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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 17:17 Uhr

Brandschützer auf Amrum : „Jeder kann morgen Hilfe brauchen“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Anderen in der Not zur Seite stehen: Für Feuerwehrmann Fin Zimmermann ist dies eine Selbstverständlichkeit.

Fin Zimmermann ist ein echtes Inselkind und kann zudem von sich behaupten, dass er unterhalb des Leuchtturms geboren wurde. Das ist nun schon 33 Jahre her und trotzdem kann er sich gut daran erinnern, dass in seiner Kindheit sein Vater als Feuerwehrmann zu einem Löscheinsatz gerufen worden war. Gemeinsam mit seiner Mutter konnte er aus dem Fenster der Wohnung den Feuerschein eines in der Inselstraße in Wittdün niederbrennenden Restaurants beobachten.

Die ersten Berührungspunkte zur Feuerwehr hatte der heutige Familienvater mit zehn Jahren bei den Nachwuchs-Brandschützern. „Beim Fußball wurde von der Jugendfeuerwehr erzählt und damals war es noch Jugendwart Andreas Knauer, der die Kinder und Jugendlichen leitete“, berichtet Fin Zimmermann. „Die Zeit bei der Jugendfeuerwehr hat echt Laune gemacht.“ Mit Wolfgang Stöck, der die Jugendabteilung der Amrumer Wehren übernahm und zufällig auch Nachbar der Familie Zimmermann war, hätten die Kinder neben der Ausbildung sehr viel Freizeitgestaltung erlebt und auch der Zusammenhalt sei sehr groß gewesen. „Ich habe dort auch Freunde fürs Leben gefunden und so kam es, dass wir gleich mit mehreren in die Wittdüner Feuerwehr überstellt wurden.“

Mit der Absolvierung verschiedener Lehrgänge stieg in der Folge auch schnell die Qualifikation. Bis hin zum Gruppenführerlehrgang 1 und 2 war alles dabei und nach der Ausbildung wurde der junge Feuerwehrmann in dieser Position schnell gefordert. „Ein Frachtschiff hatte das Sportboot von August Jakobs im Wittdüner Seezeichenhafen so stark beschädigt, dass es zu sinken drohte. Ich war Einsatzleiter und hatte umfassende Entscheidungen zu treffen. Das war schon sehr aufregend für mich“, erinnert sich Fin Zimmermann noch sehr gut.

Verantwortung zu übernehmen, die Gruppe im Einsatz zu führen oder in der einsatzfreien Zeit Übungsdienste auszuarbeiten und zu leiten gehören zum Aufgabenbereich. Doch als ein Wehrführer gesucht wurde, hat Fin Zimmermann nach einiger Überlegung für sich die Entscheidung getroffen, nicht für den Posten zu kandidieren. „Ich habe mit meiner Familie in Nebel ein Haus gebaut und allein durch die Fahrstrecke bedingt kann ich nicht als einer der Ersten am Gerätehaus sein. Als Wehrführer wäre dies für mich aber der Anspruch, um die ersten wichtigen Entscheidungen zu treffen“, erklärt der Familienvater.

Feuerwehr bedeutet für den 33-Jährigen auch ein Stück Inselleben. Hier ist man im Kreis vieler seiner Freunde und neben dem Dienst wird auch zusammen Sport betrieben, werden Familienfeiern organisiert und die gemeinsamen Wochenendausflüge sind auch immer wieder ein Highlight.

Auf die Frage, ob die derzeit laufende Werbekampagne zur Mitgliederwerbung bei den Amrumer Feuerwehren erfolgreich sei, erzählt Fin Zimmermann erfreut, dass bereits neue aktive Mitglieder in Wittdün begrüßt werden konnten. „Wir sind aber auch wirklich darauf angewiesen, neue Einsatzkräfte zu gewinnen und auszubilden. Es sind durch Abwesenheit, Arbeit oder Krankheit nie alle Aktiven zeitgleich verfügbar und nur durch eine ausreichende Personalstärke können wir zu jeder Tages- und Nachtzeit ausrücken“, verdeutlicht Zimmermann.

„Wer einmal dabei war, der weiß, wie brenzlig es so manches Mal wirklich war und wie wichtig diese Hilfe für die Bevölkerung ist.“ Die Zeit, als die Wehren aufgrund einer Brandserie bis zu zweimal in der Nacht ausrücken mussten, um Menschen zu retten und Häuser vor dem Totalverlust zu bewahren, sei noch sehr präsent. „Ich kann nur an alle appellieren, diesen Dienst zum Wohle der Inselbewohner und ihrer Gäste zu unterstützen. Jeder könnte morgen selbst Hilfe brauchen“.

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erstellt am 26.Sep.2016 | 19:00 Uhr

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