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Am Wyker Sandwall : Im Zick-Zack-Kurs hinaus aufs Meer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Im Hafenausschuss wurden erste Pläne für den Neubau der Mittelbrücke diskutiert. Das neue Bauwerk soll rund 30 Meter länger werden.

Die Wyker Mittelbrücke ist marode, die Sanierung oder ein Neubau dringend geboten. Keine neue Erkenntnis, denn das Thema wird seit 2010 in regelmäßigen Abständen diskutiert. Nun aber sollen Nägel mit Köpfen gemacht werden, soll das in die Jahre gekommene Bauwerk durch einen Neubau ersetzt werden.

Der Kieler Landschaftsarchitekt Jens Bendfeldt, bereits bei der Planung des Sandwalls mit an Bord, war der Einladung des Hafenausschusses gefolgt und hatte einige Ideen im Gepäck. So könnte die Brücke gerade ins Meer führen, mit einem Bogen versehen werden oder im Zick-Zack-Kurs daherkommen. Diese letzte Variante stieß im Ausschuss auf Interesse. Lange Bänke auf jeder Seite schlug der Planer vor, am Kopf des Steges hätten zwei statt wie bisher ein Container Platz und von hier könnte auch eine Treppe ins Wasser führen. Zudem hatte Bendfeldt eine Rampe eingeplant, die den Zugang zu einem Schwimmponton und damit den barrierefreien Zugang zum Meer ermöglichen würde.

„Das Höhenniveau der Brücke sollte dem des Platzes an der Mittelbrücke entsprechen“, so der Rat des Fachmannes. Daraus ergäben sich eine Reihe von Vorteilen. So könne man am Strand unter der Brücke hindurchgehen und das höher gelegene Bauwerk wäre nicht so häufig dem Meerwasser ausgesetzt. „Durch das gleichmäßige Niveau hat man kaum Überflutungen auf der Mittelbrücke.“ Eineinhalb bis zwei Meter würde die Brücke dadurch höher werden. Ein Vorschlag, der nicht auf ungeteilte Begeisterung stieß, denn von dem Steg ins Wasser zu springen, ist bei den Kindern und Jugendlichen ein beliebtes Hobby, das künftig mit einer noch größeren Gefahr verbunden wäre. Hier schlug Holger Frädrich (SPD) vor, einen Wasserstandsmesser zu installieren, der über die Wassertiefe informiert. Ausnahmslose Zustimmung erntete Bendfeldt dann für die Feststellung, dass auch das Anlegen von Ausflugschiffen oder Segelbooten künftig möglich sein müsse.

Wird ein zweiter Container aufgestellt, könnte dieser einen Imbiss oder Kiosk beherbergen. Dass der Standort für die Deutsche Lebensrettungs-Gesellschaft (DLRG) auch weiterhin zwingend erforderlich ist, daran ließ Hafenchef Ulrich Koch auf Nachfrage von Klaus Herpich (KG) keinen Zweifel. „Wir decken damit den gesamten Hauptstrand ab“ sprach sich Koch vehement für den Verbleib der DLRG auf der neuen Brücke aus. Im Übrigen war man sich in der Runde einig, dass eine zu kleinteilige Planung derzeit wenig bringe. Details, wo am Ende Container stehen, ob überhaupt Container oder andere Gebäude aufgestellt werden oder ob den Brückenkopf eine Wasserrutsche ziert, könnten zu einem späteren Zeitpunkt geklärt werden. Die Form der Brücke und deren Länge aber sei wichtig für die weitere Planung.

Das Gremium entschied sich schließlich mehrheitlich für die Zick-Zack-Variante. Der Brückenkopf soll wiederum mit einer Plattform versehen werden, an der Ausflugsschiffe anlegen können, weshalb die Brücke rund 30 Meter länger werden soll. Zudem sollen ein Schwimmsteg für Segelboote angebracht und ein Imbiss vorgesehen werden. Über die künftige Höhe des Bauwerks, das künftig auch breiter werden soll, wurde nicht kontrovers diskutiert.

Blieb die Frage nach den Kosten. Die seien noch nicht ermittelt, sagte Bendfeldt, „da wir noch keine belastbaren Pläne haben“. Zahlen ließ sich der Planer dann aber doch entlocken. „Aufgrund der Quadratmeter und der Ausstattung liegen wir mit einem Posten für Unvorhergesehendes und Planungskosten bei 3,6 Mio Euro brutto.“ Dies gelte für die bisherige Länge von rund 125 Metern, ergänzte Ulrich Koch. „Wird die Brücke länger, steigen die Kosten entsprechend.“

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erstellt am 18.Mär.2017 | 12:30 Uhr

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