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Insel-Bote

06. Dezember 2016 | 11:24 Uhr

Inselhelden : Inseln sind Oasen der Sicherheit

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kriminalität auf Föhr und Amrum nur halb so hoch wie in Schleswig-Holstein landesweit / Diebstahl das häufigste Delikt

Ruhe, Entspannung, Einkehr – und ein nahezu unbekanntes Gefühl von Sicherheit: Föhr und Amrum sind zwar Touristen-Hochburgen, doch Kriminelle machen um die Inseln einen weiten Bogen. Das geht aus einer Antwort des Landeskriminalamtes (LKA) auf Anfrage des Insel-Boten hervor. So zählte die Polizei im vergangenen Jahr auf Föhr 250 Straftaten und auf Amrum 80.

Stellt man die Delikte ins Verhältnis zur Bevölkerung, dann liegt die Kriminalitätsrate um die Hälfte niedriger als im Landesdurchschnitt. Auf 100  000 Einwohner hochgerechnet verzeichnet Amrum 3569,8 Fälle, Föhr sogar nur 3011,2 im Vergleich zum Land Schleswig-Holstein gesamt von 7156,8. Zudem unterscheidet die Polizeistatistik nicht zwischen Tätern, die auf Föhr oder Amrum wohnen und jenen, die sich als Gäste auf den Inseln aufhalten. LKA-Sprecherin Jana Maring betonte: „Durch die hohe Anzahl an Touristen auf den beiden Inseln, die nicht als Einwohner gezählt werden, ergibt sich eine Verzerrung.“ Mit anderen Worten – die Kriminalität unter den Einheimischen ist nochmals deutlich geringer.

Setzt man die Zahlen zu jenen der Landeshauptstadt ins Verhältnis, dann stehen die Inseln noch besser da: In Kiel ist die Kriminalitätsrate mehr als dreimal so hoch. Das häufigste Delikt auf Föhr und Amrum ist mit 91 bzw. 15 Fällen der Diebstahl. Doch auch hier hat sich die Anzahl in den letzten fünf Jahren – grob gerechnet – halbiert. Auf Föhr wurden 2011 noch 155 Eigentumsdelikte begangen, auf Amrum 37. Dabei stehen insbesondere Fahrräder im Fokus der Langfinger: 27 wurden 2015 entwendet – neun auf Amrum, 18 auf Föhr. Danach folgen Sachbeschädigungen und Betrugsdelikte. Auf Föhr haben jedoch Autobesitzer ein größeres Problem: 40-mal brachen Diebe abgestellte Kfz auf.

Statistisch belegt ist für die Inseln das Gefühl der Sicherheit, das u.a. Pastorin Hanna Wichmann beschreibt: „Auch kann man sich nachts problemlos bewegen. Wir kennen uns alle. Natürlich kann auch hier was passieren, man lebt ja nirgends sicher.“ Auf Föhr gab es 2015 keine einzige „Straftat gegen die sexuelle Selbstbestimmung“, wie es im Beamtendeutsch heißt. Die Polizisten wurden nur zu vier Fällen von gefährlicher oder schwerer Körperverletzung gerufen. Das sind auf die berühmten statistischen 100 000 Einwohner hochgerechnet 48,2 Fälle. Im Land liegt die Zahl bei 137,5 und in Kiel bei 263,6. Glückliche und vor allem friedliche Inseln!

Das macht gerade in Zeiten von Gewalt und Terror Föhr und Amrum weltweit attraktiv. Das ist auch Torsten Albig aufgefallen. Der Ministerpräsident im Interview mit dem Insel-Boten: „Wir spüren eine neue Lust auf die heimischen Urlaubsziele. Und ganz sicher meiden manche jetzt auch die Türkei als Urlaubsregion.“

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erstellt am 22.Jul.2016 | 22:12 Uhr

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