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Insel-Bote

06. Dezember 2016 | 23:01 Uhr

Von Föhr nach Hooge : Eine Insel kleiner

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Die BUND-Vorsitzende Annemarie Lübcke ist umgezogen. Die Umweltschutzorganisation muss sich jetzt einen neuen Chef suchen.

Der Föhrer Bund für Umwelt und Naturschutz (BUND) ist auf Chef-Suche. Die langjährige Vorsitzende Annemarie Lübcke hat die Insel nämlich in Richtung eines kleineren Eilandes verlassen: Hallig Hooge, wo sie nun auf der Hanswarft ein neues Zuhause gefunden hat.

Und das, obwohl sie betont, dass Föhr „von Anfang an meine Insel war“. Vor fast 30 Jahren war Lübcke nach Wyk gezogen. Ursprünglich kam sie der Kunst wegen, doch ihr Weg führte sie immer mehr in Richtung Umweltschutz und schließlich an die Spitze der Inselgruppe Föhr-Amrum des BUND. Zu den Halligen entwickelte sie im Laufe der Zeit eine weitere große Liebe. Als Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz habe sich ihr Blick in Richtung Region geweitet und sie habe dabei unter anderem an der Entstehung des Biosphärenreservates „Die Halligen“ mitgewirkt. So ist es nach ihrer Überzeugung nur folgerichtig, dass sie ihren Traum, auf einer Hallig zu leben, jetzt wahr machen konnte. Dies bietet ihr auch die Chance, sich bei dem „super spannenden“ Projekt „Halligen 2050“ einzubringen.

Ein weiterer Grund für den Ortswechsel ist für Annemarie Lübcke das Gefühl, dass auf Föhr kein Schwung mehr in Richtung Umweltschutz zu spüren sei und zur Zeit hier eher Stillstand vorherrsche. „Als ich nach Föhr kam, gab es hier eine richtige Aufbruchstimmung“. Viele Menschen aus allen gesellschaftlichen Schichten der Insel waren für den Natur- und Umweltschutz aktiv geworden, wobei besonders an Pastor Bethge zu erinnern sei, der als eine Art Katalysator fungierte. Damals wurde vom früheren schleswig-holsteinischen Umweltminister Berndt Heydemann das Integrierte Inselschutzkonzept initiiert, das die Aktivitäten vieler Menschen bündelte. Sie sei damals in den Umweltschutz hineingerutscht, berichtet Lübcke, die vor 26 Jahren Mitbegründerin der insularen Gruppe des BUND war.

Der BUND habe auf der Insel viel Akzeptanz erfahren und erfolgreich gewirkt, so die Überzeugung seiner scheidenden Vorsitzenden. Als Meilenstein bezeichnet sie unter anderem den Pachtvertrag mit der Gemeinde Oldsum, der Maßnahmen zum Erhalt der Toftumer Heide möglich machte. Entscheidende Schritte in Richtung Umweltschutz waren unter anderem auch die Beschaffung des Geschirrspülmobiles, der Sperrgutbasar, auch das Tränkekuhlenprojekt auf Föhr-Land sowie die Bemühungen um erneuerbare Energien, die die ersten Föhrer Solaranlagen zur Folge hatten. „Die Luft war raus, als das Umweltzentrum am Sandwall nicht mehr existierte und der BUND das Haus verlassen musste. Wir hatten als Vereinigung keine Heimat mehr und die Aktivitäten ließen nach“, so Lübcke.

Auf Föhr hatte sie lange eine Galerie betrieben, ihre letzten Berufsjahre bis zur Pensionierung im Jahr 2012 war sie dann Geschäftsführerin der Insel- und Halligkonferenz. Auch wenn sie durch diese Tätigkeit stark vereinnahmt wurde, hatte die BUND-Vorsitzende noch die Energie, das Mehrgenerationen-Wohnprojekt an der Wyker Strandstraße voranzutreiben, das im Jahr 2013 eingeweiht werden konnte. In diesem Gebäudekomplex fand dann auch der BUND wieder ein Zuhause.

Heute engagiert der BUND sich in erster Linie für die Initiative „Plastikfrei wird Trend“ und das Wiesenvogelprojekt, das hauptsächlich dem Schutz der Uferschnepfen gilt. Wenn dann – voraussichtlich am 18. November – bei einer Mitgliederversammlung des BUND die Position des Vorsitzenden neu besetzt wird, gilt es nach dem Wunsch von Annemarie Lübcke, einen Menschen zu bestimmen, der Ideen für weitere und neue Aktivitäten mitbringt.

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erstellt am 28.Okt.2016 | 12:30 Uhr

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