Für das Fahrzeug in Norddorf sind rund 300  000 Euro zu entrichten. In 2017 wird dann die Ortsfeuerwehr Nebel ihr Löschgruppenfahrzeug ersetzt bekommen. Im Gegensatz zu dem 2011 in Wittdün und nun in Norddorf angeschafften Fahrzeug auf einem MAN-Fahrgestell, wird es in Nebel ein Einsatzfahrzeug auf Mercedes-Benz-Basis geben.

„Einsatztaktisch werden wir mit dem neuen Löschgruppenfahrzeug ein neues Zeitalter bei der Gemeindefeuerwehr in Norddorf beginnen“, stellt Andreas Knauer fest. Allein die Möglichkeit, dass sich mindestens zwei Kameraden bereits bei der Anfahrt zum Einsatzort mit Pressluftatemgerätschaften ausrüsten können, bedeutet einen Zeitgewinn, der Menschenleben retten kann“, so der Wehrführer.

Peter Martinen, Altamtswehrführer und ehemaliger Wehrführer in Norddorf, hatte es sich nicht nehmen lassen, zu diesem freudigen Anlass auf die Insel zu reisen und den Kameraden zu gratulieren. Die Beschaffung des nun auszumusternden Tanklöschfahrzeuges Baujahr 1981 fiel in seine Wirkzeit. „Nach nun über 30 Jahren war es Zeit für die Modernisierung des Fahrzeugbestandes“, bekräftigte Martinen. Es sei nun Sache der Einsatzkräfte, mit der neuen Technik ausgiebig zu üben und sich vertraut zu machen. „Ich wünsche euch, dass ihr wenige Feuer löschen müsst und die Einsätze immer unfallfrei verlaufen, so dass Ihr stets gesund nach Hause kommt“, so Peter Martinen.

zur Startseite

von
erstellt am 13.Jul.2016 | 06:00 Uhr

Gefällt Ihnen dieser Beitrag? Dann teilen Sie ihn bitte in den sozialen Medien - und folgen uns auch auf Twitter und Facebook:

Kommentare

Leserkommentare anzeigen