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Insel-Bote

03. Dezember 2016 | 03:32 Uhr

Skurrile Idee : Lichtbrücke zwischen den Inseln

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Künstler Andreas Petzold will Föhr, Amrum und Sylt mit Spiegeln und Sonnenlicht an ihren nächstliegenden Ecken verbinden.

„When too perfect, lieber Gott böse.“ Dieses Motto des koreanisch-amerikanischen Videokünstlers Nam June Paik hat sich der in Nieblum und Wiesbaden lebende Künstler Andreas Petzold, besser bekannt als PAN, zu eigen gemacht. Deshalb experimentiert er, der sich auch auf Dada beruft, in alle Richtungen, ohne dabei Rücksicht auf irgendeine Art von Perfektion zu nehmen.

Seine neueste Idee, ein künstlerischer Triathlon mittels Spiegeln zwischen Föhr, Amrum und Sylt, ist ein Projekt als Folge der Föhrer Kinder-Uni, bei der sich Petzold und die Kinder im Watt vor Nieblum mit Licht und Farbe und deren Reflexe in Spiegeln beschäftigten. „Dabei sind mir immer wieder Lichtreflexe Mir sind immer wieder Lichtreflexe aufgefallen, die von Fenstern auf den Halligen, auf Amrum und auf Sylt zurückgeworfen wurden“, berichtet Petzold. So kam ihm die etwas skurrile Idee, mit Hilfe interessierter Menschen die drei Inseln mit Spiegeln und Sonnenlicht an ihren nächstliegenden Ecken zu verbinden. Dabei denkt er an die Nordspitze von Amrum, den Deich in Utersum und die Südspitze von Sylt bei Hörnum.

Die Wirkung des Lichts auf die Spiegel und deren Reflexionen lassen sich aus seiner Sicht am besten bei tiefstehender Sonne steuern, wobei das Abendlicht wärmere Töne ermöglicht als das Morgenlicht. Alle, die Lust an diesem Spiegelhappening haben, ruft Petzold auf, an einem noch zu bestimmenden Tag im September an genau festgelegten Orten mit Spiegeln jeder Art aufzulaufen und das Licht auf die Nachbarinseln zu reflektieren.

Erst vor wenigen Tagen hat Andeas Petzold diese Idee auf Facebook vorgestellt und die ersten Reaktion kamen prompt und fielen positiv aus: „Da will ich auch mitmachen. Tolle Idee. Hört sich echt interessant an“, war zu lesen. Dabei legt der Künstler besonderen Wert auf die Feststellung, dass es bei dieser Aktion nicht um einen Eintrag ins Guiness-Buch der Rekorde geht, und dass jeder auf eigenes Risiko teilnimmt. Vielmehr will er bei allen die Lust am Spielen in den Vordergrund stellen. Große und Kleine, so sein Wunsch, sollen sich an den drei Orten auf Föhr, Amrum und Sylt versammeln, ins Gespräch kommen und gemeinsam ausprobieren, wie sie das Licht einfangen und spiegeln können.

Um die Kommunikation über den Lichteinfall und die Richtung steuern zu können, sollte die Aktion von möglichst vielen fotografiert und gefilmt und über deren Netzwerke rasch verbreitet werden. So bekommen die Akteure auf allen drei Inseln Kontakt untereinander und die analoge wird in die virtuelle Welt überführt.

Alle potenziellen „Insel-Spiegler“ können über www.blauort.de Kontakt mit Andreas Petzold aufnehmen. Oder über Facebook, wo er die Einrichtung einer Gruppe plant, die allerdings nach Abschluss der Aktion wieder gelöscht werden soll. Auf diese Weise können dann, wenn die äußeren Bedingungen stimmen, alle kurzfristig über das Treffen informiert werden.

Mit seinem künstlerischen Triathlon ist Andreas Petzold noch lange nicht ausgelastet. Zu Zeit grübelt er unter anderem darüber, wie der Wattweg nach Amrum künstlerisch gestaltet werden könnte und auch darüber, ob die Helgoländer Hummer über eine „Pan“ische“ Intervention erfreut wären.

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erstellt am 03.Sep.2016 | 14:00 Uhr

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