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Insel-Bote

03. Dezember 2016 | 05:40 Uhr

Witzige Shows auf Föhr und Amrum : Kleiner Mann mit großer Wirkung

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Andrang war groß: Bei Auftritten auf beiden Inseln präsentierte Bernhard Hoëcker viele wissenswerte Fakten – gewohnt unterhaltsam verpackt.

Dass die Veranstaltungen im Norddorfer Gemeindehaus und im Wyker Kurgartensaal gut besucht sein würden, war zu erwarten: Das ist bei Auftritten von Bernhard Hoëcker nicht ungewöhnlich. Der Andrang an beiden Abenden überraschte dann aber doch, der in Wyk so groß war, dass nicht alle Zuschauer in dem voll bestuhlten Kurgartensaal einen Platz fanden und die rund zweieinhalb Stunden stehend genießen mussten.

Der Stimmung tat dies keinen Abbruch, denn die Veranstaltungen waren überaus unterhaltsam. Und informativ noch dazu, denn der Komiker war nicht nur Alleinunterhalter, sondern gleichermaßen Lehrer, der seinen Schülern (dem Publikum) einige wissenswerte Fakten mit auf den Weg gab. Etwa, dass des Deutschen liebste Beere, die Erdbeere, gar keine Beere, sondern eine Sammelnussfrucht ist, also nur Sammelbecken für die Nüsse (die kleinen grünen Punkte).

Außerdem stellte Hoëcker recht anschaulich dar, welche Probleme es auch mit der eigentlich universellen Zeichensprache geben kann. Dass ein Tippen an den Kopf hier zwar heiße, man sei nicht sehr hell, in Peru aber, man sei sehr intelligent. Und dass ein nach oben gestreckter Daumen in Griechenland gleichbedeutend mit dem gezeigten Mittelfinger sei. Was passiert, wenn ein Peruaner, ein Grieche, ein Deutscher und andere Menschen zusammenkommen, ist dann recht schnell klar.

Bernhard Hoëcker schaffte es aber auch, sein Publikum aktiv einzubeziehen. Parallel zur Show konnte man mit dem Smartphone an einer Umfrage teilnehmen, woraufhin der Komiker recht amüsant erklärte, warum in öffentlichen Toiletten die erste in der Reihe immer die sauberste ist. Oder dass man im Supermarkt nicht immer an der langsamsten Kasse steht, sondern die angenehm schnellen Kassiervorgänge vielmehr verdrängt.

Und auch sonst versuchte Hoëcker, üble Späße nicht über das Publikum, sondern mit ihm zu machen. So passte es genau, dass er in Wyk ein Ehepaar darüber ausfragte, wie es sich kennengelernt hatte. Bei einer Fortbildung zum Thema Teambildung, erfuhren die Besucher, und man habe sich auf Föhr verlobt. „Das ist natürlich super schön und passte perfekt ins Programm“, verriet Bernhard Hoëcker nach der Show.

Das unter anderem aus Fernsehsendungen wie „Switch“ oder „Wer weiß denn so was?“ bekannte Allroundtalent hatte sichtlich Freude an den Abenden im Gemeindehaus und im Kurgartensaal. „Das Publikum war gut drauf und es hat richtig Spaß gemacht.“ Auf Föhr war es bereits der dritte Auftritt, näher kennengelernt hat er die Insel aber kaum: „Wir bekommen von den Orten, in denen wir spielen, meist nicht viel zu sehen.“

Der nur 1,59 kleine Künstler ist längst deutschlandweit als Komiker bekannt, bei seriösen Terminen wird er aber trotzdem ernst genommen: „Es gibt ein paar, die meinen, dann ein, zwei Scherze machen zu müssen, aber meistens läuft alles auf sachlicher Ebene.“

Apropos sachlich: Auf eines legt Hoëcker besonderen Wert: Alle Fakten, die er seinem Publikum im Laufe eines Abends präsentiert, müssen fundiert sein: „Ich recherchiere vorher alles nach. Vieles hat man natürlich irgendwo gelesen oder gehört. Aber ich möchte meinem Publikum ja etwas mitgeben.“

Trotzdem sollte man dem Komiker nicht alles glauben: Seine Interpretation von Zimmerlautstärke (es muss in allen Zimmern des Hauses zu hören sein) könnte vor allem bei dem von ihm favorisierten Heavy-Metal zu einigem Streit mit den Nachbarn führen. Die Vorführung seiner Auffassung sorgte beim Publikum aber dennoch für tosenden Applaus.

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erstellt am 22.Aug.2016 | 13:30 Uhr

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