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Insel-Bote

07. Dezember 2016 | 11:37 Uhr

Im Wyker Hafen : Ein Eisernes Kraftpaket

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Der Dampf-Eisbrecher „Wal“ lädt zum „Open Ship“. Der Veteran ist noch voll einsatzfähig.

Mit dem Dampf-Eisbrecher „Wal“ liegt derzeit ein gern gesehener Gast im Wyker Hafen, der Föhr bereits zum sechsten Mal angelaufen hat. Noch bis morgen, Sonnabend, lädt der Oldtimer zum Open Ship gleich neben dem Anleger 1 ein. Besucher können das Schiff ganztägig besichtigen.

Die „Wal“ ist eines der letzten großen Dampfschiffe unter deutscher Flagge. Knapp 50 Meter lang und gut zwölf Meter breit ist der Eisbrecher, der – 1938 in den Stettiner Oderwerken gebaut – bis 1990 auf dem Nord-Ostsee-Kanal im Einsatz war. Auf maximal elf Knoten bringt es die 1200-PS-Dreifach-Expansions-Dampfmaschine; bis 1964 wurde das Schiff mit Kohle betrieben, seither mit Öl. Ihren Dienst könnte die „Wal“ auch heute noch versehen, deren Steven vorn fünf Zentimeter Eisen aufweist, drei Zentimeter der Bug. Auch die Eisbrecherklasse, die Einstufung der Eisfestigkeit, liegt vor.

Als nach der Ausmusterung die Verschrottung drohte, zögerte die Schiffahrts-Compagnie Bremerhaven nicht lange und nahm die „Wal“ unter ihre Fittiche. Seither kommen Kurzurlauber, die echtes Seefahrer-Feeling der Bequemlichkeit moderner Kreuzfahrtschiffe vorziehen, auf Nord- und Ostsee auf ihre Kosten.

Der Verein hat sich auf die Fahne geschrieben, die Geschichte der Schifffahrt durch den Erhalt und Betrieb historischer Wasserfahrzeuge am Leben zu erhalten. Die für den traditionsreichen Schiffbau-Standort Bremerhaven ein wichtiges Zeugnis der Vergangenheit sind. Zu den Schiffen des Vereins gehören außerdem das ehemalige Dienstboot des Bremerhavener Hafenarztes, die Barkasse „Quarantäne“, und die Motoryacht „Nedeva“.

Das Sagen an Bord der „Wal“ haben wechselnd altgediente Fahrensleute, darüber hinaus setzt sich die Besatzung überwiegend aus seemännischen Laien – hauptsächlich Pensionären – zusammen. Die Törns auf Nord- und Ostsee dienen dazu, das maritime Kulturdenkmal zu bewahren. An dem der Zahn der Zeit nagt und dessen Instandhaltung im Jahr rund 100  000 Euro verschlingt. Zu tun ist an dem Schiff ständig etwas und gefragt ist vor allem Eigenleistung der ausnahmslos ehrenamtlichen Besatzung. Die hatte den Oldtimer bereits liebevoll und in mühevoller Kleinarbeit restauriert und den Bauch des Schiffes in vielen Stunden für seine neuen Aufgaben umgebaut.

Zwölf bis 14 Personen zählt die Mannschaft in der Regel an Bord, plus der bis zu 16 Gäste, die auf dem über 38 Kojen verfügenden schwimmenden Museum pro Törn mitgenommen werden können. Waren es früher weite Reisen, bleibt man heute aus Kostengründen in heimischen Gewässern.

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erstellt am 19.Aug.2016 | 11:30 Uhr

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