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Insel-Bote

10. Dezember 2016 | 11:51 Uhr

Ein Feuerwerk der Superlative

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Mehr als 1000 Lichteffekte, grandiose Musik und viele tausend begeisterte Menschen: „Föhr on Fire“ war wieder der Höhepunkt des Hafenfestes

Es war ein Wechselbad der Gefühle: Ein gefühlvoller Auftakt, dann ein paar sehr grelle Effekte, bevor es zum emotionalen Höhepunkt kam: Ruhige Töne von Enya begleiteten die Raketen in den Himmel über dem Wyker Hafenstrand, ein Moment, der viele Zuschauer mit offenem Mund staunen ließ. Bunt ging es weiter, bevor im großen Finale der gesamte Himmel zu brennen schien.

Es war großes Kino, das der Kasseler Feuerwerkskünstler Joachim Schon da in den Himmel über der Nordsee gezaubert hat. Weit über 1000 Feuerwerkskörper hatte er für die elfte Auflage von „Föhr in Fire“ zusammengestellt und es hat sich gelohnt: Begleitet dieses Jahr von rein instrumentaler Musik schwebten rote Feuerbälle auf dem Wasser, wurden Sterne ganz weit in den Nachthimmel geschossen und fächerten sich die Raketen teilweise auf über 500 Meter auf. Ein Feuerwerk der Superlative, das auch in diesem Jahr zigtausende Zuschauer vom Strand und vom Fähranleger aus bewunderten. Tourismus-Chef Jochen Gemeinhardt ging gestern davon aus, dass die Zuschauerzahl ungefähr die gleiche wie im Vorjahr war, wo rund 18  000 Menschen das Himmelsspektakel verfolgt hatten. Allerdings war die Zahl der Tagesausflügler, die zum Föhrer Feuerwerk gekommen waren – wohl auch wetterbedingt – in diesem Jahr geringer, als 2015. Bei 1750 Passagieren musste die Wyker Dampfschiffs-Reederei dieses Mal um Mitternacht nur zwei und nicht wie im Vorjahr drei Fähren zurück nach Dagebüll einsetzen. Rund 160 Feuerwerks-Besucher fuhren außerdem anschließend mit der „Hauke Haien“ nach Wittdün.

„Föhr on Fire“ war der Schlusspunkt des zweitägigen Hafenfestes, dessen Bilanz für Jochen Gemeinhardt absolut positiv ist. Den Besuchern habe es wieder gut gefallen, hat er beobachtet. Bereits am Freitagabend ging es am Binnenhafen richtig rund. Die Band „Supreme“ stimmte die vielen Besucher auf das große Festprogramm am Sonnabend ein.

Der Haupttag des Hafenfestes lief dann – wohl auch wegen des wechselhaften, sehr windigen Wetters – eher schleppend an, und das, obwohl den Besuchern einiges geboten wurde: Sie konnten den Seenot-Rettungskreuzer „Ernst-Meier-Hedde“ besichtigen und sich auf dem Polizeiboot „Sylt“ über die Arbeit der Wasserschutzpolizei informieren – eine Gelegenheit, die, so berichtet Jochen Gemeinhardt, 720 Menschen nutzten. „Das waren deutlich mehr, als in früheren Jahren.“ Tradition hat am Hafenfest-Sonnabend der Auftritt der plattdeutschen Band „Timmerhorst“ am späten Vormittag.

Auf der Westkaje des Binnenhafens tummelten sich dann am Nachmittag deutlich mehr Schaulustige. Die Freiwillige Feuerwehr Wyk präsentierte ihr Equipment, geduldig erklärten die Mitglieder die Einzelheiten der Fahrzeuge und stellten unter Beweis, dass man mit Schere und Spreizer ein Auto sehr schnell in ein Cabrio verwandeln kann.

Der Wind, der am Nachmittag immer mehr auffrischte, kam dem Entenrennen im Binnenhafen zugute. 1611 quietschegelbe Plastik-Enten lieferten sich einen packenden Kampf. Lange gab es keine wirkliche Spitzengruppe, bis sich ein paar Meter vor dem Ziel dann doch ein gelber Plastikfreund aus der Deckung wagte und einen Ausreißversuch startete. Der war von Erfolg gekrönt: Mit deutlichem Abstand siegte der Kamerad vor seinen Verfolgern – sehr zur Freude des Besitzers des Loses mit der Nummer 384e (gelb), dessen Inhaber ein Ferienwochenende gewann.

Das Entenrennen war der Auftakt für einen wunderschönen Sommerabend. Immer mehr Menschen kamen nun auf die kleine Feiermeile, um sich Bier, Bratwurst oder einfach nur Musik zu gönnen. Wie am Freitag war wieder „Supreme“ für die Stimmung zuständig. Mit einer Mischung aus aktuellen Hits, Evergreens und dem Besten aus Rock und Pop kam die Band beim Publikum gut an.

Höhepunkt des Wyker Hafenfestes war aber auch dieses Mal wieder „Föhr on Fire“. Nur Joachim Schon konnte die Show nicht wirklich genießen: „Wie ein Film läuft vor meinem inneren Auge das Feuerwerk ab, wie es geplant ist. Das vergleiche ich dann mit der Realität.“ Nervös sei er vor seinen Shows nicht mehr, so der Kasseler: „Ich würde es eher gesunde Anspannung nennen.“ Die löste sich schnell, nachdem die letzten Feuerwerkskörper in den Nachthimmel aufgestiegen waren und das Publikum begeistert johlte und applaudierte. Da genehmigte sich auch Joachim Schon nach vollbrachter Tat ein breites Grinsen. Gedanklich war er dabei wahrscheinlich schon wieder bei seinem nächsten Auftrag. Und im November, so verriet er, beginnen dann die Planungen für das kommende Jahr. Neue Effekte, die das Föhrer Publikum noch nicht kennt, hat er jedenfalls noch reichlich in petto.

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erstellt am 14.Aug.2016 | 15:55 Uhr

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