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Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 05:29 Uhr

Küstenschutz auf Amrum : Hochbetrieb am Norddorfer Strand

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Sturmfluten hatten an Amrums Nordspitze deutliche Spuren hinterlassen. Ein 500 Meter langer Abschnitt vor Ban Horn wird nun mit Sand aufgefüllt.

Lastwagenladung um Lastwagenladung ließen die Küstenschützer des Landesbetriebes für Küstenschutz, Nationalpark und Meeresschutz (LKN) Sand zur Sicherung eines rund 500 Meter langen Abschnitts vor dem Schullandheim Ban Horn am Norddorfer Strand auffahren. Material, das von dem Kniepsand gut zwei Kilometer weiter südlich der Badestelle Norddorf entnommen und von dort mit Spezial-Lastwagen nach Norden transportiert wurde.

Wie Dr. Hendrik Brunckhorst, Pressesprecher des LKN, erklärte, wurde die Maßnahme nötig, weil die Sturmfluten im vergangenen Winter an Amrums Nordspitze deutliche Spuren hinterlassen hatten. Südlich des Schullandheimes Ban Horn gab es auf 500 Metern schwere Abbrüche der Randdünen und auch im Bereich der Wasserwechselzone wurde Sand ausgeräumt. Unter den Randdünen befindet sich zwar der sogenannte Risum-Deich, der einen Dünendurchbruch verhindern würde, doch deckt dieser nicht das gesamte gefährdete Areal ab. Im Bereich des Schullandheimes schützen derweil noch Randdünen vor dem Besuch der Nordsee.

Das 2014 mit 27  000 Kubikmetern Sand angelegte Depot zum Schutz der Randdünen vor Ban Horn hatte sich bewährt, allerdings ist dieser Sandpuffer durch die unnachgiebig auflaufende Brandung mittlerweile gänzlich aufgezehrt. Der Kniepsand wandert seit Jahren nach Nordosten und legt sich derzeit mit etwa 90 Metern pro Jahr vor den betroffenen Küstenabschnitt. „Behält er diese Dynamik bei, wird er sich in etwa fünf Jahren schützend vor den Südteil der Amrum Odde legen. Wellenenergie und Wellenangriffe würden sich dann deutlich verringern“, prognostizieren die Fachleute des LKN.

Norddorfs Bürgermeister Peter Koßmann hatte in den zurückliegenden Jahren viele Gespräche mit Politikern und Küstenschützern geführt und wurde nicht müde, immer wieder die Notwendigkeit einer Schutzmaßnahme zu verdeutlichen. Bei jedem Sturm wurden enorme Sandmassen weggerissen. Erst als die Stürme im Herbst 2013 demonstrierten, wie habgierig die Nordsee ist, wenn es darum geht, sich Sand vom Strand und den Dünen einzuverleiben, konkretisierten sich die Pläne für die erste Maßnahme zur Sandvorlagerung. „Wir müssen die Zeit überbrückt bekommen, bis sich der von Süden anwachsende Kniepsand vor den gefährdeten Bereich schiebt. Derweil findet dort noch eine regelrechte Auskolkung statt, mit der Folge, dass alte, längst vergessene Bestandteile von Brücken und Buhnen wieder freigespült wurden“, verdeutlicht Koßmann. Er hofft, dass Amrums Gäste die Notwendigkeit der laufenden Schutzmaßnahme erkennen und sich nicht durch die drei Speziallastwagen, die im Pendelverkehr über den Kniepsand fahren, stören lassen.

Um die Randdünen vor Ban Horn zu sichern, wird nun ein Teil des natürlichen Sandtransports vom Kniepsand vorweggenommen. Dazu werden seit Anfang April insgesamt 38  000 Kubikmeter Sand vom Kniepsand entnommen. Die Lkw können pro Tour 16 Kubikmeter Sand vor die Randdünen und den Vorstrand südlich von Ban Horn transportieren. Auf einer Fläche von 500 Metern Länge und 100 Metern Breite wird dieser bis in die Wasserwechselzone verteilt und das Sanddepot damit aufgefüllt. Die alte Buhne wird im Zuge der Maßnahme vollständig entfernt, um die hydromorphologische Situation zu beruhigen.

In den kommenden Wochen werden zudem Sandfangzäune gesetzt und Strandhafer gepflanzt. Anfang Mai soll die rund 300  000 Euro teure Maßnahme abgeschlossen werden. Kosten, die zu 90 Prozent vom Land Schleswig-Holstein und zu zehn Prozent vom Amt Föhr-Amrum getragen werden. Das Amt zeichnet darüber hinaus für den biotechnischen Küstenschutz auf Amrum verantwortlich, in dessen Zuge kontinuierlich Pflanzungen von Strandhafer und die Installation von Sandfangzäunen zu den erforderlichen Maßnahmen gehören. So konnten in den vergangenen Jahren an der gesamten sandigen Küste Amrums große Sandpolster durch den biotechnischen Küstenschutz angehäuft werden. Diese dienen bei hohen Kanten- und Sturmfluten als sich verzehrender Schutz für Amrums Randdünen.

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erstellt am 25.Apr.2016 | 13:00 Uhr

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