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Insel-Bote

01. Oktober 2016 | 19:13 Uhr

Warmer Regen : Finanzspritze für die Sanierung

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Besonderer Besuch: Die Deutsche Stiftung Denkmalschutz unterstützt die Bauarbeiten am Kirchturm von St. Nicolai mit 30 000 Euro.

„Unser großes Ziel ist es, bis zum Lutherjahr 2017, dem Jubiläum der Reformation, mit der Sanierung des Turmes fertig zu sein.“ Pastorin Hanna Wichmann hat nach dem Weggang von Pastor Jörg Weißbach die Verantwortung für die Arbeiten an der Boldixumer St.-Nicolai-Kirche übernommen und konnte sich über einen ganz besonderen Besuch freuen. Dr. Günter Klatt, für Nordfriesland zuständiger Kurator der Deutschen Stiftung Denkmalschutz (DSD), war nach Föhr gereist, um sich über den Fortschritt der Arbeiten zu informieren. Klatt war nicht mit leeren Händen gekommen, sondern überbrachte einen Zuwendungsbescheid über 30  000 Euro, der dank der Unterstützung der Glücksspirale möglich wurde. Günter Klatt war nicht zum ersten Mal in Sachen Kirchensanierung auf der Insel. Bereits im Dezember 2014 hatte er als vorgezogenes Weihnachtsgeschenk einen Scheck über 20  000 Euro mitgebracht.

Auch die Nieblumer St.-Johannis-Kirche, deren Sanierung im Wesentlichen abgeschlossen ist, hat nicht unerheblich von der Stiftung profitiert. „Die Föhrer Kirchen bilden zur Zeit einen Schwerpunkt unserer Unterstützung in Nordfriesland“, stellte Günter Klatt fest, der von Hanna Wichmann erfuhr, dass die St.-Nicolai-Kirche keinen Großsponsor habe, sondern auf die Unterstützung kleinerer Spenden bauen müsse.

Der Besucher vom Festland und die Pastorin erinnerten sich noch gut daran, in welch desolatem Zustand sich der Kirchturm von St. Nicolai befunden hat. Ähnlich wie in Nieblum waren auch hier bei früheren Bemühungen zur Renovierung falsche Materialien verwandt worden. Diese gut gemeinten Rettungsversuche hatten unter dem Einfluss der salzhaltigen Luft, des Windes und des Regens die fatalen Folgen, dass die Mauersteine zusehends bröckelten und herunterfielen, weshalb aus Sicherheitsgründen der Turm abgesperrt werden musste. Bei der Besichtigung vor Ort konnte Hanna Wichmann dem Vertreter der DSD demonstrieren, wie bröselig einzelne Steine des Turmes sind.

Im Frühjahr 2015 konnten als erster Abschnitt die Arbeiten an der Süd- und Ostseite des Turmes gestartet werden. Rund 350  000 Euro sind für die Sanierung dieses Teils eingeplant, dessen zweiter Bauabschnitt voranschreitet. Wenn alles fertig ist, kann die Kirche dann durch den Turm betreten werden. Als dritten Abschnitt sieht die Planung anschließend Arbeiten an der Fassade und am Dach der Kirche vor. Dafür müssten schätzungsweise weitere 350  000 Euro aufgewandt werden.

Über einen völlig überraschenden Fund konnte die Pastorin Günter Klatt informieren. Bei den Arbeiten am Turm war man auf eine Zeitkapsel aus dem Jahr 1930 gestoßen. Sie enthielt alte Postkarten von Wyk, ein Exemplar des Föhrer Lokalanzeigers sowie der Föhrer Zeitung und eine handschriftliche Aufzeichnung über die Kirche. Diese Kapsel, von der niemand etwas gewusst hatte, soll – zusätzlich mit aktuellen Zeitungen versehen – wieder an Ort und Stelle eingemauert werden.

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erstellt am 23.Sep.2016 | 17:45 Uhr

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