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Insel-Bote

03. Dezember 2016 | 12:45 Uhr

Kampf gegen Polio : Erste Million ist geschafft

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die Plastikdeckel-Aktion der Rotarier ist nach wie vor ein Selbstläufer. Erneut Fälle in Nigeria gemeldet.

Das Engagement der Rotarier gemeinsam mit der Weltgesundheitsorganisation gegen Polio hat seit den 1980-er Jahren Tradition. Mit der Aktion „500 Deckel für ein Leben ohne Kinderlähmung“ war vor rund zwei Jahren ein weiteres Erfolgsmodell ins Leben gerufen worden. Ein Modell, an dem sich auch die Föhrer Rotarier beteiligen und bei dem es gilt, die Verschlüsse von Plastikflaschen zu sammeln. Die Beteiligung von Insulanern und Urlaubsgästen ist derart groß, dass Rotary-Mitglied Stefan Peetz, der das Projekt seinerzeit auf Föhr angeschoben hatte, nun die magische Marke von einer Million Deckeln knacken konnte.

Doch die Freude ist getrübt, denn in Nigeria, das im September 2015 von der Liste der endemischen Länder gestrichen worden war, sind erneut zwei Fälle aufgetreten, die im Juli im Bundesstaat Borno bestätigt wurden. „Durch diesen neuen Ausbruch in Nigeria ist es wichtig, dass die Anstrengungen intensiviert werden“, so Peetz. Nötig seien erneut flächendeckende Impfungen, um den Ausbruch einer neuen Epedemie zu verhindern. Nigerias Regierung habe drei große Immunisierungskampagnen angekündigt, in deren Verlauf 53 Millionen Menschen geimpft und in die auch die angrenzenden Länder einbezogen werden sollen. Für die Rotarier ein Rückschlag. „Eigentlich waren wir aus der Sache raus“ berichtet Peetz, dass, wenn ein Land ein Jahr lang poliofrei ist, die nationalen Gesundheitsbehörden in der Pflicht seien. Bei einem erneuten Ausbruch allerdings werde die Unterstützung mit viel Geld auch von den Rotariern sofort wieder angeschoben.

Entwicklungen, die den Stellenwert auch der Aktion „Sammeln von Plastikverschlüssen“ unterstreicht. Allein seit Mai letzten Jahres kamen in den deutschlandweit rund 500 Sammelstellen mehr als 40  000 Kilogramm Verschlüsse zusammen, das entspricht etwa 20 Millionen Deckeln. Erlöse von mehr als 12  000 Euro konnten so erzielt werden. Eine Summe, die von der „Bill und Melinda Gates Stiftung“ aufgestockt wird, die das Projekt unterstützt und für jeden von Rotary aufgebrachten Euro zwei Euro dazugibt. Mit 36  000 Euro können zirka 120  000 Impfungen weltweit finanziert werden.

Auch auf Föhr ist die Sammelwut von Einheimischen und Gästen ungebrochen. Längst ist der kleine Müllsack, mit dem Peetz die Ausbeute anfangs einsammelte, größeren Exemplaren gewichen. Die 15 bis 18 Kilogramm wiegen und teilweise fertig verschnürt bei ihm abgegeben werden. Und da die erste Million die schwerste ist, macht Stefan Peetz munter weiter. Nach der Logik müsste es künftig viel schneller gehen.

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erstellt am 30.Aug.2016 | 14:30 Uhr

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