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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

In Wyk : „Leute zum Lachen bringen ist toll“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Cartoonist Peter Butschkow präsentierte eine Reihe seiner Werke im Kurgartensaal. Die Zuschauer waren begeistert.

Er kam nach Föhr mit einer Mission: „Ich möchte die Sonne, die auf dem Weg von Dagebüll auf die Insel verloren gegangen ist, zurück in die Herzen der Urlauber bringen“, erzählte der Cartoonist Peter Butschkow dem Publikum am Anfang seiner Show im Kurgartensaal.

In den nächsten zwei Stunden lauschten die Gäste zeitweise lautlos seinen Worten, teils kriegten sie sich vor Lachen nicht mehr ein. „Jedes Publikum ist anders“, sagt der Cartoonist. „Am Besten sind offene Leute, die bereit sind zu lachen. Meistens sitzen davon Einzelne im Saal verstreut und stecken die anderen mit ihrem Lachen an.“

Diese Theorie klappte auch im Kurgartensaal in Wyk. Butschkow erzählte eine Anekdote zu einem Cartoon: Er sei mal – obwohl er unter Zeitdruck stand – ganz naiv in einen Blumenladen gegangen und habe sich einen Strauß binden lassen, was einige Zeit in Anspruch genommen habe. Über seine anschauliche Schilderung lachten die Zuschauer herzlich. „Manchmal klappt es, mit solchen Erzählungen die Stimmung anzuheizen“, erklärt der Comedian. „Leute zum Lachen bringen ist toll.“

Im Alter von 15 Jahren sei er wahnsinnig lang und dünn gewesen. „Beim Kauf einer Hose war sie schon beim Verlassen des Geschäftes wieder einen Zentimeter zu kurz“, scherzte der Langenhorner. Wie viele Comedians habe er als Klassenclown einen Weg gesucht, von seinen Komplexen abzulenken.

Er fand die Lösung in seinen Zeichnungen. Je nach Aufträgen produziert der Künstler ein Dutzend Karikaturen in der Woche. „In den nächsten sechs Wochen muss ich 50 Cartoons zeichnen“, erzählt Butschkow. Seine Ideen bekommt er aus Zeitschriften und Magazinen, aber auch die Umwelt und das alltägliche Leben inspirieren ihn.

Abende wie die Cartoon-Show veranstaltet der Künstler, da ihm sonst das direkte Feedback der Menschen fehlt. „Ich verkaufe die Cartoons beispielsweise an Zeitungen, kriege aber nur selten eine Rückmeldung“, sagt Butschkow. Bei seinen Vorträgen ist es anders – er sieht sofort, welche Zeichnungen bei den Zuschauern ankommen und welche nicht.

Viele Künstler wollen die Menschen einfach berühren. Ob sie dabei Freude oder Empörung hervorrufen ist ihnen egal. Das ist bei Butschkow anders. „Für mich ist es am Schönsten, wenn die Menschen mit einem guten Gefühl nachhause gehen“, sagt der 71-Jährige. Das hat er geschafft.

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erstellt am 23.Okt.2016 | 10:30 Uhr

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