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Insel-Bote

06. Dezember 2016 | 22:59 Uhr

Inselhelden auf Föhr : Nikolaus Schneider über das Besondere der Insel: „Die Luft tut mir gut“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Auch eine junge Liebe kann eine Familie prägen: Der frühere EKD-Ratsvorsitzende Nikolaus Schneider über seinen Sehnsuchtsort Föhr und den Reiz der Insel.

Herr Schneider, wie ist Ihre Liebe zu Föhr entstanden?
Meine Liebe zu Föhr ist eine – an meinem Lebensalter gemessen – „junge Liebe“: Sie entstand im Sommer 2011, als unsere Tochter Kathrin uns davon überzeugte, dass Föhr ein geeigneter Ort für einen Großfamiliensommerurlaub sei. Kathrin hatte von Familienurlauben und Jugendfreizeiten die Nordseeinseln Borkum und Baltrum in liebevoller Erinnerung. Jetzt wohnt sie mit Ehemann und Kindern in Berlin. „Die See“ für die Berliner ist eigentlich die Ostsee, für Kathrin musste es aber die Nordsee sein! Meine Frau und mich lockte die Vorstellung: Die Kleinfamilien unserer Töchter, die Schwiegereltern von Kathrin und wir buchen jeweils getrennte Unterkünfte in Nieblum, aber Strandkörbe in unmittelbarer Nachbarschaft zueinander. Und wir gestalten Gemeinsamkeit, Zweisamkeit und Einsamkeit an den Tagen und Abenden in großer Freiheit. Dieses Urlaubsmodell erwies sich als erfolgreich.

Seitdem kommen Sie immer wieder?
Ja. In diesem Jahr werden wir vier Kleinfamilien zum fünften Mal den Sommerurlaub auf Föhr verbringen – allerdings stehen unsere Strandkörbe inzwischen am Strand von Utersum.

Erinnern Sie sich an den ersten Urlaub?
Gemischtes Wetter – wie so häufig auf den Nordseeinseln. Aber: Die immer herrliche Frische, die Luft tat mir gut! Der Strand war ideal, um unbesorgt mit Kleinkindern zu buddeln und ins Wasser zu gehen. Nieblum ist ein bezauberndes Dorf mit ganz eigenem, geschichtlich geprägtem Charakter.

Was ist Ihr Lieblingsplatz auf der Insel?
Die Kirche, der „Friesendom“ von Nieblum. Er macht im Dorf mit seiner eindrucksvollen äußeren Gestalt einfach auf sich aufmerksam. Auch seine innere Gestalt kann sich sehen lassen! Die Gottesdienste mit ihren guten Predigten und ebensolcher Kirchenmusik haben wir genossen. Und unsere Enkel sind gerne zum Kindergottesdienst gegangen. Die Gemeinde organisiert ein beachtliches Konzertprogramm, so dass wir ansprechende und anspruchsvolle Konzerte bei Kerzenlicht in der Kirche hören konnten. Schließlich wird die Kirche von einem historischen Friedhof umgeben, dessen Grabsteine über das Leben auf der Insel erzählen. Der Sonnenuntergang in Utersum wirft ein ganz eigenes Licht auf Föhr, Sylt und Amrum. Schön ist auch der kleine Flughafen der Insel. Mit den Enkeln dort zu sitzen, Fisch bzw. Pommes zu essen und den kleinen Flugzeugen beim Starten und Landen zuzusehen, ist immer wieder spannend.

Ist ein Urlaub auf einer Insel besonders erholsam?
Für mich schon. Allerdings darf die Insel nicht zu groß sein. Rügen etwa ist mir schon zu groß. Föhr ist an der Grenze, um das Meer mit allen Sinnen erleben zu können – also sehen, hören, riechen, den Wind spüren und Salz auf der Haut schmecken. Genau das fördert den Erholungswert enorm.

Was hat Föhr, was Amrum nicht hat?
Amrum kenne ich nur aus der Luft, durch einen Rundflug mit unserem ältesten Enkel. Aber unabhängig davon: Meine Liebe zu Föhr ist keine exklusive Insel-Liebe und gründet nicht in Alleinstellungsmerkmalen. Meine Liebe zu Föhr gründet in den Lieblingsorten und Glückserfahrungen, die ich mit meiner Großfamilie auf dieser Insel gemacht habe – und eben das hat Amrum für mich nicht.

Der evangelische Theologe Nikolaus Schneider wurde am 9. November 2010 zum Ratsvorsitzenden der EKD und damit zum höchsten Repräsentanten der Evangelischen Kirche in Deutschland gewählt. Zum 10. November 2014 trat er wegen einer Krebserkrankung seiner Ehefrau von seiner Funktion zurück. Er ist seit Jahren überzeugter Föhr-Urlauber, am kommenden Sonntag reist er mit seiner Familie erneut an.

 

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erstellt am 18.Jul.2016 | 21:06 Uhr

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