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Insel-Bote

08. Dezember 2016 | 11:04 Uhr

In Wyk : Eine Spende für die Seenotretter

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Lions-Club unterstützt die Arbeit der DGzRS. Jetzt wurde ein Scheck in Höhe von 1000 Euro überreicht.

Ein Segler gerät in ein Unwetter. Ein Fischerboot, dessen Motor ausfällt, wird auf eine Sandbank gedrückt. Eine hochschwangere Frau auf Amrum bekommt Wehen, aber es fährt keine Fähre mehr.

In diesen Situationen kommt die Deutsche Gesellschaft zur Rettung Schiffbrüchiger (DGzRS) ins Spiel. Mit insgesamt 60 Schiffen, davon 20 Kreuzern und 40 kleineren Schiffen kümmert sie sich um die gesamte deutsche Küste – von den ostfriesischen Inseln bis Ueckermünde. 180 Festangestellte und 800 Freiwillige sind 365 Tage im Jahr Einsatz bereit.

„Wir fahren raus, wenn andere reinkommen“, lautet das Motto der DGzRS. Die Schiffe hätten keine Grenzen, seien Selbstaufrichter. „Obwohl, wenn der neue Rettungshubschrauber nicht mehr fliegen kann, wird es auf dem Schiff auch langsam ungemütlich“, sagt Gerhard Harder, Vorsitzer der DGzRS. Sicher seien die Boote dann trotzdem. Nicht die Zentrale in Bremen, sondern der Vormann (Kapitän) entscheide, ob der Seenotretter rausfahre. „Bisher ist aber noch nie jemand drin geblieben.“

Die DGzRS hat etwa 2000 Einsätze im Jahr. Laut einer eigenen Statistik seien 2016 600 Menschen aus lebensbedrohlichen Situationen gerettet worden.

Die Kosten eines Einsatzes liegen schnell bei über 1000 Euro. Die Personal- und Spritkosten spielen mit ein. Dabei finanzieren sich die Seenotretter fast ausschließlich von Spendengeldern.

„Vor 151 Jahren haben wir uns gegründet. Damals waren wir schon eine Bürgerinitiative, für die die Menschen gerne spenden“, sagt Harder. Gerade die Norddeutschen spenden regelmäßig, aber auch einige Touristen.

Die Arbeit der Seenotretter ist weitestgehend kostenlos. „Für Rettungseinsätze nehmen wir kein Geld. Viele Betroffene wollen aber im Nachhinein etwas spenden. Bei Krankentransporten zahlt die Krankenkasse. Nur bei Sachrettungen wird um eine Entschädigung gebeten“, erklärt Harder. „Wir sind sehr dankbar, dass es Initiativen wie den Lions-Club gibt. Ohne diese wäre die Finanzierung schwierig.“

Der Lions Club spendete nun erneut einen Betrag in Höhe von 1000 Euro. „Die Seenotretter werden immer wichtiger für die Inseln“, sagt Hauke Koller, Präsident des Clubs. Neben Rettungseinsätzen übernehmen die Kreuzer auch Krankentransporte. „Das Thema ist brandaktuell. Gerade durch die Schließung der Geburtenstation müssen hochschwangere Frauen im Notfall auch von Föhr aufs Festland gebracht werden“, bekräftigt der Sekretär des Lions-Clubs, Walter Höllmer.

Daher hat die Initiative einen Teil ihrer Erlöse unter anderem aus Jahrmarkt und Büchermärkten den Seenotrettern gespendet. „Wir freuen uns über die treuen Spender wie den Lions-Club, die uns schon seit vielen Jahren begleiten“, sagt Harder.

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erstellt am 26.Okt.2016 | 06:30 Uhr

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