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Tratidions-Theater auf Amrum : Gourmet-Festival mit Hindernissen

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Zum 19. Mal: Die Theatergruppe Theno sorgte mit ihrem neuen friesischen Stück in Norddorf für Begeisterung.

Alle zwei Jahre tritt die friesische Theatergruppe Theno im „Strand 33“ in Norddorf auf. Mit Spannung und Vorfreude war das diesjährige Schauspiel von den insularen Zuschauern erwartet und seit Monaten von den Akteuren geprobt worden. „At grat freeden“ (das große Fressen), so der Titel des Stückes, das aus der Feder von Kai Quedens stammt. „Alle haben das Stück gemeinsam mit weiteren Ideen und Dialogen gefüllt, bis es komplett war,“ sagte der Autor und Regisseur. Zum 19. Mal traten die Laiendarsteller in diesem Jahr auf. 17 Mal war Klaus Hahnke dabei, dem die Aufführung gewidmet wurde, sagte Jan Ruth bei der Begrüßung.

Dreh und Angelpunkt sind die Räumlichkeiten des Restaurants „Die schnelle Kartoffel“. Lösungen für finanzielle Schwierigkeiten müssen her und ein „Brainstorming“ soll helfen. Doch schon der Begriff sorgt für Schenkelklopfer, denn während der eine meint, es mit Wetterkapriolen zu tun zu haben, denkt der nächste an Streitigkeiten. Ideen werden zusammengetragen und nach „mehr Urlaub für alle“ und „Edelburger und Crêpes" bekommt der Vorschlag von Oma Annegret, ein Gourmet-Festival auszurichten, schließlich den Zuschlag.

Gebraucht wird vor allem ein echter Starkoch. Dank Reinhard, der als Koch Erfahrungen in Hamburg gesammelt hat, kann der Fernsehkoch Steffen Henssler, ein Berufsschulkollege, für das Festival gewonnen werden. Auch die Umgestaltung und Dekoration des Restaurants stehen an und auch hier hat Reinhard die zündende Idee: Der Badegast, ein waschechter Maler, mit moderner Kunst im Gepäck und einem bekannten Amrumer Künstler verblüffend ähnlich, soll gebeten werden, seine Werke im Gastraum auszustellen. Und „Punscho“ willigt nicht nur ein, er lädt sich auch geschickt selbst zu dem Gourmet-Festival ein.

Fast wäre alles perfekt, würde da nicht der Starkoch absagen und eine Restaurantkritikerin und -testerin von Michelin zusagen. Diese kommt zum Entsetzen von Barbara auch noch aus Bayern, doch ihre Begeisterung für Jens und seine Kochkünste überstrahlen den südlichen Dialekt mitsamt der „fremdländischen“ Ausdrücke. Das kurze Chaos der unter Wasser stehenden Waschküche kann Ole retten, den wiederum Hilke vom Gourmet-Festival rettet, denn „Gourmet an ik, det paaset ianfach ei tuup“ (Gourmet und ich das passt einfach nicht zusammen). Das Team der „Schnelle Kartoffel“ kann nach dem letzten Menü einen Riesenapplaus der Gäste verbuchen. Ein Erfolg, den Jens auch gern wieder bei seiner Maren hätte. Doch für die steht eines fest: „Üüb Oomram wurd immer noch maaget, wat a wüfen sai-an det blaft so“ (auf Amrum wird immer noch gemacht, was die Frauen sagen, und das bleibt auch so).

Das Publikum war von der Darbietung begeistert. Traditionell wurden die Spenden eines jeden Abends gesammelt und einem guten Zweck gewidmet. In diesem Jahr ging der Betrag „nur in die Nachbarschaft“, erzählte Jan Ruth und freute sich, dass auch die Theatergruppe die Präparation und Herrichtung des Skeletts eines gestrandeten Pottwals und damit den Öömrang Ferian unterstützt.

Vor rund einem Vierteljahrhundert trat die Theatergruppe Theno erstmals mit einem selbstgeschriebenen Stück auf, nachdem sie von Inge Ruth und auf Initiative des damaligen Norddofer Bürgermeisters Karl-Heinz Schult ins Leben gerufen worden war. Die Geschichten wurden stets von den Schauspielern selbst geschrieben. Die Ideen gingen dem Team dabei nie aus und auch in diesem Jahr bildeten sie zur Begeisterung des Publilkums mit scharfen Bemerkungen, Anspielungen, wirklichen Geschichten und einer zynisch-frechen Art eine Brücke zwischen „Realität und Schauspiel“.

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erstellt am 11.Mär.2017 | 13:00 Uhr

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