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Insel-Bote

04. Dezember 2016 | 23:21 Uhr

Wyk ist zertifiziert : Künftig weht das rote Banner

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Premiere an der Nordseeküste Schleswig-Holsteins: Stadt für die Einhaltung verbindlicher Sicherheitsvorgaben am Strand ausgezeichnet.

Das passte: Bei Sonnenschein und sommerlichen Temperaturen nahmen Wyks Bürgermeister Paul Raffelhüschen und Ulrich Koch, Chef des Wyker Hafenbetriebes, gestern eine Urkunde entgegen, die den städtischen Strand als bewachtes Gestade ausweist. Als Vertreter der Deutschen Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) eigens für die Übergabe angereist waren Alexander Paffrath, stellvertretender Technischer Leiter des Bundesverbandes, sowie vom Landesverband Schleswig-Holstein Geschäftsführer Thies Wolfhagen und Einsatzleiter Küste Klaus Holger Hecken. Die DLRG realisiert Begutachtungen von Badestränden und Risikozertifizierungen bereits seit einigen Jahren in Zusammenarbeit mit der „Life Saving Federation of Europe“ (ILSE), die als Zeichen für die Einhaltung verbindlicher Sicherheitsvorgaben neben dem Zertifikat auch ein rotes Banner vergibt. Auch dieses wurde gestern überreicht, und die Stadt kann nun mit einem Alleinstellungsmerkmal punkten: Wyk ist der erste Strand an der schleswig-holsteinischen Nordseeküste, der dieses Prädikat erhalten hat.

„Bei der Risiko-Analyse geht es um den Standard der Badesicherheit und die Arbeitsbedingungen der Ehrenamtler“, hatte Paffrath in seinem Grußwort betont. Begutachtet werden etwa die Größe des Strandes, der Zugang für die Rettungsdienste, zur Verfügung stehende Rettungsmittel und vorhandene Gefahrenzeichen. Ebenfalls geprüft werden die Gefahren und Risiken des Gebietes und welche Einrichtungen und Ausrüstungen für den Wasserrettungsdienst notwendig und welche vorhanden sind.

Hier waren im Vorfeld einige Auflagen zu erfüllen. So wurde der bewachte Badebereich ausgedehnt bis zum Fehrstieg, wo eine Station dazukam. Erneuert wurde die Hauptstation auf der Mittelbrücke: Der bisherige „Badekarren“ wurde durch einen Container ersetzt, der neben einem großen Wachraum über einen zusätzlichen Sanitätsraum und eine begehbare Terrasse verfügt. Eine erhebliche Aufwertung, denn anders als bisher können Badegäste nun separat und vor neugierigen Blicken geschützt behandelt werden, und nicht mehr, wie früher, aus Platzgründen vor dem Turm. Schließlich wurde ein zweites Rettungsboot angeschafft, um die Einsatzfähigkeit und -schnelligkeit zu erhöhen. Ein Schlauchboot mit Außenbordmotor, das am Südstrand positioniert und als Einsatzmittel sehr schnell verfügbar sein wird. Dass auch diverse Schilder ausgewechselt wurden, die angesichts der Globalisierung und internationalen Publikums einheitliche Vorgaben erfüllen müssen, geriet da fast zur Nebensache.

Rund 60  000 Euro wurden investiert, allein zirka 25  000 Euro kostete der Container auf der Mittelbrücke. Eine Investition, die man angesichts der Vorzüge gern getätigt habe, betonte Paul Raffelhüschen. Und auch Annemarie Linneweber, Vorsitzende des Wyker Hafenausschusses, bezeichnete den Schritt, die Zertifizierung anzustreben, als gute Entscheidung.

„Es ist seit Jahren unser Anliegen, die DLRG zu unterstützen“, sagte Ulrich Koch. Ein Engagement, das die Vertreter der DLRG anerkannten. Immerhin ist Wyk die größte Station an der Westküste. Deren nun sechs Türme von Mitte Juni bis Mitte September besetzt sind. 16 bis 20 Rettungsschwimmer sind hier in den Monaten Juli und August im Einsatz, in der Saison versehen durchschnittlich 80 bis 100 Ehrenamtler am Wyker Strand ihren Dienst.

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erstellt am 25.Aug.2016 | 12:30 Uhr

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