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Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 13:35 Uhr

Föhr und AMrum : Kurz-Urlaube weiterhin im Trend

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der schwache Sommer beschert sinkende Übernachtungszahlen. Tourismus-Chefs beider Inseln sind dennoch optimistisch.

Um rund viereinhalb Prozent liegen die Übernachtungszahlen auf Föhr für die Zeit von Januar bis Juni 2016 hinter denen des Vorjahres zurück. Auf die Frage, ob diese rückläufig seien, antwortet Jochen Gemeinhardt, Geschäftsführer der Föhr Tourismus GmbH (FTG), dennoch mit einem klaren „Jein“. Lediglich eine Momentaufnahme, so der FTG-Chef, die Entwicklung könne sich am Ende sehr viel positiver darstellen. Da längst nicht alle Vermieter das Online-Portal nutzen, seien noch viele manuelle Meldescheine im Umlauf. Auch die Zahlen der Kinderheime, Jugendherbergen und Zeltlager fehlen in der Statistik. Auswirkungen hätten zudem die Schließungen von Ruf-Jugendreisen, die das Schullandheim des Kreises Rendsburg-Eckernförde als Pächter betrieben hatten, und des AOK-Kinderkurheimes.

Dabei hatte das Jahr vielversprechend begonnen, hatte sich das erste Quartal positiv entwickelt. Zuwächse gab es im Januar (5,8 Prozent) und im Februar (4,5 Prozent). Und auch im März stand – dem frühen Osterfest geschuldet – mit 98  000 Übernachtungen gegenüber 63  000 im Vorjahr am Ende ein deutliches Plus. Gleiches gilt für die Nachbarinsel: Auf Amrum startete das erste Quartal „ganz ordentlich“, konstatiert Frank Timpe, Chef der Amrum-Touristik. Nicht nur wegen des frühen Osterfestes, auch im Januar waren Zuwächse zu verzeichnen. Ohnehin liege die Messlatte im direkten Vorjahresvergleich sehr hoch, so Timpe, „da 2015 nach den nach Meldescheinen erfassten Daten ein sehr gutes Ergebnis der Gäste- und Übernachtungszahlen auch in der langzeitlichen Betrachtung erzielt wurde“.

Sehr viel verhaltener verlief die Saison auf beiden Inseln in den Folgemonaten. So konnten auf Amrum in der ersten Julihälfte noch kurzfristig freie Quartiere gebucht werden. Und hatte sich Ostern im März positiv ausgewirkt, sanken die Gästezahlen im April deutlich und es gab etwa auf Föhr lediglich 79  000 Übernachtungen (Vorjahr: 123  000). Wie Timpe auf Amrum erklärt auch Gemeinhardt die schlechteren Zahlen auf Föhr im Mai (minus rund zwei Prozent) und Juni (minus knapp zehn Prozent) mit dem wenig überzeugenden Sommer. „Daneben ist das wirklich tolle Wetter der letzten Wochen fast die beste Werbung und Empfehlung für unsere Urlaubsregion und hat den einen oder anderen kurzentschlossenen Gast noch mobilisiert“, sagt Frank Timpe. Und auch Jochen Gemeinhardt stellt für den herrlichen Spätsommer einen Zuwachs fest. Bezogen auf die Nachfrage sei das erste September-Wochenende das stärkste des bisherigen Jahres gewesen. „Allerdings von Gästen, die keine Ferienwohnungen mieten, sondern in einem Hotel unterkommen wollten. Diesem Wunsch können wir derzeit leider nicht entsprechen.“

Das Fazit beider Tourismus-Chefs fällt verhalten positiv aus. Während die amtliche Statistik, die die gewerblichen Beherbergungsbetriebe abbildet, für Amrum ein Plus per Ende Juli ausweist, „fallen unsere eigenen Erkenntnisse in der Gesamtbetrachtung nicht ganz so euphorisch aus“, so Timpe. Aber: „Nach bisherigen Erkenntnissen sind wir mit dem Saisonverlauf 2016 bislang zufrieden.“

„Erstes Ziel ist, den Stand des Vorjahres zu halten“, betont Jochen Gemeinhardt. Schwierig genug, denn die durchschnittliche Aufenthaltsdauer geht auch auf Föhr deutlich zurück, der Trend zum Kurzurlaub nimmt zu. Hätte die Formel in früheren Jahren „mehr Ankünfte, mehr Übernachtungen“ gelautet, „brauche ich heute mehr Ankünfte, um die Übernachtungen zu halten“.

Dieses Ziel zu erreichen, will man künftig verstärkt gemeinsam die Werbetrommel rühren, berichtet Gemeinhardt. So wird es in den neuen Gastgeberverzeichnissen eine Kooperation geben und mit einem Bus, der in Hamburg als Werbeträger für Föhr und Amrum unterwegs ist, wurde ein Anfang gemacht. Für drei Jahre hatten sich die Partner Föhr, Amrum und Wyker Dampfschiffs-Reederei hier festgelegt. Und die Resonanz sei gut, so der FTG-Chef, in der Hansestadt falle die Werbung für einen Urlaub auf den Inseln offenbar auf.

Auch darüber hinaus hat das Team um Jochen Gemeinhardt nach neuen Wegen gesucht, Gäste zu akquirieren. „Wir dachten, wir präsentieren uns mal ein bisschen sportlich, um auch jüngere Leute anzusprechen.“ Für vorerst ein Jahr ist man nun Sponsor des Handballvereins HSV Hannover. Bei Heimspielen des niedersächsischen Drittligisten ist Föhr nicht nur auf den Trikots, sondern auch mit Bannern und auf mehreren Seiten in der Stadionzeitschrift vertreten. Ein Versuchsballon für eine Saison, aus dem eine längere Zusammenarbeit werden könnte.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 12:30 Uhr

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