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Insel-Bote

05. Dezember 2016 | 21:49 Uhr

Föhr-Amrumer Bank : Entwicklung gegen den Trend

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Das Geldinstitut bleibt von den Krisen der Branche unberührt. Die Mitglieder bekommen wieder eine satte Dividende.

Eigentlich war es eine Generalversammlung, wie sie die Mitglieder der Föhr-Amrumer Bank in ähnlicher Form schon oft erlebt haben. Doch in einem Punkt unterschied sie sich von den Zusammenkünften der Genossenschaftsbank in den vergangenen 29 Jahren. Sie war die Letzte, an der Georg Volta als Vorstandsmitglied teilnahm. Am 30. September wird Volta altersbedingt ausscheiden.

Die Berichte, die er, sein Vorstandskollege Marko Reese sowie sein Nachfolger, der Prokurist Dirk Müller, den 181 Mitgliedern in der Wyker Nationalparkhalle vorlegten, machten deutlich, dass die Föhr-Amrumer Bank trotz aller internationaler ökonomischer Wirren gut aufgestellt ist. Sie konnte das Jahr 2015 mit einem Überschuss von rund 653  400 Euro abschließen und so eine Dividende von sechs Prozent, rund 53  000 Euro, an ihre Mitglieder ausschütten. Damit ist das Ergebnis des Vorjahres erreicht worden. Dies bestätigte auch Verbandsdirektor Dr. Behrens vom Genossenschaftlichen Prüfungsverband Mecklenburg-Vorpommern: „Solch eine Bank prüft man gerne und mit einem guten Gefühl. Die Entwicklung der Föhr-Amrumer Bank entspricht nicht dem Trend.“

Marko Reese machte in seinem Bericht über das vergangene Geschäftsjahr deutlich, dass auch die insulare Genossenschaftsbank zunehmend durch ausufernde Regulierung belastet werde und die extreme Niedrigzinspolitik eine große Herausforderung darstelle. Dennoch bewege sich das Risiko in einem tragfähigen Rahmen. Für die Bank stehe nicht der kurzfristige Erfolg im Vordergrund. Vielmehr setze man auf nachhaltige und vertrauensvolle Geschäftsbeziehungen über Generationen hinweg. „Als in der Region fest verwurzelte Genossenschaftsbank fühlen wir uns ausschließlich unseren Mitgliedern und Kunden verpflichtet“, so Reese. Dazu machte er deutlich, dass im vergangenen Jahr 150 neue Mitglieder gewonnen wurden, womit das Institut nun von 2719 Genossen getragen werde.

Insgesamt konnte Marko Reese von einer Steigerung der Bilanzsumme auf rund 135 Millionen Euro und einer Zunahme der Einlagen der Kunden auf 5,6 Millionen Euro berichten. Zum Abschluss machte das Vorstandsmitglied deutlich, dass die Risiken der Staatsschuldenkrise in Europa nicht kalkulierbar seien. Deshalb werde man darauf achten, weiter kontrolliert zu wachsen. Man rechne für das laufende Jahr mit sinkendem Zinsüberschuss und dafür einem leicht steigenden Provisionsüberschuss.

In seinem letzten Bericht für die Mitglieder machte Georg Volta deutlich, dass die Ratingagenturen die genossenschaftliche Finanzgruppe angehoben haben. Die Föhr-Amrumer Bank werde mit der hervorragenden Klassifizierung A+ gewürdigt – man warte nur noch auf das schriftliche Ergebnis. Damit werde die finanzielle Stabilität des Geschäftsmodells gewürdigt. In seinen grundlegenden Gedanken über die Banken machte Volta deutlich, dass die Institute in einer freien Marktwirtschaft die einzige Aufgabe haben, als Garanten für Stabilität und auch Freiheit zu stehen.

„Wir planen derzeit nicht die Weitergabe negativer Zinsen an unsere Kunden!“ Dies machte Dirk Müller in seinen Ausführung mit Nachdruck deutlich. Er bat auch, keine großen Summen an Bargeld zu Hause aufzubewahren: Das ist unsicher und gefährlich. „Für unsere Kunden ist dies auch gar nicht erforderlich.“

Beim Thema Bargeld verwies Müller auf das Musterbeispiel Schweden: Dort habe man mit unauffälliger, aber erheblicher staatlicher Unterstützung eine fast perfekte bargeldlose Gesellschaft geschaffen. Dabei sei ein Argument die Gefahr der Übertragung für gefährliche Krankheiten gewesen. An Hand einiger Beispiele stellte Müller die Frage, ob nicht auch in Deutschland ein Kreuzzug gegen das Bargeld am laufen sei. So müssten zum Beispiel Münzrollen und Geldscheine inzwischen mit hohem technischen Aufwand vakuumverschweißt werden.

Unter der Leitung der Aufsichtsratsvorsitzenden Kirsten Tadsen konnten dann die Regularien einer Generalversammlung zügig abgewickelt werden. Bei den Wahlen zum Aufsichtsrat wurden Ulrich Herr aus Wyk im Amt bestätigt und Birte Winkler aus Norddorf neu gewählt. Arfst Bohn aus Wittdün konnte aus Altersgründen nicht wieder für dieses Gremium kandidieren. Kirsten Tadsen dankte ihm mit einem Blumenstrauß für 35-jährigen Einsatz für die Genossenschaftsbank der Inseln.

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erstellt am 27.Jul.2016 | 12:30 Uhr

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