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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 08:59 Uhr

Satirisches in Nebel : Gedichte treffen mitten ins Herz

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Nach einem gelungenen Tucholsky-Programm im vergangenen Jahr hatte der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz in diesem Jahr Erich Kästner im Gepäck.

Nach einem gelungenen Tucholsky-Programm im vergangenen Jahr besuchte der Schauspieler Hans-Jürgen Schatz erneut die Insel: Im Haus des Gastes hatte er Erich Kästner im Gepäck.

Es wurde ein gelungener Querschnitt durch die „Gebrauchslyrik“ für Erwachsene. Ernste, autobiografische Texte zum Ersten Weltkrieg und der aufkommenden Nazi-Zeit wechselten sich mit Gedichten zum Thema „Mutter“ und Bissigem über die Lebensumstände aus Kästners Berliner Jahren ab. Besonders betroffen zeigte sich das Publikum von der Aktualität des Gedichts „Primaner in Uniform“.

Stille Rührung herrschte im Saal bei den Gedichten zur Mutter-Sohn-Beziehung („Eine Mutter zieht Bilanz“). Mitten ins Herz trafen die Gedichte über Kinder, die Grausames („Die Ballade vom Nachahmungstrieb“) und Humorvolles („Ein Kind, etwas frühreif“) gleichermaßen präsentierten. Als stimmungsvoller Höhepunkt las Schatz zwei Kapitel aus Erich Kästners erstem Roman für Kinder, „Emil und die Detektive“, in denen Berliner Jungen einen Taschendieb verfolgen und zur Strecke bringen. Untermalt wurden die Szenen unter anderem durch den Einsatz einer Fahrradklingel und einer Hupe.

Nach der Pause ging es bissig, satirisch und ausgesprochen komisch weiter. Mit „Hamlets Geist“, ein betrunkener Bühnendarsteller bringt eine Aufführung durcheinander, ehrte Hans-Jürgen Schatz seinen verstorbenen Kollegen Peer Schmidt. Der Nebeler Ehrenbürger war selbst häufig mit Kästner-Texten auf der Insel zu erleben.

Die Zugabe, der kurze Prosatext „Ein reizender Abend“ (die Angst einflößende Dogge der Gastgeber mischt ein Abendessen mit Gästen auf), reizte die Lachmuskeln ganz besonders.

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erstellt am 31.Aug.2016 | 17:30 Uhr

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