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Insel-Bote

31. August 2016 | 00:34 Uhr

Föhr-Marathon : Für jedes Bein zehn Kilometer

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Kleinster Teilnehmer war der Hund Clarkson. Als schnellste Frau kam Frauke Stahl aus Oldsum durchs Ziel.

„Windig, aber machbar“ antwortete ein Teilnehmer auf die Frage, ob er mit dem Wetter beim diesjährigen – inzwischen fünften – Marathon klargekommen sei. Das Wetter ist das einzige, was Sabine Siefert von dem im Jahr 2015 gegründeten Verein „Föhr-Marathon“ nicht beeinflussen kann, für alles andere war gesorgt. Denn nicht nur die Läufer waren an diesem Frühlingsanfang-Sonntag auf den Beinen: 150 ehrenamtliche Helfer standen der Organisatorin zur Seite, so dass einem reibungslosen Ablauf nichts im Wege stand.

Die Youngster Big-Band der Kreismusikschule, Außenstelle Wyk, begleitete die Sportler musikalisch entlang des Sandwalls, während Moderator Moritz Andresen gewohnt souverän Zuschauer und Teilnehmer am Ziel informierte. Und zwischendurch kümmerten sich viele Helfer um die Versorgung der Athleten, um Transport oder um Verletzte. Glücklicherweise musste nur eine Dame wegen einer leichten Lädierung medizinisch versorgt werden. Sogar die Sonne wagte zur zweiten Runde einen Blick durch die Wolken und ließ den Wind wenigstens etwas wärmer daherwehen.

Mit 83 Marathonläufern, 155 „Halbmarathonis“, darunter 18, die als „Langschläferläufer“ später gestartet waren, und 51 Teamläufern konnte Siefert die stolze Zahl von 289 Gesamtteilnehmern auf die Inselrunde schicken.

Die nationalen Grenzen sind längst überschritten, so dass der Insel-Marathon auch in Österreich, Polen, Dänemark, der Schweiz, Irland oder China bekannt ist. Es habe sogar eine Anfrage aus Mumbai gegeben, verriet Sabine Siefert lachend.

Natürlich verleitet das sportliche Ereignis auch immer mehr Föhrer, die halbe oder ganze Strecke zu laufen. So hatten die beiden Feuerwehrmänner Thorsten Tramm und Derek Petersen in den Vorjahren als Streckenposten mit der sportlichen Herausforderung geliebäugelt und dieses Jahr für einen Halbmarathon die Seiten gewechselt. Großen Applaus gab es für die friesische Lokalmatadorin Frauke Stahl, die nach den mehr als 42 Kilometern als erste Frau das Ziel erreichte. Besonders beeindruckend war eine Gruppe von jungen Schülern, die diese Woche ihre ersten schriftlichen Abiturklausuren schreiben wird und die ihren Adrenalinspiegel auf natürliche Weise mit Bewegung auf einem niedrigen Level hielt. „An das Abitur habe ich gar nicht gedacht“, gestand Teamläufer Christian von Stülpnagel und ergänzte: „In den eineinhalb Stunden hätte ich sowieso nicht gelernt“. Gute sportliche Vorbilder lieferten auch einige Lehrer der Eilun-Feer-Skuul. Die gegenseitige Anerkennung zwischen Lehrenden und Lernenden war deutlich spürbar.

Und was einmal ein Leichtathlet werden will, der fange frühzeitig an: Die allerjüngsten Teilnehmer der 500-Meter- und der 1000-Meter-Strecke wurden mit Medaille und Nascherei belohnt. Gute Stimmung bei gutem Essen rundete den Tag im „Midlumer Krog“ ab, Quartierbuchungen für 2017 eingeschlossen, was für Siefert schlussfolgernd bedeutet: Man sieht sich nächstes Jahr wieder.

Was auch für Fellträger zählt. Denn die Marathon-Distanz, die sich aus einer großen Wyker/Osterlandföhrer und einer weiteren Westerlandföhrer Strecke zusammensetzt, wurde auch von Clarkson erfolgreich absolviert: Gute 42 Kilometer, verteilt auf vier Beine. „Macht pro Bein ja auch nur gut zehn Kilometer“, mögen sich die zweibeinigen Konkurrenten gedacht haben. Aber dafür sind Clarksons Beine recht kurz, denn eine Mischung aus Terrier und Jack Russel bringt keine Gazellenbeine hervor. Herrchen Björn verriet, dass es weder für ihn noch für seinen Laufpartner der erste Marathon gewesen sei, insofern sind beide gut im Training. Selbstverständlich gab es für jeden „Finisher“ eine Medaille, und Clarkson war einer davon…

Bei den Zweibeinern, übrigens mit einer Altersspanne von 16 bis 79 Jahren, siegten: Marathon, Männer: Henning Wulfmeyer, (2:58:28) vor Frank Themsen (3:01:27) und Frederik Brandenstein (3:03:02). Marathon, Frauen: Frauke Stahl aus Oldsum (3:43:31) vor Petra Niemeyer (4:02:00) und Karen Baumstark (4:03:14). Halbmarathon, Männer: Henrik Schwalbe (1:14:29) vor Thorge Thomsen (1:21:23) und Ger Cronin (1:25:26). Schnellster Föhrer: Krystian Kozlowski (1:34:10). Halbmarathon, Frauen: Maja Seidel (1:31:40) vor Sandra Gruidl (1:43:41) und Regina Hesse (1:48:16). Schnellste Föhrerin: Sabine Jensen. (1:56:14). Langschläfer Halbmarathon, Männer: Guido Drissen (1:24:43) vor Michael Reimchen (1:39:42) und Bruno Pleger (1:39:42). Schnellster Föhrer: Niels Riewerts. (1:56:51). Langschläfer Halbmarathon, Frauen: Hiroku Akatsu (1:47:39) vor Sonja Hauk (1:49:25) und Kathrin Drissen (1:59:16). Staffeln: „Kenias letzte Reserve“ (2:51:52) vor „Die Staffel Hamburg 1“ (3:01:12) und „Die Staffel Hamburg 4“ (3:03:20). Die schnellste Föhrer Staffel: „Lauftreff Wyker TB“ mit Nils Ketelsen, Volker Stoffel und Jörg Carstensen (3:19:10).

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