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Insel-Bote

28. März 2017 | 10:15 Uhr

In Wyk : Laubbläser-Verbot kaum möglich

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Grünen scheitern mit zwei Anträgen. Auch die Benutzung von Einweggeschirr kann Privatpersonen nicht untersagt werden.

Sie sind laut, machen Insekten und Kleinstlebewesen den Garaus und sind auch im Hinblick auf die Gesundheit umstritten – wirbeln Feinstaub, Pilzsporen und Bakterien auf. Grund genug für die Wyker Grünen, zu beantragen, den Einsatz von geräuschintensiven Laubsaugern und -bläsern zu verbieten.

Im Ausschuss für öffentliche Einrichtungen machte Jörg Michelsen allerdings schnell klar, dass es beim Antrag bleiben würde. Der Leiter des Ordnungsamtes verwies auf entsprechende Regelungen im Bundesimissionsschutzgesetz. Demnach ist in Gebieten wie der Insel Föhr die Nutzung dieser geräte von 9 bis 13 und 15 bis 17 Uhr zulässig. Vor diesem Hintergrund sei ein Verbot kaum möglich und entsprechende Versuche in anderen Gemeinden seien bisher gescheitert.

Thomas Löwenbrück (SPD) wies darauf hin, dass es in vielen Großstädten den Appell gebe, im privaten Bereich auf die Geräte zu verzichten oder wenigsten akkubetriebene Laubsauger mit der CE-Kennzeichnung zu verwenden. Ein Beispiel, an dem sich Wyk orientieren könnte. Ein Appell an die Vernunft, der Dr. Silke Ofterdinger-Daegel (KG) nicht weit genug ging. „Wir können zumindest dafür sorgen, dass Grün-Bau keine benzinbetriebenen Geräte verwendet, sondern solche mit Akku“, meinte sie. Das könnten Wyks Politiker entscheiden.

Dass benzin- und akkubetriebene Laubbläser genutzt werden, bestätigte Grün-Bau-Chef Ulrich Koch im Hafenausschuss. Letztere seien „wirklich leise“, kämen insbesondere am Sandwall zum Einsatz und „sind für uns natürlich eine Erleichterung“. Koch reagierte im Übrigen pragmatisch: „Sollte dieser Einsatz künftig politisch untersagt werden, haben wir uns danach zu richten“. Über Leistung und Emissionswerte konnte der Hafenchef aus dem Stegreif keine Werte liefern. Er schlug vor, der Ausschuss für öffentliche Einrichtungen möge sich selbst ein Bild machen. Koch regte eine Exkursion zum Bauhof an. Hier könnten die Geräte vorgeführt werden und den Ausschussmitgliedern so einen Eindruck vermitteln.

In Sachen „Regelung von Mehrweggeschirr“, von den Grünen erneut auf die Tagesordnung gesetzt, sah Jörg Michelsen wenig Gesprächsbedarf. Schließlich läge eine erschöpfende schriftliche Antwort vor. „Es ist wegen fehlender Zuständigkeiten nicht möglich, dieses Problem über eine Satzung zu regeln“, so Michelsen. Darüber hinaus sei über Sanktionen bereits in der Sitzung im November 2016 gesprochen worden. „Hier wurde gesagt, wer sich nicht an unsere Spielregeln hält, setzt bei öffentlichen Veranstaltungen eben ein Jahr aus“, erinnerte der Leiter des Ordnungsamtes. „Eine belehrende Aktion mit hoffentlich heilender Wirkung.“ Privatpersonen könne man solche Auflagen nicht machen: „Da fehlt mir die Rechtsgrundlage.“

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erstellt am 20.Mär.2017 | 13:00 Uhr

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