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Insel-Bote

06. Dezember 2016 | 11:20 Uhr

Föhr, Amrum und die Halligen : #inselhelden: Chef-Geschichten aus der Inselwelt in SH

vom
Aus der Redaktion des Flensburger Tageblatts

Am Montag startet die Aktion „Inselhelden – Eine Woche Föhr 2016“ – Fünf Chefredakteure machen den Lokalteil des Insel-Boten.

Föhr | Folgen Sie den Geschichten der fünf Chefredakteure auf dem Blog der Inselhelden, auf der Themenseite von shz.de, auf Twitter (#inselhelden) und auf der Facebookseite des Inselboten

Alles nahm seinen Anfang mit einem Stoßseufzer. Er entfuhr meinem Kollegen Dr. Wolfram Kiwit von den Dortmunder Ruhrnachrichten, nachdem wir in einer kleinen Runde von Chefredakteuren stundenlang über Probleme und Projekte in unseren Redaktionen und Verlagshäusern diskutiert hatten. „wok“, so ist sein Kürzel, stöhnte: „Ich würde einfach mal so gern wieder den Lokalteil machen.“ Dann gab ein Wort das andere: „Ich auch.“ – „Dann machen wir das doch einfach mal!“ – „Aber wo?“ – „Am besten auf einer Insel, da kann keiner abhauen.“ – „Aber nicht Sylt, dann wird das missverstanden.“ – „Also Föhr.“ Der Beschluss dauerte ziemlich genauso lange, wie Sie für das Lesen dieser Zeilen benötigt haben.

Die Runde, die sich regelmäßig trifft und austauscht, besteht aus sechs Kollegen. Neben „wok“ und „klä“, der diesen Text verfasst hat, sind dies Ralf Geisenhanslüke von der Neuen Osnabrücker Zeitung, zu der auch der sh:z gehört, sowie Dr. Jost Lübben von der Westfalenpost, die im Sauer- und Siegerland erscheint. Auflagenkönig ist Michael Bröcker von der Düsseldorfer Rheinischen Post, und Horst Seidenfaden von der Hessisch-Niedersächsischen Allgemeinen in Kassel ist der Erfahrenste unter uns.

Chefredakteure sind manchmal eine sehr merkwürdige und eigensinnige Spezies, viele gönnen den Kollegen den Erfolg nicht, und die Branche ist klitzeklein. Es gibt in Deutschland ungefähr so viele Chefredakteure selbstständiger Regionalzeitungen wie Abgeordnete im Kieler Landeshaus. Da sucht man sich Gesinnungsgenossen, und „wok“ war es, der vor Jahren ein paar Kumpels anrief und sagte: „Lasst uns eine Pragmatiker-Runde machen. Jeder erzählt, was bei ihm gut oder schlecht läuft. Dann lernen wir voneinander.“ Und so halten wir es seither. Bis der „wok“-Stoßseufzer kam und die Geheimrunde nun öffentlich wird, denn in der Tat machen die Chefredakteure eine Woche Lokalteil des Insel-Boten auf Föhr und Amrum.

Die Insulaner müssen in der kommenden Woche auf ihre Experten verzichten. Petra Kölschbach und Peter Schulze, die in der Großen Straße in Wyk sonst die Stellung halten, dürfen sich eine Woche auf die Tribüne setzen und zuschauen. Ab und an werden sie den dilettierenden Chefredakteuren auch helfen, denn so schnell kann man Lokalberichterstattung nicht mal eben übernehmen. Dazu bedarf es immensen Insider-Wissens. Aber wir haben schon ein paar Themen im Köcher, die wirklich etwas werden könnten.
 

Damit das Ganze auch halbwegs gut aussieht, kümmert sich sh:z-Kollege Dieter Schulz, der sonst unsere Wochenendprodukte verantwortet, um die Produktion der Seiten. Die Zeitungshäuser verfolgen die Aktion ihrer Chefs natürlich auf ihren Webseiten und vielleicht auch ab und an im Blatt. Für Föhr bedeutet das eine gewaltige Aufmerksamkeit, denn die Auflage aller beteiligten Zeitungshäuser geht in die Millionen. Hinzukommen digitale Verbreitungswege auf www.shz.de, www.inselhelden.de, #inselhelden (Twitter) und natürlich auf der Facebook-Seite des Insel-Boten. Da alles miteinander verlinkt ist, lässt sich das auf einen Klick finden.

Irgendwann bekam ein Großfürst unserer Branche Wind von der Sache. Das Projekt „Inselhelden“, so hatten wir das selbstironisch getauft, sprach sich herum. Sven Gösmann, Chefredakteur der Deutschen Presse-Agentur und mit allen sechs Chefredakteuren in engem Austausch, sagte spontan: „Da will ich dabei sein.“ Im letzten Moment kam ihm etwas Dienstliches dazwischen. Bei Horst Seidenfaden steht in Kassel die Einführung einer neuen Redaktions-Software an, er wird also nur besuchsweise auf die Insel kommen können. Aber die anderen Fünf haben sich fest einquartiert (teils mit Partnerinnen, Kindern, Hund und Schwiegermutter) und berichten eine Woche lang, was wir Interessantes auf Föhr und Amrum finden.

Es ist ein fremder Blick auf die Inseln, nicht der von Kennern wie Petra Kölschbach und Peter Schulze. Aber vielleicht ist es für die Leserinnen und Leser auch ganz erfrischend, mal den Blick eines Dortmunders, eines Düsseldorfers, eines Bremers auf unsere Inseln einzunehmen. Falls es den Insulanern nicht gefällt: Nach einer Woche ist der Spuk vorbei. Versprochen.

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erstellt am 16.Jul.2016 | 10:41 Uhr

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