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Insel-Bote

01. Oktober 2016 | 22:38 Uhr

In Utersum : Dorfoberhaupt verzweifelt gesucht

vom
Aus der Redaktion des Insel-Boten

Noch kein Nachfolger für Joachim Lorenzen in Sicht. Zwei neue Gemeindevertreter in ihr Amt eingeführt. Stimmung im Dorf weiterhin angespannt.

Ruhe ist in Utersum noch immer nicht eingekehrt. Die Gräben sind tief und die Verletzungen wirken nach. Immerhin ist die Gemeindevertretung wieder vollzählig: Nach den Rücktritten des Bürgermeisters Joachim Lorenzen und seiner Stellvertreterin Maren Martensen waren Michael Brodersen und Björn Hansen als nächste Bewerber auf der Wählerliste der Freien Wählergemeinschaft Utersum (FWU) in der jüngsten Sitzung der Gemeindevertreter als Nachrücker in ihr Amt eingeführt worden.

Die Wahl des neuen Dorfoberhauptes muss dagegen warten – die Suche nach einem Nachfolger gestaltet sich schwierig und ein Kandidat ist noch längst nicht in Sicht. Zum einen dürften die jüngsten Ereignisse rund um die beantragte (und abgelehnte) Änderung eines Bebauungsplans und den damit verbundenen geplanten Umbau des Restaurants „Zur Post“ (wir berichteten) eher abschreckend wirken, zum anderen ist den Gemeindevertretern, so Göntje Schwab, die allesamt berufstätig seien, der Zeitaufwand schlicht und ergreifend zu groß. Das gelte auch für sie, so Schwab, die seit Jahresbeginn als zweite Stellvertreterin die Geschäfte führt und es sich nicht nehmen ließ, die Situation in Utersum kritisch zu kommentieren. Und daran zu erinnern, dass es sich bei der Mitarbeit in der Gemeindevertretung um ein Ehrenamt handle. Entscheidungen wie im vorliegenden Fall würden nicht leichtfertig getroffen. Vorausgehen würden vielmehr lange Überlegungen und Diskussionen, in denen das Für und Wider abgewogen werde. Vor diesem Hintergrund seien Reaktionen, wie sie in jüngster Zeit das Dorfleben bestimmt haben, nicht hinzunehmen. Schwab zielte auf persönliche Angriffe, die teilweise weit unter der Gürtellinie lagen und nicht nur die zurückgetretenen Joachim Lorenzen und Maren Martensen, sondern alle Utersumer Kommunalpolitiker betroffen hätten. „Es kann nicht angehen, dass Keile in Familien getrieben werden oder jemand geschäftlich gemobbt wird.“ Nun gelte es, nach vorn zu schauen, so Göntje Schwab, die auch die Chance für einen Neuanfang sieht. Die Gespräche mit dem Investor Thorsten Schulze aus Hattstedt über die B-Plan-Änderung seien konstruktiv und ein Kompromiss zeichne sich ab. Und die Gemeindevertretung sei mit Michael Brodersen und Björn Hansen wieder vollständig, auch wenn noch kein neuer Bürgermeister gewählt werden konnte.

Dass genau hier der Schuh drückt, betont Harry Schröder, Leiter der Kommunalaufsicht beim Kreis Nordfriesland, denn die Stellvertretung durch Göntje Schwab darf nach der Gemeindeordnung längstens fünf Monate dauern. „Faktisch herrscht Einigungszwang, denn nach dem Gesetz muss sich die Gemeinde dann zu einer Neuwahl entschließen.“ Scheitert die Kandidatensuche, „würde vom Landrat als Kommunalaufsicht ein Beauftragter eingesetzt werden, der dann die Funktion des Bürgermeisters hätte“, so Schröder. Infrage kämen ehemalige Verwaltungsbeamte oder hauptamtliche Bürgermeister, „aber wir hoffen ja, dass Utersum bei der Suche erfolgreich ist“.

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erstellt am 27.Feb.2016 | 14:00 Uhr

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