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Insel-Bote

09. Dezember 2016 | 12:46 Uhr

Ein Tag bei den Nachbarn : „Ich bin dann mal nebenan“

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Von Insel zu Insel: Unsere Sylter Autorin beschreibt einen Ausflug nach Amrum.

Der Spruch „Schlafen könnt Ihr auch auf Amrum“ empfängt Sylter und Gäste schon am Westerländer Bahnhof. Besonders viel Attraktivität scheint Sylt der rund 30 Quadratkilometer kleinen Nachbarinsel – inklusive Kniepsand - anscheinend nicht zuzutrauen. Was kann also reizen, einmal Amrum zu besuchen? Unsere Mitarbeiterin Wiebke Stitz hat es erkundet.

Um es gleich vorweg zu sagen: Wer Amrum nicht besucht, hat selbst Schuld. Amrum bietet alles, was man sich auf einer Friesen-Insel wünscht: viel faszinierende Natur, schnuckelige Häuschen, gemütliche Restaurants und beeindruckende Strände. Sinnvoll ist eine rechtzeitige Tages-Planung, weil die Aufenthaltsdauer bei der Anreise mit der Reederei Adler-Schiffe zwischen einer und sieben Stunden variiert.

Das Ausflugsgefühl stellt sich ein, sobald man die „Adler-Express“ oder die „Adler IV“ betreten hat: bitte Platz nehmen an Deck und bei der Fahrt durch das Weltnaturerbe Wattenmeer die Vielfalt der Natur genießen. Die Zeit auf See beträgt je nach Schiff zwischen 45 und gut 90 Minuten. Angelegt wird in Wittdün, was übersetzt „Weiße Düne“ heißt. „Es ist schade, wenn unsere Gäste nicht über Wittdün hinauskommen“, bedauert Frank Timpe, Amrums erster Touristiker, „doch wenn es zeitlich nicht anders geht, dann empfehle ich einen Rundumschlag in Sachen Natur zu erleben.“ Die Natur ist auf Amrum unschlagbar, der Kniepsand ist der breiteste zusammenhängende Sandstrand Europas. Und der beginnt gleich links vom Schiffsanleger unterhalb der Wandelbahn. „Wer ihr folgt, erlebt das Amrumer Dünenwandertal mit sensationellen Aussichtsmöglichkeiten in die Insel- und Halligwelt und den Süßwassersee Wriakhörn. Über den Bohlenweg geht es zur Inselstraße mit Kapelle und zurück zum Anleger.“ rät Frank Timpe.

Wer länger als eine Stunde bleiben darf, kann die Orte Steenodde, Nebel, Süddorf und das trubelige Norddorf besuchen. Am Schiffsanleger steht immer um Viertel vor „Insel-Paul“ bereit und verspricht „25 Kilometer Amrum ohne Hast und Langeweile“. Auch der öffentliche Nahverkehr braucht sich nicht zu verstecken, von 9 Uhr bis 18.30 Uhr verkehren die Busse jede halbe Stunde und können mit der Tageskarte beliebig oft genutzt werden. Wer lieber selbst fahren möchte, kann sich in jedem Inselort Fahrräder mieten.

Wir verlassen Wittdün – das Naturerlebnis ist unfassbar und im Gegensatz zu Sylt um einiges lieblicher: grasende Pferde, bunt blühende Friesengärten und wogende Getreidefelder liegen rechts und links des Sandweges, darüber ein Himmel, der unendlich scheint. Nach gut vier Kilometern ist Nebel erreicht, hier steht der touristische Hotspot Amrums: die St.-Clemens-Kirche mit den „Erzählenden Grabsteinen“. Geschichtsinteressierte können das Heimatmuseum „Öömrang Hüs“ und das Mühlenmuseum besuchen, Badefans finden auch in Nebel einen Traumstrand.

Den gibt es auch in Norddorf, das vor allem Naturfans mit dem Naturzentrum viele fachliche Informationen bietet. Höhe Strandübergang Strunwai bleibt auch dem geübten Insulaner die Spucke weg: Strand, Strand, Strand und traumhafte Wellen.

Es fällt schwer, den Strand von Norddorf wieder zu verlassen, doch entschädigt der Rückweg durch den Amrumer Wald etwas: Das Rauschen der Bäume und der Duft der feuchten Erde begleiten uns vorbei an einem großen Waldspielplatz und mit einem Abstecher in die Eisenzeit. „Das ist mein ganz persönlicher Favorit“, gibt Frank Timpe zu. „Mit Freunden fahre ich bis zur Bedarfshaltestelle zwischen Nebel und Norddorf und wandere dann entlang der ehemaligen Vogelkoje zum eisenzeitlichen Haus und zum Quermarkenfeuer. Hin- und zurück dauert das gut zwei Stunden.“

Den Abschiedsschmerz kann nur die Aussicht auf die Heimreise per Schiff trösten: Auf dem Rückweg mit „Adler  IV“ sehen wir sogar noch ein paar Seehunde. In Hörnum gehen wir mit dem Gefühl eines rundum erfüllenden Tages von Bord und werden jetzt auf Sylt so richtig gut schlafen.







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