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Insel-Bote

06. Dezember 2016 | 15:14 Uhr

Jubiläum in Wyk : Fairer Handel seit drei Jahrzehnten

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Runder Geburtstag des Eine-Welt-Ladens: Auf dem Glockenboden der evangelischen Kapelle wurde angemessen gefeiert.

Etwas tun, was gut ist und nicht nur protestieren, um gegen etwas zu sein, sei der Gründungsgedanke der Weltläden gewesen, berichtete Christiane Knudtsen, die sich selbst als „Mädchen für alles“ des Wyker „Eine-Welt-Ladens“ bezeichnet, der dieser Tage auf sein 30-jähriges Bestehen zurückblicken konnte. Dieser runde Geburtstag wurde zünftig gefeiert, natürlich auf dem Glockenboden der Kapelle in der Süderstraße, dem Ort, an dem auch – seit drei Jahrzehnten – Produkte des fairen Handels angeboten werden.

Nicht nur auf Föhr wurde ein Weltladen aus der Idee der Friedensbewegung der 1970-er Jahre „geboren“, so dass zum runden Geburtstag auch Mitglieder entsprechender Läden aus Niebüll, Husum und Bredstedt der Einladung gefolgt waren. Aber auch Gründungsmitglieder, die zum Teil gar nicht mehr auf der Insel leben, waren wieder nach Wyk gereist, um mit ihren Mitstreitern von früher und heute bei Kaffee, Kuchen und Klönschnack Erinnerungen aufzufrischen.

Nach einem eher offiziellen Vormittag, zu dem Pastor Edwin Becker-Wichmann die Anwesenden begrüßt hatte und in dem Carsten Wolf, der Ökumene-Beauftragte des Kirchenkreises Nordfriesland, über die unterschiedlichen Lebensanschauungen von Indern und Westeuropäern referierte, stand der Nachmittag ganz im Zeichen des gemütlichen Miteinanders. Dabei wurde schnell deutlich, dass der Grundgedanke zum fairen Umgang zwar 30 Jahre (und älter) ist, dass er aber in den Köpfen der Geburtstagsgäste weiterhin sehr jung bleibt. „Ich habe mich gegen die anfängliche Bezeichnung ‚Dritte-Welt-Laden‘ gewehrt, so Behrus Basiar, „denn es gibt nur eine Welt.“

Wer die fair gehandelten Produkte in dem ehemaligen Konfirmandenraum erwirbt, kann sichergehen, dass sein Geld auch bei den Kleinbauern oder Näherinnen in den ärmeren Ländern der Welt ankommt, denn die Damen und Herren des Eine-Welt-Ladens erhalten keinen Lohn für ihre Arbeit, sie sind allesamt ehrenamtlich tätig. Weiterhin wird eine Weberei in Indien gefördert, die ehemals Leprakranke und deren Nachkommen unterstützt, die nach wie vor als von der Gesellschaft Ausgestoßene leben.

Aber nicht nur Menschen in Indien oder Bangladesch finden Gehör: Einige Touristen besuchen während ihres Urlaubs regelmäßig donnerstags den Glockenboden, weil ihnen der gedankliche Austausch mit Renate Röder, einer Frau der ersten Stunde, so gut tut und sie es genießen, mit ihr ins Gespräch zu kommen.

Wer den Eine-Welt-Laden in der Süderstraße besucht, wird schnell spüren, dass hier Menschen arbeiten, die ihren Idealen und sich selbst treu geblieben sind.

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erstellt am 27.Sep.2016 | 08:30 Uhr

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