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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 03:18 Uhr

Herbstferien in SH : Föhr und Amrum: Touristen-Ansturm auf die Inseln?

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Ist es in diesem Jahr in den Herbstferien wirklich voller als sonst? Wir haben bei den Experten nachgefragt.

Föhr/Amrum | Am Wochenende mit dem Auto von Dagebüll nach Föhr oder Amrum zu reisen, scheint zurzeit nicht so einfach. Das zeigt ein Blick auf den Fähren-Fahrplan. Zwischenzeitlich sind alle Fahrten für PKWs ausgebucht. Einige Insulaner sprechen auch davon, ihre Heimat im Herbst noch nie so voll erlebt zu haben.

„Das Gefühl zeigt sich bestätigt – gerade wenn man sich die Ausbuchung der Schiffe am Wochenende anschaut“, sagt Ann-Kathrin Meyerhof, Marketing-Expertin der Föhr Tourismus GmbH (FTG). Doch das Empfinden trügt. Laut Meyerhof habe eine Umfrage bei einigen Agenturen in der vergangenen Woche ergeben, dass die Zahlen nur knapp über denen vom vergangenen Jahr liegen.

„Am Wochenende sind die Fähren zwar voll, unter der Woche aber wieder weniger“, erklärt Axel Meynköhn, Geschäftsführer der Wyker Dampfschiffs-Reederei (WDR). Besonders am Sonnabend seien die Schiffe fast ausgebucht, da dann der Bettenwechsel stattfinde.

Am Wochenende waren alle Fähren ausgebucht.
Am Wochenende waren alle Fähren ausgebucht. Foto: Anna Rüb
 

Durchschnittlich befördert die WDR jährlich 350.000 Fahrzeuge. Die Schiffe seien im Jahresdurchschnitt aber nur zu 20 Prozent ausgelastet. Meynköhn rechnet auch in diesem Jahr mit ähnlichen Zahlen. „Wir hatten bisher ein ganz komisches Jahr“, sagt er. Nachdem im Januar ein „dickes Plus“ eingefahren wurde, kam der verregnete und kalte Sommer. „Im August haben wir einen Rückgang von rund 20 Prozent gehabt“, sagt Meynköhn. „Der warme September hat das restliche Jahr wieder mehr als gut gemacht. Wir haben sogar insgesamt ein Plus von einem Prozent gemacht.“

Generell seien es immer mehr spontane Buchungen und kurze Aufenthalte. „Die Besucher kommen für Tagesausflüge oder verlängerte Wochenenden nach Föhr“, erklärt Meyerhof. „Und viele buchen kurzfristig, wenn die Wettervorhersage gut ist.“

Die Anreise mit der Fähre wird ganz unterschiedlich genutzt. „Wir hatten mal einen Sonnabend, da haben wir etwa 175.000 Personen befördert. Aber es gibt auch Tage im November oder Februrar, da kann man jeden Passagier mit Handschlag begrüßen“, sagt Axel Meynköhn.

Momentan sind wieder Ferien. Das bedeutet, dass viele Dauergäste auf die Insel kommen und ihr Auto mitbringen. Deswegen müssen PKW-Reservierungen auf den Schiffen frühzeitig vorgenommen werden. Dass man im Oktober in Wyk nach einem freien Parkplatz suchen muss, ist ungewöhlich. Und auch das verstärkt das Gefühl, dass die Inseln voller sind als sonst.

Umfrage: Warum machen Sie im Herbst Urlaub auf Föhr?

<p>Aneta Gäb (41) aus Düsseldorf.</p>

Aneta Gäb (41) aus Düsseldorf.

Foto: Rüb
 

Aneta Gäb (41) aus Düsseldorf ist mit ihren zwei Kindern und ihrem Mann in den Schulferien für eine Woche auf Föhr: „Einmal im Jahr wollen wir an einen Ort verreisen, wo wir vorher noch nicht gewesen sind. In diesem Jahr ist es Föhr. Wir sind hier, um noch etwas von dem rauen Wetter mitzubekommen und unsere Abwehrkräfte zu stärken. Hier ist die Karibik des Nordens.“

<p>Renate Kendzia (66) und Klaus Feier (68) aus Berlin.</p>

Renate Kendzia (66) und Klaus Feier (68) aus Berlin.

Foto: Rüb
 

Renate Kendzia (66) und Klaus Feier (68) aus Berlin: „Dieses Jahr wollten wir auch gerne nochmal Nordseeluft schnuppern. Wir sind sehr positiv überrascht von Föhr. Es ist eine schöne Kombination aus verträumten Orten und Waldgebieten. Man kann nicht nur am Strand spazieren gehen, sondern sich auch zurückziehen. Diese Vielfalt ist toll. Und sicher ist: Wir kommen wieder.“

<p>Thekla Jean (56) aus der Pfalz.</p>

Thekla Jean (56) aus der Pfalz.

Foto: Rüb
 

Thekla Jean (56) aus der Pfalz fährt mit ihrem Ehemann seit 29 Jahren in den Herbstferien nach Föhr: „Das erste Mal waren wir hier, als mein ältester Sohn gerade geboren war. Wir haben uns in dieses Plätzchen verliebt. Wir mögen die Ruhe, die Unaufgeregtheit und dass man schnell am Wasser ist. Obwohl sich nicht nur das Wetter gewandelt hat, sind wir Föhr bis heute treu geblieben.“

<p>Finja Silzle (25) und Tobias Kütemann (26) aus Flensburg.</p>

Finja Silzle (25) und Tobias Kütemann (26) aus Flensburg.

Foto: Rüb
 

Der Flensburger Tobias Kütemann (26) fährt seit 26 Jahren mit seiner Familie nach Föhr. Seit drei Jahren ist auch seine Freundin Finja Silzle (25) mit dabei: „Wir machen hier in den Herbstferien Erholungsurlaub. Hier ist einfach alles schön. Es ist ruhig und gemütlich. Es gibt keinen Stress und keine weiten Wege. Man kann auf der Insel alles mit dem Fahrrad erreichen.“

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erstellt am 19.Okt.2016 | 12:30 Uhr

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